
Profi Tipp von Lucas Müller
“Chilatherina bleheri zeigt sein volles Farbspektrum erst wenn mehrere Männchen in einer ausreichend großen Gruppe miteinander konkurrieren. Drei oder mehr Männchen in einer Gruppe von zehn Tieren erzeugen das konstanteste und intensivste Prachtkleid.”
| Farbe: | Vorderkörper Rot-Orange, Hinterkörper Blau-Silber, charakteristische Farbzweiteilung |
| Vermehrung: | Dauerlaicher an Pflanzen und Laichmopps, Aufzucht mit Staubfutter und Artemia |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Bedingt, stabile Wasserwerte und Gruppengrößen nötig |
Der Blehers Regenbogenfisch (Chilatherina bleheri) gehört zu den farbintensivsten und seltensten Regenbogenfischarten, die du im Aquarienhobby finden kannst. Benannt nach dem weltbekannten deutschen Aquarienreisenden und Naturforscher Heiko Bleher, der diese Art im Hochland Papua-Neuguineas entdeckte, begeistert Chilatherina bleheri mit einem Farbspiel, das seinesgleichen sucht. Der vordere Körperbereich leuchtet in sattestem Rot-Orange, während der hintere Körper in leuchtendem Blau und Silber schimmert. Diese faszinierende Zweiteilung des Farbmusters ist bei keiner anderen Regenbogenfischart in dieser Intensität vorhanden.
In der Natur ist Chilatherina bleheri endemisch im Lake Holmes und den umliegenden Hochlandgewässern Papua-Neuguineas. Diese Gebirgsseen liegen auf über 1000 Metern Höhe und zeichnen sich durch außergewöhnlich klares, kühles Wasser mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert aus. Das Wasser ist weich bis mitteldart und sehr sauerstoffreich. Chilatherina bleheri ist perfekt an diese speziellen Bedingungen angepasst und profitiert von einer guten Wasserqualität sowie regelmäßigen Wasserwechseln. Im natürlichen Lebensraum schwimmt er in großen Gruppen und nutzt die offenen Wasserbereiche über sandigen oder kiesigen Untergründen.
GarnelenTv bietet Chilatherina bleheri als nachgezüchtete Tiere an, die im regulären Aquarienhandel kaum zu finden sind. Diese Art ist ein echter Geheimtipp für Liebhaber außergewöhnlicher Regenbogenfische, die über den bekannten Melanotaenia boesemani hinausschauen möchten. Unsere Tiere sind gesund, gut ernährt und zeigen bereits erste Farbpracht, die sich in einem gut eingerichteten Aquarium mit der richtigen Pflege noch erheblich steigern wird.
Die Geschlechterunterscheidung bei Chilatherina bleheri ist bei erwachsenen Tieren sehr gut möglich und bereits auf den ersten Blick erkennbar. Männchen sind das eigentliche Farbereignis dieser Art: Sie zeigen die beschriebene intensive Rot-Orange-Blau-Zweiteilung in ihrer vollen Pracht, besonders wenn sie in der Gruppe mit anderen Männchen konkurrieren. Ihr Körperbau ist etwas schlanker und gestreckter, die Flossen sind vollständiger und größer ausgebildet. Männchen werden in der Regel etwas größer als Weibchen und erreichen bis zu 12 Zentimeter.
Weibchen sind deutlich unscheinbarer gefärbt. Sie zeigen eine silbrig-graue Grundfärbung mit leichten Orangetönen, aber ohne die intensive Blaufärbung der Männchen. Ihre Körper sind etwas kompakter und bauchiger. Der Unterschied ist so markant, dass Anfänger manchmal glauben, Männchen und Weibchen seien verschiedene Arten. Für die optimale Farbentwicklung der Männchen empfiehlt sich ein Geschlechterverhältnis von mindestens zwei Männchen pro drei Weibchen, damit die Männchen in ständiger Imponier-Konkurrenz stehen.
Für eine Gruppe von acht bis zehn Chilatherina bleheri empfiehlt sich ein Aquarium ab 150 Litern, das mehr Länge als Höhe aufweist. Regenbogenfische sind aktive, schnelle Schwimmer, die viel Raum für freies Schwimmen benötigen. Das Aquarium sollte daher mindestens 100 Zentimeter Länge haben, damit die Tiere ihre typischen Imponierfluchten und Balzverhalten vollständig ausführen können. Ein großer, offener Schwimmbereich in der Mitte des Beckens ist wichtiger als eine dichte Einrichtung.
Die Einrichtung kann aus einer rückwärtigen Bepflanzung mit Vallisnerien, Echinodorus oder Cabomba bestehen, die als natürliche Kulisse wirkt und den Fischen Rückzugsmöglichkeiten bietet. Der Vorderbereich bleibt bewusst frei für das Schwimmverhalten. Wurzeln und Steine können als Strukturelemente eingesetzt werden, sollten aber den Schwimmraum nicht einengen. Feiner Sand oder Kies als Bodensubstrat, kombiniert mit einigen schwimmenden Pflanzen an der Oberfläche, schafft eine ansprechende Einrichtung.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 26 Grad Celsius liegen. Chilatherina bleheri kommt aus kühlen Hochlandgewässern und verträgt dauerhaft hohe Temperaturen über 28 Grad nicht gut. Der pH-Wert kann zwischen 7,0 und 8,0 liegen, die Gesamthärte (GH) zwischen 8 und 20 °dGH. Wöchentliche Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent halten die Wasserqualität auf dem notwendigen hohen Niveau. Fish Humin ergänzt die Wasserpflege hervorragend: Seine natürlichen Huminstoffe reduzieren Stress nach dem Einsetzen neuer Tiere oder nach Transporten, stärken die Schleimhautbarriere und verbessern die allgemeine Vitalität dieser empfindlichen Hochlandfische.
Chilatherina bleheri ist ein Allesfresser und sehr dankbarer Fresser, der nahezu jedes Futter enthusiastisch annimmt. Die Basis der täglichen Ernährung sollte aus hochwertigem Flockenfutter und feinem Granulat bestehen. Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Cyclops und rote Mückenlarven fördern die Farbentwicklung erheblich, da sie natürliche Carotinoide und Pigmente enthalten, die direkt in die Schuppen eingebaut werden. Mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt sind einer großen Mahlzeit vorzuziehen.
Für die intensivste Farbpracht empfehlen wir mindestens dreimal wöchentlich Frostfutter zu füttern, idealerweise abwechselnd mit verschiedenen Frostfuttersorten. Artemia-Nauplien sind für die Aufzucht der Jungfische unverzichtbar. Lebendfutter wie lebende Artemia oder Wasserflöhe werden mit großer Begeisterung angenommen und bringen die natürlichen Jagdinstinkte der Tiere zum Vorschein. Überfütterung sollte vermieden werden, da Regenbogenfische anfällig für Fettablagerungen sind, die ihre Lebensdauer verkürzen können.
Chilatherina bleheri ist ein ausgesprochen friedlicher Schwarmfisch und eignet sich hervorragend für Gemeinschaftsaquarien. Am eindrucksvollsten wirkt er in der Vergesellschaftung mit anderen Regenbogenfischarten, da die verschiedenen Farbmuster gemeinsam ein beeindruckendes Farbspektakel erzeugen. Ideal kombinierbar ist er mit dem Blauen Regenbogenfisch, dem Orange-Blauen Regenbogenfisch und dem Juwelen-Regenbogenfisch. Diese Kombinationen sind erprobt und sehr harmonisch.
Auch mit friedlichen Schwarmfischen aus anderen Gruppen, wie größeren Salmlern oder Barben, ist eine Vergesellschaftung problemlos möglich. Panzerwelse als Bodenbewohner ergänzen das Becken ideal, ohne mit den Regenbogenfischen zu konkurrieren. Aggressive oder sehr große Fischarten sind ungeeignet. Kleine Garnelen werden von Chilatherina bleheri in der Regel nicht angegriffen, Junggarnelen können jedoch gefährdet sein. Schnecken werden vollständig ignoriert.
Die Zucht von Chilatherina bleheri ist möglich und gelingt in einem gut eingerichteten Aquarium mit ausreichend Feinstwurzeln oder Laichmopps als Ablaichsubstrat. Chilatherina bleheri ist ein Dauerlaicher, der seine Eier täglich an feinblättrigen Pflanzen, Wurzeln oder speziellen Laichmopps ablegt. Die Eier sind mit einem klebrigen Faden versehen und hängen einzeln oder in kleinen Gruppen am Substrat. Elternfische fressen die Eier nicht aktiv, aber die Jungfische nach dem Schlupf können gefährdet sein.
Für die gezielte Aufzucht sollte man täglich oder alle zwei Tage den Laichmop aus dem Aquarium nehmen und die anhaftenden Eier in einem separaten, kleinen Aufzuchtbecken ausbrüten lassen. Die Schlupfzeit beträgt bei 24 Grad Celsius etwa 8 bis 12 Tage. Die winzigen Jungfische müssen in den ersten Tagen mit Staubfutter und Einzellern gefüttert werden, bevor sie nach einer Woche auf feinste Artemia-Nauplien umgestellt werden können. Die Aufzucht erfordert Geduld, ist aber für erfahrene Aquarianer gut machbar.
| Deutscher Name: | Blehers Regenbogenfisch |
| Wissenschaftlicher Name: | Chilatherina bleheri |
| Synonyme / Handelsnamen: | Bleher's Rainbowfish, Lake Holmes Rainbowfish, Chilatherina bleheri |
| Herkunft: | Papua-Neuguinea |
| Herkunftsregion: | Papua-Neuguinea, Hochland, Lake Holmes und Umgebung |
| Lebenserwartung: | 3 bis 5 Jahre |
| Endgröße: | 8 bis 12 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 8 bis 20 / KH: 3 bis 10 / pH: 7,0 bis 8,0 |
| Temperatur: | 22 bis 26 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Wöchentlich 20 bis 25 Prozent Wasserwechsel, sauberes Wasser wichtig |
| Aquariengröße: | Ab 150 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Ab 8 Tieren, mehr Männchen als Weibchen für Prachtkleid |
| Futter: | Flockenfutter, Granulat, Frostfutter (Artemia, Daphnien, Cyclops), Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Regenbogenfische (Melanotaeniidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Oben |
| Sozialverhalten: | Friedlich, Schwarmfisch, Männchen imponieren sich gegenseitig |
| Farben / Varianten: | Wildform, Männchen farbenprächtig, Weibchen silbrig-grau |
| Besondere Merkmale: | Einzigartiges Rot-Blau-Zweiteilungsmuster, endemisch im Lake Holmes Papua-Neuguineas |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Dauerlaicher, tägliche Eiablage an Laichmopps, Schlupf nach 8 bis 12 Tagen bei 24 Grad |
| Verhalten: | Aktiv, gesellig, friedlich, Männchen imponieren mit Farbpracht und Flossenspreizen |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut für Gemeinschaftsaquarien, ideal mit anderen Regenbogenfischen kombinierbar |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Erwachsene Garnelen werden toleriert, sehr kleine Junggarnelen könnten gefährdet sein. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden vollständig ignoriert. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden von Chilatherina bleheri ignoriert. | |
| mit Großkrebsen | Friedliche Großkrebse werden in der Regel toleriert. | |
| mit friedlichen Fischen | Hervorragend mit anderen Regenbogenfischen und friedlichen Schwarmfischen kombinierbar. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten stressen den Schwarm und führen zu Farbverlust und Erkrankungen. | |
| mit Welsen | Friedliche Bodenwelse ergänzen das Becken ideal ohne Konkurrenz. |