
Profi Tipp von Lucas Müller
“Rotschwanzährenfische wirken erst in größeren Gruppen richtig. Halte mindestens 8 bis 10 Tiere mit viel Schwimmraum und leichter Strömung, dann zeigen sie intensivere Farben und aktives Schwarmverhalten. Bei abwechslungsreicher Fütterung mit Frostfutter färben sich besonders die Männchen deutlich kräftiger rot in der Schwanzflosse.”
| Farbe: | Silber mit roter Schwanzflosse |
| Vermehrung: | Im Aquarium Möglich, Freilaicher |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Ja |
Der Rotschwanzährenfisch Bedotia madagascariensis ist ein eleganter, aktiver Schwarmfisch aus Madagaskar, der vor allem durch seine kontrastreiche rote Schwanzflosse und das dynamische Schwimmverhalten auffällt. Im Gegensatz zu vielen klassischen Schwarmfischen bewegt sich diese Art nahezu permanent in der mittleren bis oberen Wasserzone und nutzt den gesamten Schwimmraum. Besonders in größeren Gruppen entsteht ein lebendiges, aber dennoch ruhiges Schwarmbild mit ständigem Richtungswechsel. Der Körper ist silbrig bis leicht goldfarben mit feiner Zeichnung, während die Schwanzflosse sowie häufig auch Rücken und Afterflosse rötlich gefärbt sind, wobei Männchen deutlich intensiver gefärbt sind als Weibchen. In gut gepflegten Aquarien entwickeln die Tiere eine sehr klare Körperzeichnung mit kontrastreicher Flossenfärbung. Der Rotschwanzährenfisch stammt aus klaren, leicht strömenden Gewässern Madagaskars mit dichter Ufervegetation und offenen Schwimmzonen. Diese Kombination aus Struktur und Freiraum sollte im Aquarium nachgebildet werden. Wichtig sind lange Schwimmstrecken, kombiniert mit bepflanzten Randbereichen, die Sicherheit geben. Bedotia madagascariensis ist ein ausgeprägter Gruppenschwarmfisch und sollte niemals einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehalten werden. Erst in Gruppen ab etwa 8 bis 10 Tieren zeigen sich das natürliche Sozialverhalten, die innerartliche Rangordnung und die intensivere Färbung der Männchen. In kleineren Gruppen wirken die Tiere unsicher und bleiben blasser. Die Art ist sehr aktiv, aber nicht aggressiv und eignet sich gut für größere Gesellschaftsaquarien mit ähnlich temperamentvollen, aber friedlichen Arten. Rotschwanzährenfische sind ausgezeichnete Dauer schwimmer und benötigen daher mehr Schwimmraum als viele gleich große Fische. Besonders gut wirken sie in längeren Aquarien mit moderater Strömung. Die Farbintensität hängt stark von Ernährung, Gruppengröße und Umgebung ab. Bei abwechslungsreicher Fütterung und ausreichend Platz entwickeln Männchen deutlich intensivere rote Flossen und zeigen Balzverhalten innerhalb der Gruppe. Eine gute Wasserqualität ist wichtig, da die Tiere aus klaren Gewässern stammen. Huminstoffe wie Fish Humin können unterstützend eingesetzt werden, um Stress zu reduzieren und das natürliche Verhalten zu fördern, wobei das Wasser eher klar als stark bernsteinfarben sein sollte. In gut eingerichteten Aquarien ist der Rotschwanzährenfisch ein sehr lebendiger, aktiver Schwarmfisch mit auffälliger Flossenfärbung und konstantem Schwimmverhalten.
Die Geschlechterunterscheidung beim Rotschwanzährenfisch Bedotia madagascariensis ist gut möglich, sobald die Tiere ausgewachsen sind und in Gruppen gehalten werden. Männchen werden deutlich größer, schlanker und zeigen intensivere Farben, insbesondere in der Schwanzflosse sowie häufig auch in Rücken und Afterflosse. Die rote Färbung ist bei Männchen kräftig und kontrastreich, während Weibchen meist blasser gefärbt bleiben. Zusätzlich besitzen Männchen längere und stärker ausgezogene Flossen, wodurch sie insgesamt eleganter wirken. Während der Balz zeigen Männchen intensives Imponierverhalten, stellen die Flossen auf und präsentieren ihre Farben gegenüber Weibchen und anderen Männchen. Weibchen bleiben kompakter gebaut und besitzen eine rundere Körperform, besonders im Bauchbereich. Ihre Flossen sind kürzer und weniger farbintensiv, die Schwanzflosse wirkt meist eher orange bis blass rötlich. In Gruppen mit mehreren Tieren sind die Unterschiede besonders gut erkennbar, da dominante Männchen die kräftigsten Farben entwickeln.
Der Rotschwanzährenfisch Bedotia madagascariensis benötigt ein längeres Aquarium mit viel freiem Schwimmraum, da die Tiere dauerhaft aktiv sind und die mittlere sowie obere Wasserzone intensiv nutzen. Ein Aquarium ab etwa 100 Zentimeter Kantenlänge ist empfehlenswert, besser sind größere Aquarien ab 120 Zentimeter, da sich das natürliche Schwarmverhalten erst bei ausreichend Platz vollständig entwickelt. Wichtig ist eine Kombination aus offenen Schwimmstrecken und dicht bepflanzten Randbereichen, die den Tieren Sicherheit geben, ohne den Schwimmraum einzuschränken. Pflanzen, Wurzeln und Struktur sollten vor allem an den Seiten und im Hintergrund platziert werden, während die Mitte frei bleibt. Eine moderate Strömung wird gut vertragen und entspricht dem natürlichen Lebensraum, zusätzlich sorgt sie für eine bessere Sauerstoffversorgung. Die Wasserwerte können weich bis mittelhart sein, mit einem pH Wert etwa zwischen 6,5 und 7,5 und Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad Celsius. Die Art ist relativ robust, reagiert jedoch empfindlich auf dauerhaft schlechte Wasserqualität, weshalb regelmäßige Wasserwechsel von etwa 20 bis 30 Prozent pro Woche empfehlenswert sind. Eine gute Filterung und klares Wasser sind wichtig, da die Tiere aus klaren Fließgewässern stammen. Die Beleuchtung kann normal bis hell sein, wodurch die rote Flossenfärbung besser zur Geltung kommt. Eine zu dunkle Einrichtung lässt die Tiere blasser wirken. Huminstoffe wie Fish Humin können in moderater Dosierung eingesetzt werden, um Stress zu reduzieren und die Schleimhäute zu stabilisieren, jedoch sollte das Wasser nicht zu stark eingefärbt sein. Eine ausreichend große Gruppe ist entscheidend, da Einzeltiere oder kleine Gruppen unsicher wirken und weniger intensive Farben zeigen.
| Deutscher Name: | Rotschwanzährenfisch |
| Wissenschaftlicher Name: | Bedotia madagascariensis |
| Synonyme / Handelsnamen: | Madagascar Rainbowfish |
| Herkunft: | Madagaskar |
| Herkunftsregion: | Ost Madagaskar |
| Lebenserwartung: | Ca. 5 bis 7 Jahre |
| Endgröße: | Etwa 8 bis 10 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel schnell |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 2 bis 8 / pH: 6,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 22 bis 26 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Wöchentlich ca. 20–30% Wasserwechsel empfohlen |
| Aquariengröße: | Ab 100 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Ab 8 bis 10 Tiere |
| Futter: | Flockenfutter, Granulat, Frostfutter, Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Ährenfische |
| Schwimmzone: | Mitte / Oben |
| Sozialverhalten: | Friedlicher Schwarmfisch |
| Farben / Varianten: | Silber Rot |
| Besondere Merkmale: | Rote Schwanzflosse |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Möglich im Aquarium |
| Verhalten: | Aktiv schwimmend |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut mit aktiven Arten |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Größere Garnelen wie Amanogarnelen möglich, kleine Zwerggarnelen und Jungtiere können gefressen werden, da die Tiere aktiv jagen. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden ignoriert und stellen keine Konkurrenz dar. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse können gestresst werden und greifen ruhende Fische, Kombination ungeeignet. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse stellen ein hohes Risiko dar, da sie Fische greifen können. | |
| mit friedlichen Fischen | Sehr gut geeignet mit Regenbogenfischen, größeren Bärblingen oder aktiven Salmlern. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten treiben den Schwarm auseinander und verursachen Stress. | |
| mit Welsen | Gut geeignet mit Corydoras oder kleinen Harnischwelsen, da andere Wasserzonen genutzt werden. |