
Profi Tipp von Lucas Müller
“Die häufigste Todesursache bei Wasserschildkröten ist das Fehlen von UVB-Beleuchtung. Ohne UVB kann die Schildkröte kein Vitamin D3 synthetisieren, was langfristig zu Knochenerweichung und Tod führt. Dieser eine Punkt entscheidet über Wohl und Wehe dieser faszinierenden Tiere.”
| Farbe: | Dunkelbrauner bis schwarzer Panzer, Kopf und Hals mit gelben Linien und Punkten |
| Vermehrung: | Eierleger, 3 bis 8 Eier pro Gelege, Inkubation 60 bis 90 Tage bei 28 bis 30 Grad |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Bedingt, UVB-Beleuchtung und Landbereich zwingend notwendig |
Die Chinesische Dreikielschildkröte (Mauremys reevesii) ist eine der interessantesten und häufig gehaltenen Wasserschildkröten aus Ostasien. Ihren deutschen Namen verdankt sie den drei charakteristischen Kielen auf ihrem Rückenpanzer, die das Tier von anderen Süßwasserschildkröten klar unterscheiden. Diese Kiele sind besonders bei Jungtieren deutlich ausgeprägt und flachen mit zunehmendem Alter etwas ab. Das Tier ist robust, langlebig und hat durch seine gelbrünen Zeichnungen am Kopf und Hals ein sehr ansprechendes Erscheinungsbild, das sie zu einer begehrten Pflegeoption für Schildkrötenliebhaber macht.
In der Natur ist Mauremys reevesii in weiten Teilen Ostchinas, Japans, Südkoreas und Taiwans verbreitet. Sie besiedelt stehende und langsam fließende Süßgewässer wie Reisfeldteiche, Sümpfe, Flüsse und Seen mit schlammigem Bodengrund. Als amphibische Art verbringt sie sowohl Zeit im Wasser als auch an Land, besonders zum Sonnenbaden, das für ihre Thermoregulation und Vitamin-D3-Synthese absolut notwendig ist. In kälteren Regionen ihres Verbreitungsgebietes hält die Dreikielschildkröte eine echte Winterruhe, was sie an kühlere Temperaturen angepasst und damit flexibel in der Haltung macht.
Bei GarnelenTv erhältst du Mauremys reevesii als Nachzuchttiere, die bereits an die Haltungsbedingungen im Aquaterrarium gewöhnt sind. Diese Art ist eine ausgezeichnete Wahl für Halter, die sich das erste Mal an Wasserschildkröten heranwagen, da sie robuster und toleranter gegenüber leichten Haltungsfehlern ist als manche tropische Exoten. Die Tiere sind bereits an das Fressen von Trockenfutter und Frostfutter gewöhnt und passen sich schnell an neue Umgebungen an.
Die Geschlechterunterscheidung bei Mauremys reevesii ist bei ausgewachsenen Tieren gut möglich. Männchen sind deutlich kleiner als Weibchen und erreichen lediglich 12 bis 15 Zentimeter Panzerlänge, während Weibchen 20 bis 25 Zentimeter und in Ausnahmefällen sogar 30 Zentimeter erreichen können. Diese Größendifferenz ist bei Schildkröten sehr typisch. Männchen haben außerdem einen längeren und dickeren Schwanz mit einer Kloake, die weiter zur Schwanzspitze hin liegt.
Weibchen dagegen haben kürzere, dünnere Schwänze mit einer Kloake nahe dem Panzerrand. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Form der Bauchplatte (Plastron): Beim Männchen ist sie leicht nach innen gewölbt, was die Paarung erleichtert, beim Weibchen ist sie flach. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist erst bei Tieren ab einem Panzerdurchmesser von etwa acht bis zehn Zentimetern verlässlich möglich. Für eine erfolgreiche Zucht empfiehlt sich die Haltung mindestens eines Paares.
Für eine Chinesische Dreikielschildkröte ist ein Aquaterrarium mit einem Wasserbereich von mindestens 200 bis 300 Litern notwendig, der ausreichend Platz zum Schwimmen bietet. Der Wasserstand kann 20 bis 40 Zentimeter betragen. Entscheidend ist jedoch, dass ein trockener Landbereich vorhanden ist, auf den die Schildkröte jederzeit klettern und ruhen kann. Dieser Landteil muss leicht zugänglich sein und mindestens 30 bis 40 Prozent der Gesamtfläche ausmachen. Steine, Korken oder spezielle Schildkröten-Stege erfüllen diesen Zweck gut.
Zwingend notwendig ist eine UVB-Beleuchtung über dem Landbereich, da Mauremys reevesii ohne UVB-Strahlung keine ausreichende Vitamin-D3-Synthese betreiben kann, was zu Knochenerweichung (metabolischer Knochenkrankheit) führt. Eine Wärmestrahlerlampe, die den Landbereich auf 28 bis 32 Grad erwärmt, ist ebenso unverzichtbar. Eine gute Filterung des Wassers mit einem leistungsstarken externen Filter ist angesichts der erheblichen Fäkalbelastung durch Schildkröten absolut notwendig.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 18 und 26 Grad Celsius, was diese Art gut für die Zimmerhaltung ohne Heizung im Sommer geeignet macht. Im Winter können die Temperaturen auf 12 bis 15 Grad gesenkt werden, um eine natürliche Abkühlungsphase zu ermöglichen. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 8,0 liegen. Regelmäßige Wasserwechsel von 25 bis 30 Prozent wöchentlich sind bei dieser belastenden Art unerlässlich. Ein Zusatz von Fish Humin verbessert die biologische Aktivität des Wassers, stärkt die natürliche Abwehr der Haut und unterstützt ein gesundes Wasser-Mikrobiom, das für das Wohlbefinden aquatischer Schildkröten wichtig ist.
Mauremys reevesii ist ein Allesfresser und nimmt im Aquaterrarium eine große Bandbreite an Futterarten an. Hochwertige Schildkröten-Pellets bilden die ideale Grundnahrung, da sie alle notwendigen Nährstoffe enthalten. Qualitatives Flockenfutter als Ergänzung ist möglich. Frostfutter wie Garnelen, Muschelfleisch, Enchyträen und Fischfiletstreifen werden gerne gefressen und liefern wichtige Proteine. Pflanzliche Komponenten wie Löwenzahnblätter, Endivien, Gurkenscheiben und Wasserlinsen sollten regelmäßig in die Ernährung eingebaut werden.
Junge Dreikielschildkröten sind carnivorer als adulte Tiere und benötigen mehr tierisches Protein. Mit zunehmendem Alter verlagert sich die Ernährung stärker auf pflanzliche Anteile. Jungtiere sollten täglich gefüttert werden, adulte Tiere drei- bis viermal wöchentlich. Ein wöchentlicher Fastentag ist empfehlenswert, um die Filterbelastung zu senken. Kalziumreiche Nahrungsergänzungen wie gelegentlich Sepiaschalen im Wasser liefern wertvolles Kalzium für den gesunden Panzeraufbau.
Mauremys reevesii kann in ausreichend großen Anlagen mit anderen Wasserschildkröten vergesellschaftet werden, wobei ähnlich große Tiere gleicher oder ähnlicher Art die besten Mitbewohner sind. Die Chinesische Streifenschildkröte ist ein natürlicher und gut erprobter Mitbewohner, da beide Arten aus denselben Lebensräumen stammen und identische Pflegebedürfnisse haben. Bei der Vergesellschaftung mehrerer Schildkröten muss die Anlage entsprechend größer sein und ausreichend Landplätze bieten, damit keine Konkurrenz um Sonnenplätze entsteht.
Fische im selben Becken sind möglich, aber kritisch zu betrachten: Dreikielschildkröten fressen Fische, die in ihre Reichweite kommen. Robuste, schnelle Fische in ausreichender Größe können funktionieren, kleinere Fische werden als Nahrung betrachtet. Garnelen, Zwergkrebse und kleine Schnecken werden von Schildkröten in der Regel gefressen. Große Schnecken können toleriert werden. Grundsätzlich gilt: Die Schildkröte ist der Hauptbewohner, andere Tiere im selben Becken sind immer dem Risiko ausgesetzt, als Nahrung betrachtet zu werden.
Die Zucht von Mauremys reevesii im Heimterrarium ist ambitioniert, aber möglich. Für eine erfolgreiche Fortpflanzung ist ein Paar aus Männchen und Weibchen notwendig, und die Tiere sollten mindestens drei bis vier Jahre alt und vollständig ausgewachsen sein. Eine Überwinterung bei reduzierten Temperaturen von 10 bis 15 Grad über zwei bis drei Monate stimuliert die Fortpflanzungsbereitschaft erheblich. Nach der Aufwärmphase im Frühjahr zeigt das Männchen intensives Werbeverhalten.
Weibchen legen zwischen Mai und August in einem trockenen, warmen Erdsubstrat Eier ab. Das Terrarium muss daher einen ausreichend tiefen Landbereich mit lockerem, leicht feuchtem Substrat bieten, in das das Weibchen graben kann. Ein Gelege besteht aus drei bis acht Eiern. Die Inkubation dauert bei 28 bis 30 Grad Celsius 60 bis 90 Tage. Die Jungschildkröten sind bereits vollständig selbstständig und können nach dem Schlupf mit kleinem Frostfutter und Schildkrötenpellets versorgt werden.
| Deutscher Name: | Chinesische Dreikielschildkröte |
| Wissenschaftlicher Name: | Mauremys reevesii |
| Synonyme / Handelsnamen: | Reeve's Turtle, Chinesische Dreikiel-Schildkröte, Chinemys reevesii |
| Herkunft: | Ostasien |
| Herkunftsregion: | China, Japan, Südkorea, Taiwan |
| Lebenserwartung: | 20 bis 40 Jahre und mehr |
| Endgröße: | 15 bis 25 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Langsam |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 20 / KH: 3 bis 12 / pH: 6,5 bis 8,0 |
| Temperatur: | 18 bis 26 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Starke Filterung, wöchentlich 25 bis 30 Prozent Wasserwechsel, UVB-Licht nötig |
| Aquariengröße: | Ab 200 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzelhaltung oder Paare/Gruppen gleicher Art |
| Futter: | Schildkrötenpellets, Frostfutter, Pflanzliches, Fischfilet |
| Fischgruppe: | Süßwasserschildkröten (Geoemydidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Oben |
| Sozialverhalten: | Einzelhaltung oder mit ähnlich großen Schildkröten, Fische nur bedingt geeignet |
| Farben / Varianten: | Wildform, juvenile Tiere mit stärkerer Kielausbildung |
| Besondere Merkmale: | Drei charakteristische Kiele auf dem Rückenpanzer, sehr langlebig, kältetolerant |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Eierleger, Landsubstrat für Eiablage nötig, Inkubation bei 28 bis 30 Grad, Überwinterung fördert Laichbereitschaft |
| Verhalten: | Tagaktiv, sonnt sich intensiv, gutes Schwimmvermögen, erkennt Pflegepersonal |
| Vergesellschaftung: | Beste Vergesellschaftung mit Mauremys sinensis; Fische nur in Ausnahmen bei ausreichender Größe |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden von Schildkröten gefressen. | |
| mit Schnecken | Kleine Schnecken werden gefressen. Sehr große Schnecken können toleriert werden. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse können in einzelnen Fällen koexistieren, aber das Risiko von Auseinandersetzungen ist vorhanden. | |
| mit friedlichen Fischen | Kleine friedliche Fische werden als Nahrung betrachtet. Nur große, schnelle Fische können koexistieren. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Fische führen zu dauerhaftem Stress und Verletzungen an Schildkröte und Fisch. | |
| mit Welsen | Nur sehr große, gepanzerte Welse könnten funktionieren. Kleine Panzerwelse werden gefressen. |