Profi Tipp von Lucas Müller
“Parachromis friedrichsthali ist einer der selteneren zentralamerikanischen Großcichliden und damit ein echter Geheimtipp für Liebhaber dieser Gruppe. Sein ausdrucksstarkes Wesen und das intensive Brutpflegeverhalten des Paares machen ihn zu einem der faszinierendsten Aquarienbewohner.”
| Farbe: | Silber-gelblich mit Punktreihen und dunklem Seitenband, intensivere Färbung bei Erregung |
| Vermehrung: | Substratlaicher, bis 1000 Eier, intensive gemeinsame Brutpflege, Jungfische nach 4 bis 5 Tagen frei schwimmend |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Nein, Großaquarium und Erfahrung mit aggressiven Cichliden nötig |
Hinweis: Bei diesem Friedrichthals Buntbarsch handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der Friedrichthals Buntbarsch (Parachromis friedrichsthali) ist ein großer, beeindruckender Raubbuntbarsch aus Zentralamerika, der durch sein ausdrucksstarkes Erscheinungsbild und seinen ausgeprägten Charakter zu den imposantesten Vertretern der zentralamerikanischen Cichliden zählt. Benannt wurde er nach Baron Joseph von Friedrichsthal, einem österreichischen Botaniker und Diplomaten des 19. Jahrhunderts, der Teile Mesoamerikas bereiste. Mit einer Körperlänge von bis zu 35 Zentimetern und seinem charakteristischen Muster aus Punktreihen und einem markanten Seitenband gehört er zur Gruppe der großen Predatoren-Cichliden, die im Aquarium ein beeindruckendes Schaustück sind.
In der Natur bewohnt Parachromis friedrichsthali die Atlantik-Abdachung Zentralamerikas, von Südmexiko über Guatemala, Belize und Honduras bis nach Nicaragua. Er bevorzugt flache, langsam strömende oder stehende Gewässer mit reichem Ufergehölz und untergetauchten Ästen. Diese Art ist ein Auflauerjäger, der Beute aus dem Hinterhalt attackiert. Im Naturhabitat sind seine Mahlzeiten vor allem Fische, Wirbellose und gelegentlich Insekten. Der Friedrichthals Buntbarsch ist eng verwandt mit dem bekannteren Managuasee-Buntbarsch (Parachromis managuensis) und dem Dovii-Buntbarsch.
GarnelenTv bietet Parachromis friedrichsthali als seltene Rarität an, die im regulären Zierfischhandel kaum erhältlich ist. Diese Art ist für erfahrene Großcichliden-Halter eine sehr interessante Alternative zu den besser bekannten Parachromis-Arten. Sie zeichnet sich durch ein etwas weniger aggressives Wesen als Parachromis dovii aus, bleibt aber ein Raubbuntbarsch, der ausreichend Platz und artgerechte Vergesellschaftung benötigt.
Die Geschlechterunterscheidung bei Parachromis friedrichsthali ist bei adulten Tieren sehr gut möglich. Männchen werden deutlich größer als Weibchen und entwickeln mit zunehmendem Alter einen ausgeprägten Fetthöcker auf dem Kopf, der die Stirn nach oben wölbt. Dieser Nuckenbereich ist ein klassisches Merkmal der großen männlichen Parachromis-Arten und wird mit dem Alter immer prominenter. Männchen sind außerdem auffälliger gefärbt und zeigen ein kontrastreicheres Muster mit schärferen Zeichnungen.
Weibchen bleiben kleiner, entwickeln keinen oder nur einen schwach ausgeprägten Nucken und wirken insgesamt kompakter. Ihre Zeichnung ist feiner und die Grundfärbung oft etwas heller. Zur Laichzeit zeigen Weibchen eine ausgeprägte Bauchrundung und eine deutlichere Rotfärbung im Bauchbereich als Zeichen der Laichreife. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist erst bei Tieren ab etwa 15 bis 18 Zentimetern Länge verlässlich möglich.
Für einen einzelnen Parachromis friedrichsthali ist ein Aquarium ab 300 Litern notwendig. Für ein Paar empfehlen sich mindestens 450 bis 500 Liter, da beide Tiere viel Raum beanspruchen und während der Brutpflege territorial und aggressiv werden. Das Aquarium sollte in der Länge mindestens 150 Zentimeter messen, damit die Tiere ihre natürlichen Bewegungsabläufe vollständig ausführen können. Hohe Aquarien sind weniger wichtig als lange, da es sich um einen Mittelwasser-Flussbewohner handelt.
Die Einrichtung sollte aus robusten Elementen bestehen, die der Fisch nicht ohne Weiteres umwerfen kann. Große Kieselsteine, schwere Bogenwurzeln und robuste Steinarrangements schaffen Revierstrukturen. Pflanzen werden von großen Cichliden meistens beschädigt oder ausgegraben. Hartblättrige Arten wie Anubias, fest mit Draht an Steinen befestigt, können funktionieren. Ein leistungsstarker externer Filter mit ausreichender Umwälzleistung ist für die Wasserqualität bei diesem starken Fresser unerlässlich.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Der pH-Wert sollte zwischen 7,0 und 8,0 liegen, die Gesamthärte (GH) zwischen 8 und 20 °dGH. Regelmäßige Wasserwechsel von 25 bis 30 Prozent wöchentlich sind bei dieser wasserbelastenden Art wichtig. Fish Humin ist für Großcichliden ein hervorragender Wasseraufbereiter: Seine Huminstoffe stabilisieren das Wasser-Mikrobiom in stark belasteten Becken und unterstützen die natürliche Immunabwehr dieser robusten, aber empfindlichen Tiere gegenüber Stressbelastungen.
Parachromis friedrichsthali ist ein Fleischfresser mit ausgeprägtem Jagdtrieb. Im Aquarium nimmt er großes Cichliden-Granulat und Flockenfutter in großen Mengen an. Frostfutter wie Herzstücke, Garnelen, Muschelfleisch, Tintenfischstücke und Fischfilet sind ideale Nahrungsergänzungen. Das Futter sollte auf die Körpergröße des Tieres abgestimmt sein und am besten ins freie Wasser gegeben werden, da der Fisch hauptsächlich in der Mittelwasserschicht jagt.
Zwei Fütterungen täglich in artgerechten Portionsmengen sind optimal. Ein wöchentlicher Fastentag ist empfehlenswert, um die Filterbelastung zu senken und eine Überfettung der inneren Organe zu verhindern. Lebendfutter aus unsicheren Quellen sollte vermieden werden. Pflanzliche Nahrung wird nicht benötigt, da diese Art ein reiner Fleischfresser ist. Achte auf die Futterqualität, da hochwertige tierische Proteine direkt in die Farbpracht der Zeichnung einfließen.
Parachromis friedrichsthali ist ein Raubbuntbarsch und frisst alle Fische, die in sein Maul passen. Die Vergesellschaftung ist daher auf wenige Optionen beschränkt: andere Großcichliden aus Mittelamerika in ähnlicher Körpergröße, wie der Chilli Oskar oder der Augenfleckbuntbarsch, können in ausreichend großen Anlagen ab 600 Litern koexistieren, sofern ausreichend Revierstrukturen vorhanden sind.
Alle kleineren Fische, Garnelen, Krebse und Schnecken sind in einem Becken mit Parachromis friedrichsthali nicht sicher und werden früher oder später gefressen. Die reinste und artgerechteste Haltungsform ist das Artbecken mit einem einzelnen Tier oder einem harmonischen Pärchen. Bei der Paarbildung ist zu beachten, dass Männchen Weibchen stark verfolgen können und ausreichend Barrieren vorhanden sein müssen, damit das Weibchen sich zurückziehen kann.
Die Zucht von Parachromis friedrichsthali gelingt in einem ausreichend großen Becken mit einem harmonischen Pärchen. Als Substratlascher wählen beide Elternteile gemeinsam eine flache Steinplatte oder den gesäuberten Bodengrund als Laichplatz aus und verteidigen diesen sehr aggressiv. Zur Einleitung des Laichverhaltens empfehlen sich häufige Wasserwechsel und eine Temperaturerhöhung auf 27 bis 28 Grad. Das Männchen zeigt intensives Werbeverhalten mit Flossenspreizen und Farbenspiel.
Das Weibchen legt in mehreren Durchgängen mehrere Hundert bis über 1000 Eier ab, die das Männchen sofort befruchtet. Beide Elternteile bewachen das Gelege intensiv und fächeln ständig frisches Wasser zu. Die Larven schlüpfen nach zwei bis drei Tagen und werden in Gruben im Bodensubstrat gesammelt. Nach weiteren vier bis fünf Tagen schwimmen die Jungfische frei und können mit feinsten Artemia-Nauplien versorgt werden. Die Brutpflege der Eltern ist sehr intensiv und dauert mehrere Wochen an.
| Deutscher Name: | Friedrichthals Buntbarsch |
| Wissenschaftlicher Name: | Parachromis friedrichsthali |
| Synonyme / Handelsnamen: | Friedrichsthal's Cichlid, Cichlasoma friedrichsthali, Parachromis friedrichsthali |
| Herkunft: | Zentralamerika |
| Herkunftsregion: | Zentralamerika, Atlantikabdachung von Guatemala bis Nicaragua |
| Lebenserwartung: | 10 bis 15 Jahre |
| Endgröße: | 25 bis 35 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel bis schnell |
| Wasserparameter: | GH: 8 bis 20 / KH: 3 bis 12 / pH: 7,0 bis 8,0 |
| Temperatur: | 24 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Starke Filterung, wöchentlich 25 bis 30 Prozent Wasserwechsel, robuste Einrichtung |
| Aquariengröße: | Ab 300 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzelhaltung oder harmonisches Pärchen |
| Futter: | Cichliden-Granulat groß, Frostfutter, Fischfilet, Muschelfleisch |
| Fischgruppe: | Buntbarsche (Cichlidae), Zentralamerikanische Großcichliden |
| Schwimmzone: | Mitte |
| Sozialverhalten: | Territorial, Raubbuntbarsch, frisst kleinere Fische, Paarbildend |
| Farben / Varianten: | Wildform, Farbintensität variiert je nach Stimmung |
| Besondere Merkmale: | Nuckenausbildung beim Männchen, intensives Brutpflegeverhalten, Raubbuntbarsch Zentralamerikas |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Substratlaicher auf flachem Stein, intensive Brutpflege beider Elternteile, Jungfische mit Artemia-Nauplien |
| Verhalten: | Territorial, Raubjäger, Paarbildend, intensives Brutpflegeverhalten, erkennt Pfleger |
| Vergesellschaftung: | Nur mit gleichgroßen robusten Großcichliden, Artbecken empfohlen |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden gefressen. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden gefressen. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden sofort gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse werden gefressen. | |
| mit friedlichen Fischen | Kleinere Fische werden als Nahrung betrachtet. | |
| mit aggressiven Arten | Gleichgroße aggressive Cichliden nur in sehr großen Becken mit klaren Revieren. | |
| mit Welsen | Nur sehr große Plekostome können in Ausnahmen koexistieren. |