
Profi Tipp von Lucas Müller
“Der Blaue Walwels ist nachtaktiv und zeigt sein volles Verhaltensspektrum erst nach dem Abschalten des Lichts. Eine Mondlicht-LED nach dem Hauptlicht macht sein Jagdverhalten sichtbar, ohne die Tiere zu stören.”
| Farbe: | Blau-grau bis blau-violett mit heller Bauchpartie, leicht transparent bei Beleuchtung |
| Vermehrung: | Im Aquarium kaum dokumentiert, saisonaler Regenzeit-Laicher in der Natur |
| Herkunft: | Wildfang |
| Für Anfänger: | Nein, nur für erfahrene Spezialisten |
Hinweis:Bei diesem Blauen Walwels handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der Blaue Walwels (Cetopsis coecutiens) gehört zu den ungewöhnlichsten und seltensten Aquarienfischen überhaupt. Als Vertreter der Familie Cetopsidae ist er einer der wenigen freischwimmenden Raubwelse ohne jeglichen Körperpanzer, der sich in der Natur durch aktives, gruppenweises Jagen auszeichnet. Sein schlanker, torpedoförmiger Körper, die blau-graue, leicht transparente Haut und das auffällige, kreisrunde Maul lassen ihn sofort als etwas Besonderes erkennen. Cetopsis coecutiens ist kein Fisch für die breite Masse, sondern ein echter Geheimtipp für Spezialisten, die nach etwas wirklich Außergewöhnlichem suchen.
In der Natur ist Cetopsis coecutiens im tropischen Südamerika verbreitet. Sein Vorkommen erstreckt sich über das Amazonasbecken, das Orinoco-Einzugssystem und verschiedene Nebenflüsse in Brasilien, Kolumbien und Peru. Dort lebt er in sauerstoffreichen, strömungsbetonten Gewässern. Er ist nachtaktiv und verbringt den Tag meist versteckt in Felsspalten, Höhlen oder unter Treibholz. Bei Nacht wird er aktiv und jagt gemeinsam mit Artgenossen auf der Suche nach Beute. In Südamerika ist er als gefürchteter Parasit großer Fische bekannt, in deren Fleisch er sich einbeißt.
GarnelenTv bietet Cetopsis coecutiens als absolute Rarität für echte Spezialisten an. Diese Art wird im Aquarienhandel extrem selten angeboten und ist damit eine einmalige Gelegenheit. Wir empfehlen die Haltung ausschließlich in einem Spezialbecken mit artgerecht eingerichteter Umgebung und ausreichend Strömung. Wer diesen Fisch pflegen möchte, sollte Erfahrung in der Haltung anspruchsvoller Raubfische mitbringen.
Die Geschlechterunterscheidung bei Cetopsis coecutiens ist im Aquarium sehr schwierig und für Laien praktisch kaum möglich. Es gibt keine auffälligen äußerlichen Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen. Bei sehr genauer Betrachtung ausgewachsener Tiere können Weibchen einen leicht gerundeteren, breiteren Bauch aufweisen, besonders wenn sie laichbereit sind. Männchen sind tendenziell etwas schlanker und gestreckter.
Da über die Fortpflanzung von Cetopsis coecutiens im Aquarium kaum dokumentierte Erfahrungen vorliegen, ist die Bedeutung der Geschlechterbestimmung für Hobbyhalter begrenzt. Wer auf Zucht hofft, sollte mehrere Tiere gemeinsam halten und auf natürliche Paarbildung vertrauen. In der Natur handelt es sich um saisonale Laicher, die vermutlich an die Regenzeit gekoppelt sind.
Cetopsis coecutiens benötigt ein Aquarium mit mindestens 250 Litern pro Gruppe von drei bis fünf Tieren. Das Becken sollte länger als hoch sein und eine gute Strömung aufweisen, da diese Art aus sauerstoffreichen Fließgewässern stammt. Ein leistungsstarker Filter mit ordentlicher Durchströmung und gute Belüftung sind unerlässlich. Der Deckel muss sicher schließen, da der Walwels ein aktiver Springer ist, besonders bei Erschrecken oder in der Nacht.
Die Einrichtung sollte dem natürlichen Lebensraum entsprechen: Größere Steine, breite Wurzeln und Felshöhlen bieten Versteckmöglichkeiten für den Ruhezustand tagsüber. Der Boden kann mit feinem bis mittelgrobem Sand oder Kies bedeckt sein. Auf Bepflanzung kann verzichtet werden, da Cetopsis coecutiens Pflanzen nicht frisst, aber auch keine Verwendung für sie hat. Eine schwache bis moderate Beleuchtung ist der Art angenehmer als helles Licht, da der Walwels im natürlichen Lebensraum eher in dunklen, tiefen Bereichen zu finden ist.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 Grad Celsius gehalten werden. Der pH-Wert kann zwischen 6,0 und 7,5 liegen, die Gesamthärte (GH) sollte unter 12 °dGH bleiben. Wichtig ist eine sehr gute Wasserqualität mit niedrigen Nitratwerten, da die empfindliche, schuppenlose Haut von Cetopsis coecutiens besonders anfällig für bakterielle Infektionen ist. Wöchentliche Wasserwechsel von 25 bis 30 Prozent sind notwendig. Fish Humin schützt durch seine antibakteriellen und antifungalen Eigenschaften die nackte Haut dieses schuppenlosen Fisches und stabilisiert das Wassermilieu.
Cetopsis coecutiens ist ein ausgesprochener Fleischfresser. Im Aquarium nimmt er Frostfutter wie Fischfiletstücke, ganze kleine Fische (die als Frostfutter erhältlich sind), Herzstücke, Muschelfleisch, Tintenfischstreifen und große Garnelenstücke an. Die Fütterung sollte abends oder in der Dämmerung erfolgen, da die nachtaktive Art zu dieser Zeit am aktivsten nach Futter sucht. Tagsüber ist Cetopsis coecutiens in der Regel versteckt und zeigt wenig Interesse an Futter.
Lebendfutter wie ganze Feeder-Guppys oder Wühlmäuse sollten aus ethischen Gründen vermieden werden. Gut akzeptiertes Frostfutter in artgerechten Stücken ist ausreichend für eine gesunde Ernährung. Die Fütterungsmenge sollte so bemessen sein, dass alle Tiere satt werden, ohne dass Reste übrig bleiben, da diese schnell das Wasser belasten. In Gruppen kann eine Fütterung mit mehreren Brocken gleichzeitig sinnvoll sein, um Konkurrenzkämpfe um Nahrung zu reduzieren.
Cetopsis coecutiens ist in der Vergesellschaftung extrem schwierig. Alles, was kleiner als der halbe Körper des Walwelses ist, gilt als potenzielle Beute und wird früher oder später angegriffen. Das gilt für alle kleinen Fische, Garnelen, Krebse und Schnecken. In der Natur ist diese Art dafür bekannt, sich in das Fleisch größerer Fische einzubeißen, was auch im Aquarium ein Risiko darstellt. Die sicherste Haltungsform ist ein reines Artbecken mit mehreren Tieren der gleichen Art.
Falls eine Vergesellschaftung dennoch gewünscht wird, kommen ausschließlich sehr große, gepanzerte Arten in Frage. Sehr großwüchsige Panzerwelse oder Plekostome können unter Umständen funktionieren, müssen jedoch sorgfältig beobachtet werden. Zwergkrebse und Großkrebse sind als Futter zu betrachten. Das Becken muss ausreichend groß sein, damit Cetopsis coecutiens genug Raum hat und nicht in Frustration andere Beckenbewohner attackiert.
Über die Zucht von Cetopsis coecutiens im Aquarium liegen kaum gesicherte Erfahrungen vor. In der Natur handelt es sich um einen saisonalen Laicher, dessen Fortpflanzung vermutlich an die Regenzeit und die damit verbundenen Änderungen in Wassertemperatur, Leitfähigkeit und Wassermenge gekoppelt ist. Eine Simulation dieser saisonalen Veränderungen könnte theoretisch die Laichbereitschaft anregen: Häufigere Wasserwechsel mit leicht weicherem Wasser, eine leichte Abkühlung gefolgt von einer Erwärmung.
Für Zuchtversuche wird ein separates Becken mit weichem, leicht saurem Wasser, guter Strömung und ausreichend Höhlen und Verstecken empfohlen. Mehrere Tiere unbekannten Geschlechts sollten gemeinsam gehalten werden, da eine sichere Geschlechtsbestimmung praktisch unmöglich ist. Wer erfolgreich Cetopsis coecutiens gezüchtet hat, trägt wertvolles Wissen zur Wissenschaft und zur nachhaltigen Aquaristik bei, da diese Art im Handel praktisch ausschließlich aus Wildfängen stammt.
| Deutscher Name: | Blauer Walwels |
| Wissenschaftlicher Name: | Cetopsis coecutiens |
| Synonyme / Handelsnamen: | Blauer Walwels, Blue Whale Catfish, Cetopsidae |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Amazonasbecken, Orinoco, Brasilien, Kolumbien, Peru |
| Lebenserwartung: | 5 bis 10 Jahre |
| Endgröße: | 15 bis 25 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: Unter 12 / KH: 1 bis 8 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 22 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Starke Strömung, hoher Sauerstoffgehalt, wöchentlich 25–30 % Wasserwechsel |
| Aquariengröße: | Ab 250 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Gruppe von 3–5 Tieren im Artbecken |
| Futter: | Frostfutter (Fisch, Herz, Garnelen, Muscheln), Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Walwelse (Cetopsidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Unten |
| Sozialverhalten: | Gruppenweise jagend, nachtaktiv, frisst kleinere Mitbewohner |
| Farben / Varianten: | Wildform, leicht transparent bei Gegenlicht |
| Besondere Merkmale: | Schuppenlos, transparent, freischwimmender Raubwels, extrem selten im Handel |
| Aktivitätsphasen: | Nachtaktiv |
| Zucht: | Im Aquarium kaum dokumentiert, separates Zuchtbecken mit weichem Wasser und Höhlen empfohlen |
| Verhalten: | Nachtaktiv, räuberisch, gruppenweise jagend, tagüber versteckt |
| Vergesellschaftung: | Kaum vergesellschaftbar, Artbecken empfohlen, frisst alles Kleinere |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden sofort gefressen. | |
| mit Schnecken | Schnecken sind als Nahrung zu betrachten. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden sofort gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse gelten als Futter und werden angegriffen. | |
| mit friedlichen Fischen | Kleinere Fische werden als Beute betrachtet und gefressen. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Mitbewohner erhöhen Stress in einem ohnehin anspruchsvollen Becken massiv. | |
| mit Welsen | Sehr große, gepanzerte Panzerwelse können als Mitbewohner versucht werden, mit Vorsicht. |