
Profi Tipp von Lucas Müller
“Bei Pferdekopfschmerlen entscheidet die Sandhöhe über ihr Wohlbefinden. Diese Tiere vergraben sich regelmäßig vollständig, nicht nur zur Tarnung, sondern zur Stressregulation. Ist die Sandschicht zu dünn, bleiben sie dauerhaft unruhig und zeigen hektisches Schwimmen. Eine mindestens mehrere Zentimeter hohe Schicht sehr feinen Sands erlaubt echtes Eingraben. In Kombination mit ruhiger Strömung und huminstoffhaltigem Wasser durch Fish Humin werden die Tiere deutlich aktiver, zeigen natürliches Verhalten und bleiben langfristig stabil.”
| Farbe: | Sandfarbener Grundton mit feiner Bänderung und Tarnzeichnung |
| Vermehrung: | Im Aquarium möglich - aber schwierig |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Wenn Sandboden vorhanden, dann ja. |
Die Pferdekopfschmerle Acanthopsis dialuzona ist ein außergewöhnlicher Bodenfisch,der durch seine verlängerte kopfartige Schnauzenform sofort auffällt. Diese spezielle Kopfform ist perfekt an das Leben im Sand angepasst. Die Tiere vergraben sich regelmäßig vollständig und lassen oft nur Augen und Schnauzenspitze sichtbar. Die Körperzeichnung besteht aus feinen Bändern und Flecken in sandfarbenen Tönen, wodurch die Schmerle im Bodengrund nahezu unsichtbar wird.
Ihr natürlicher Lebensraum liegt in Südostasien, wo sie in langsam fließenden Flussabschnitten mit feinem Sandboden lebt. Diese Gewässer sind meist strukturreich mit Laub, Wurzeln und huminstoffhaltigem Wasser. Genau diese Bedingungen erklären das ausgeprägte Grabverhalten und die hohe Sensibilität gegenüber ungeeignetem Bodengrund.
Im Aquarium zeigt die Pferdekopfschmerle ein ruhiges, bodenorientiertes Verhalten. Sie ist überwiegend dämmerungsaktiv, kann sich aber bei ruhiger Umgebung auch tagsüber beobachten lassen. Besonders interessant ist ihr synchrones Ein und Ausgraben, das als Stressregulation und Tarnung dient. In geeigneter Umgebung wirken die Tiere entspannt, neugierig und bereichern das Aquarium durch ihr einzigartiges Verhalten.
Für die Pferdekopfschmerle Acanthopsis dialuzona sind Aquarien ab etwa 100 Litern sinnvoll, da diese Art trotz ihrer ruhigen Lebensweise ausreichend Bodenfläche benötigt. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern die verfügbare Grundfläche. Die Tiere leben bodenorientiert und nutzen nahezu ausschließlich den unteren Bereich.
Der wichtigste Faktor ist der Bodengrund. Eine mehrere Zentimeter hohe Schicht aus sehr feinem Sand ist zwingend erforderlich, da sich die Schmerlen regelmäßig vollständig eingraben. Grober Kies oder scharfkantiges Material führt zu Verletzungen und verhindert das natürliche Verhalten. Die Einrichtung sollte naturnah erfolgen mit Wurzeln, Laub und ruhigen Zonen. Offene Sandflächen sind ebenso wichtig wie strukturierte Rückzugsbereiche.
Die Wasserwerte sollten weich bis mittelhart sein, mit neutralem bis leicht saurem pH Bereich. Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad entsprechen ihrem natürlichen Lebensraum. Eine sanfte bis moderate Strömung mit guter Sauerstoffversorgung unterstützt das Wohlbefinden. Der regelmäßige Einsatz von Fish Humin sorgt für huminstoffhaltiges Wasser, reduziert Stress und fördert das natürliche Grab und Ruheverhalten dieser sensiblen Bodenart.
Die Pferdekopfschmerle Acanthopsis dialuzona ist ein spezialisierter Bodenfresser, der seine Nahrung aktiv aus dem Sand filtert. In der Natur nimmt sie kleine Wirbellose, Insektenlarven und organische Partikel auf. Dieses natürliche Such und Siebverhalten sollte im Aquarium gezielt unterstützt werden.
Als Hauptfutter eignen sich feines sinkendes Granulat und spezielle Bodenfuttertabletten, die schnell den Sand erreichen. Ergänzend fördern Frostfutter wie Artemia, Cyclops oder feine Mückenlarven Kondition und Aktivität. Lebendfutter wird besonders intensiv angenommen und stimuliert das natürliche Grabverhalten.
Gefüttert wird ein bis zwei Mal täglich in kleinen Mengen, idealerweise in den Abendstunden, wenn die Tiere aktiver werden. Wichtig ist, dass das Futter den Bodengrund erreicht, da Pferdekopfschmerlen kaum Nahrung aus der freien Wassersäule aufnehmen. Der Einsatz von Fish Humin unterstützt Verdauung und Schleimhautschutz und schafft ein naturnahes Milieu, in dem die Tiere ihr typisches Fressverhalten vollständig zeigen.
Die Pferdekopfschmerle Acanthopsis dialuzona ist ausgesprochen friedlich und eignet sich sehr gut für ruhige Gesellschaftsaquarien. Sie zeigt keinerlei Revierverhalten und ignoriert andere Arten weitgehend, solange diese nicht stark bodenorientiert oder aggressiv auftreten. Durch ihr verstecktes, sandgebundenes Verhalten kommt es selten zu Konkurrenzsituationen.
Geeignete Mitbewohner sind vor allem ruhige Schwarmfische aus mittleren und oberen Wasserzonen. Wichtig ist, auf sehr hektische oder stark territoriale Arten zu verzichten, da diese die Schmerlen dauerhaft stressen können. Dauerstress führt bei dieser Art schnell zu Rückzug und vermindertem Fressverhalten.
Mehrere Pferdekopfschmerlen können zusammen gehalten werden, sofern ausreichend Sandfläche vorhanden ist. Eine strukturierte Einrichtung mit klaren Ruhebereichen sowie huminstoffhaltiges Wasser durch Fish Humin unterstützen ein entspanntes Sozialverhalten und fördern die natürliche Aktivität.
Die Zucht der Pferdekopfschmerle Acanthopsis dialuzona gilt im Aquarium als selten und anspruchsvoll. Über das natürliche Fortpflanzungsverhalten ist nur wenig gesichertes Wissen vorhanden, da erfolgreiche Nachzuchten meist zufällig oder unter sehr speziellen Bedingungen auftreten. Vermutet wird ein saisonaler Reiz durch größere Wasserwechsel, veränderte Strömung und reichhaltige Fütterung.
Eine gezielte Brutpflege wie bei vielen anderen Bodenfischen ist nicht dokumentiert. Eier und Larven entwickeln sich vermutlich frei im Bodennahbereich. Aufgrund der grabenden Lebensweise ist eine Beobachtung im Aquarium schwierig, weshalb viele Zuchtversuche unbemerkt bleiben.
Für Zuchtansätze sind sehr stabile Wasserwerte, ruhige Vergesellschaftung, feiner Sandboden und huminstoffhaltiges Wasser entscheidend. Der Einsatz von Fish Humin unterstützt Schleimhautschutz und Stressreduktion, was grundsätzlich die Fortpflanzungsbereitschaft fördern kann.
| Deutscher Name: | Pferdekopfschmerle |
| Wissenschaftlicher Name: | Acanthopsis dialuzona |
| Synonyme / Handelsnamen: | Pferdekopf Schmerle, Horseface Loach |
| Herkunft: | Südostasien |
| Herkunftsregion: | Flusssysteme in Thailand Malaysia und Indonesien |
| Lebenserwartung: | Ca. 6 bis 10 Jahre |
| Endgröße: | Etwa 18 bis 22 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel schnell |
| Wasserparameter: | GH: 2 bis 12 / KH: 0 bis 6 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 24 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Erhöhter Aufwand durch zwingenden feinen Sandboden regelmäßige Wasserpflege Einsatz von Fish Humin empfohlen |
| Aquariengröße: | Ab 100 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzeln oder kleine Gruppe bei ausreichend Sandfläche |
| Futter: | Sinkendes Granulat Frost und Lebendfutter für Bodenfresser |
| Fischgruppe: | Schmerlen Cobitidae |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Friedlich zurückhaltend nicht territorial |
| Farben / Varianten: | Sandfarben mit dunkler Zeichnung |
| Besondere Merkmale: | Langgezogene Schnauze angepasst an Sandleben |
| Aktivitätsphasen: | Überwiegend dämmerungsaktiv |
| Zucht: | Möglich, im Aquarium selten |
| Verhalten: | Grabend versteckfreudig ruhig |
| Vergesellschaftung: | Gut geeignet für ruhige Gesellschaftsaquarien |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Mit Garnelen Gut geeignet. Pferdekopfschmerlen zeigen kein aktives Jagdverhalten gegenüber Garnelen. Sehr kleine Junggarnelen können beim Graben zufällig aufgenommen werden, stellen aber keinen gezielten Beutefokus dar. | |
| mit Schnecken | Sehr gut geeignet. Schnecken werden ignoriert und stehen nicht in Konkurrenz zur Schmerle. | |
| mit Zwergkrebsen | Bedingt geeignet. Ruhige Zwergkrebsarten können funktionieren, sofern genügend Sandfläche und Rückzugsräume vorhanden sind. Sehr territoriale Arten können die Schmerle stressen. | |
| mit Großkrebsen | Nicht geeignet. Großkrebse stellen eine erhebliche Verletzungsgefahr dar und können die Schmerle beim Eingraben angreifen. | |
| mit friedlichen Fischen | Sehr gut geeignet. Ruhige Schwarmfische aus mittleren und oberen Wasserzonen harmonieren optimal. | |
| mit aggressiven Arten | Nicht geeignet. Hektische oder territoriale Fische verursachen Dauerstress und stören das natürliche Grabverhalten. | |
| mit Welsen | Bedingt geeignet. Friedliche Bodenwelse können funktionieren, sofern ausreichend Bodenfläche vorhanden ist, um Konkurrenz zu vermeiden. |