
Profi Tipp von Lucas Müller
“Mauremys sinensis ist eine der pflegeleichteren Wasserschildkröten wegen ihrer Vorliebe für Pflanzenkost. Frische Wasserlinsen aus dem eigenen Aufzuchtgefäß oder Hornkraut aus dem Aquarium sind ideales Futter und sparen Futterkosten.”
| Farbe: | Dunkelbrauner bis olivgrüner Panzer, Kopf und Hals mit charakteristischen gelb-grünen Längsstreifen |
| Vermehrung: | Eierleger, 4 bis 8 Eier, Inkubation 60 bis 80 Tage bei 28 bis 30 Grad |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Bedingt, UVB-Licht, Landbereich und starke Filterung zwingend erforderlich |
Die Chinesische Streifenschildkröte (Mauremys sinensis) ist eine elegante und attraktive Wasserschildkröte, die für ihre auffällig gelb-grünen Streifen auf Kopf, Hals und Beinen bekannt ist. Diese Streifenzeichnung ist so charakteristisch, dass die Art im englischsprachigen Raum auch als "Chinese Stripe-necked Turtle" bezeichnet wird. In der Familie der Geoemydidae zählt Mauremys sinensis zu den häufiger gepflegten Arten und überzeugt durch ihr lebhaftes Erscheinungsbild, ihren robusten Gesundheitszustand und ihre vergleichsweise gute Verträglichkeit bei der Gemeinschaftshaltung mit Artgenossen.
Mauremys sinensis ist endemisch im östlichen China und auf Taiwan und bewohnt dort bevorzugt langsam fließende Bäche, Flüsse, Reisfeldteiche und flache Seen mit reicher Ufervegetation. Sie ist eine ausgesprochen aktive Schwimmerin und hält sich gerne in offenem Wasser auf, klettert aber ebenso regelmäßig auf Steine, Baumstämme oder Uferböschungen, um zu sonnen. Diese Thermoregulation durch externes Sonnenbaden ist für alle Schildkröten dieser Gattung lebensnotwendig und muss im Aquaterrarium durch geeignete Einrichtung ermöglicht werden.
GarnelenTv bietet Mauremys sinensis als Nachzuchttiere an, die bereits an Aquaterrariumsbedingungen und Trockenfutter gewöhnt sind. Die Streifenschildkröte ist etwas größer als die Dreikielschildkröte und benötigt daher mehr Platz und eine leistungsstärkere Filterung. Sie ist eine gute Wahl für alle, die eine lebhafte, attraktiv gezeichnete Schildkröte in einem ausreichend dimensionierten Aquaterrarium halten möchten und bereit sind, die wichtigsten Grundvoraussetzungen zu erfüllen.
Die Geschlechterunterscheidung bei Mauremys sinensis ähnelt der anderer Mauremys-Arten und ist bei adulten Tieren gut möglich. Männchen bleiben kleiner und erreichen maximal 15 bis 18 Zentimeter Panzerlänge, während Weibchen 20 bis 26 Zentimeter und in seltenen Fällen sogar mehr erreichen können. Dieser ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus in der Größe ist bei den meisten Wasserschildkröten typisch und dient der Fortpflanzungsstrategie.
Weitere Unterscheidungsmerkmale: Männchen haben einen längeren, dickeren Schwanz mit einer weiter zur Schwanzspitze verschobenen Kloake. Das Plastron (Bauchpanzer) ist beim Männchen leicht eingedellt oder konkav, beim Weibchen flach oder leicht konvex. Bei Jungtieren unter acht bis zehn Zentimetern Panzerlänge ist eine sichere Geschlechtsbestimmung noch nicht verlässlich möglich. Für die Zucht ist mindestens ein Pärchen notwendig, das gemeinsam aufgewachsen ist.
Für eine Chinesische Streifenschildkröte ist ein Aquaterrarium mit einem Wasservolumen von mindestens 250 bis 400 Litern nötig, da diese Art etwas größer und aktiver ist als die Dreikielschildkröte. Für Paare oder kleine Gruppen entsprechend mehr. Der Wasserbereich sollte tief genug zum Schwimmen sein (mindestens 25 bis 40 Zentimeter), der Landbereich hingegen großzügig dimensioniert und mit einem UVB-bestrahlten Sonnenplatz ausgestattet sein. Der Übergang vom Wasser auf das Land muss für die Schildkröten gut zugänglich sein, da sie mehrfach täglich wechseln.
Der Bodengrund im Wasserbereich kann aus grobem Sand oder kleinen Kieselsteinen bestehen. Pflanzen werden von dieser Art beschädigt oder gefressen und sind daher nur bedingt empfehlenswert; robuste, schweifblättrige Arten in Töpfen mit schwerem Substrat können aber funktionieren. Ein externer Hochleistungsfilter ist zwingend, da Schildkröten erhebliche Mengen an Ausscheidungen produzieren. Regelmäßige Reinigung des Filtermediums ist wichtiger als bei reinen Fischaquarien.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 20 und 28 Grad Celsius liegen, wobei 22 bis 25 Grad als optimal gelten. Der pH-Wert kann zwischen 6,5 und 8,0 variieren, die Gesamthärte (GH) zwischen 5 und 15 °dGH. Wöchentliche Wasserwechsel von 25 bis 35 Prozent sind bei Schildkröten ein absolutes Muss. Die Zugabe von Fish Humin in das Wasser unterstützt ein stabiles biologisches Gleichgewicht, fördert die natürliche Hautflora der Schildkröte und hilft dabei, Keime und Krankheitserreger auf einem gesunden Niveau zu halten, was besonders bei der dichten Filterbeanspruchung durch Schildkröten wertvoll ist.
Mauremys sinensis ist ein Allesfresser mit deutlich mehr Neigung zu pflanzlicher Nahrung als viele andere Wasserschildkröten. Hochwertige Schildkrötenpellets in geeigneter Größe sind die beste Grundnahrung. Ergänzend können Flockenfutter und Frostfutter wie Garnelen, Muschelfleisch, Krebse oder Fischfilet in moderaten Mengen gegeben werden. Sehr gerne werden Wasser- und Landpflanzen gefressen: Löwenzahn, Endivien, Brunnenkresse, Wasserlinsen und Hornkraut werden enthusiastisch angenommen und sollten regelmäßig angeboten werden.
Mit zunehmendem Alter (über drei bis vier Jahre) nehmen adulte Mauremys sinensis proportional mehr Pflanzenkost zu sich. Junge Tiere benötigen mehr Protein. Zwei bis drei Fütterungen pro Woche sind für adulte Tiere ausreichend. Kalziumreiche Beikost wie zerkleinerte Sepiaschale im Wasser oder gelegentliche Bachflohkrebse als Frostfutter verbessern den Kalziumstatus und sorgen für einen gesunden, harten Panzer. Überfütterung, besonders mit zu viel tierischem Protein, ist einer der häufigsten Pflegefehler bei Wasserschildkröten.
Mauremys sinensis ist eine der verträglichsten Wasserschildkröten und versteht sich in ausreichend großen Anlagen gut mit Artgenossen und mit der eng verwandten Chinesischen Dreikielschildkröte. Für die Gemeinschaftshaltung mehrerer Schildkröten ist es wichtig, dass ausreichend Sonnenplätze vorhanden sind, da Konkurrenz um diese Plätze zu Beißereien führen kann. Männchen unter sich können territorial werden, besonders in der Paarungszeit im Frühjahr.
Fische als Mitbewohner sind risikoreich: Alles, was kleiner als die Schildkröte ist oder in ihr Maul passt, gilt als potentielle Nahrung. Robuste, sehr schnelle Fische in ausreichender Größe sind die einzige halbwegs verlässliche Option. Garnelen, Krebse und kleine Schnecken werden regelmäßig gefressen. Große Weinbergschnecken oder Apfelschnecken können gelegentlich toleriert werden. Die reinste und artgerechteste Haltung bleibt das reine Schildkrötengehege ohne andere Wirbeltiere.
Die Fortpflanzung von Mauremys sinensis ist bei optimalen Haltungsbedingungen gut möglich. Ein Pärchen gut konditionierter Tiere zeigt nach einer kühlen Überwinterungsphase (10 bis 15 Grad, zwei bis drei Monate) im Frühjahr natürliches Paarungsverhalten. Das Männchen zeigt Balzverhalten, indem es vor dem Weibchen taucht und mit den Vorderpfoten wedelt. Die Paarung findet im Wasser statt und wird mehrfach wiederholt.
Weibchen legen zwischen Mai und August in einem vorbereiteten Erdbereich Eier ab. Ein Gelege umfasst vier bis acht Eier. Der Landbereich muss dazu mindestens 15 bis 20 Zentimeter tief mit lockerem, leicht feuchtem Substrat befüllt sein. Die Eier werden bei 28 bis 30 Grad Celsius und mäßiger Feuchtigkeit inkubiert. Nach 60 bis 80 Tagen schlüpfen die vollständig entwickelten Jungschildkröten, die sofort selbstständig sind und kleine Pellets und Frostfutter aufnehmen können.
| Deutscher Name: | Chinesische Streifenschildkröte |
| Wissenschaftlicher Name: | Mauremys sinensis |
| Synonyme / Handelsnamen: | Chinese Stripe-necked Turtle, Chinemys sinensis, Mauremys sinensis |
| Herkunft: | Ostasien |
| Herkunftsregion: | Östliches China, Taiwan |
| Lebenserwartung: | 20 bis 40 Jahre und mehr |
| Endgröße: | 20 bis 26 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Langsam bis mittel |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 3 bis 10 / pH: 6,5 bis 8,0 |
| Temperatur: | 20 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Starke Filterung, wöchentlich 25 bis 35 Prozent Wasserwechsel, UVB-Licht nötig |
| Aquariengröße: | Ab 250 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzelhaltung oder Paare/Gruppen mit ausreichend Platz |
| Futter: | Schildkrötenpellets, Pflanzliche Kost, Frostfutter, gelegentlich tierisches Protein |
| Fischgruppe: | Süßwasserschildkröten (Geoemydidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Oben |
| Sozialverhalten: | Verträglich mit Artgenossen bei ausreichend Platz, Fische nur bedingt möglich |
| Farben / Varianten: | Wildform |
| Besondere Merkmale: | Markante gelb-grüne Hals- und Kopfstreifen, tendenziell pflanzlicher ernährt als viele Verwandte |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Eierleger, Überwinterung fördert Paarungsbereitschaft, Gelege 4 bis 8 Eier, Schlupf nach 60 bis 80 Tagen |
| Verhalten: | Tagaktiv, aktive Schwimmerin, sonnt sich regelmäßig, erkennt Pflegepersonal |
| Vergesellschaftung: | Gut mit Mauremys reevesii kombinierbar; ausreichend Sonnenplätze wichtig |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden gefressen. | |
| mit Schnecken | Kleine Schnecken werden gefressen. Sehr große Schnecken können tolleriert werden. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden gefressen. | |
| mit Großkrebsen | In Einzelfällen möglich, aber Risiko von Auseinandersetzungen immer vorhanden. | |
| mit friedlichen Fischen | Kleinere friedliche Fische werden als Nahrung betrachtet. Nur robuste Großfische können koexistieren. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Fische gefährden die Schildkröte und führen zu Dauerstress. | |
| mit Welsen | Nur sehr große gepanzerte Welse könnten überleben. Panzerwelse werden gefressen. |