
Profi Tipp von Lucas Müller
“Loricaria similina ist einer der faszinierendsten Welse, die wir anbieten. Das Männchen, das mit einem Maul voller Eier auf einem Stein sitzt und diese tagelang bewacht und beschützt, ist ein Naturschauspiel der besonderen Art. Für alle, die mehr wollen als nur Optik.”
| Farbe: | Hellbraun bis graubraun mit dunklen Flecken und Streifen, abgeflachter Körper mit langen Bartfäden |
| Vermehrung: | Maulbrüter (Männchen), Eier auf Flachstein, Inkubation im Maul des Männchens 7 bis 10 Tage |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Bedingt, Strömung und Aufwuchs als Nahrungsquelle notwendig |
Der Maulbrütende Hexenwels (Loricaria similina) ist ein eleganter, schlanker Saugwels aus den tropischen Fließgewässern Südamerikas, der durch seine charakteristisch langgestreckte, bandförmige Körperform, die feinen Bartfäden an Schwanzflosse und Körper und vor allem durch sein faszinierendes Fortpflanzungsverhalten bekannt ist: Das Männchen trägt die Eier bis zum Schlupf im Maul. Diese Form der Brutpflege, die Maulbrütung, ist unter Saugwelsen der Familie Loricariidae ungewöhnlich selten und macht Loricaria similina zu einem besonders interessanten und wissenschaftlich bemerkenswerten Aquarienfisch, der unter Liebhabern dieser artenreichen Familie besonders geschätzt wird.
In der Natur ist Loricaria similina in mittelschnell bis schnell fließenden Gewässern des nördlichen Südamerikas verbreitet, wo er auf flachen, sandigen und kiesigen Böden mit Stein- und Wurzelunterlage lebt. Diese Lebensräume zeichnen sich durch sehr klares, sauerstoffreiches Wasser, mäßige bis starke Strömung und weiches bis mittelhartes Wasser aus. Loricaria similina ist ein Algenfresser und Aufwuchsspezialist, der Biofilm, Algenmatten und organische Ablagerungen von Steinen, Wurzeln und dem Bodengrund abweidet. Seine extrem abgeflachte Körperform ist eine perfekte Anpassung an das Leben in der Strömung an felsigen Untergründen.
Bei GarnelenTv erhältst du Loricaria similina als qualitativ hochwertige Tiere, die an Aquarienbedingungen gewöhnt sind und Trockenfutter problemlos annehmen. Diese Art ist für Aquarianer ideal, die einen pflegeleichten, eleganten und biologisch faszinierenden Bodenbewohner suchen, der nicht nur die Algenentwicklung im Becken kontrolliert, sondern auch durch sein einzigartiges Maulbrüterverhalten begeistert. Loricaria similina ist verträglich mit nahezu allen friedlichen Mitbewohnern und bereichert jedes Gemeinschaftsaquarium.
Die Geschlechterunterscheidung bei Loricaria similina ist bei adulten Tieren gut möglich. Männchen sind oft durch feinere Odontoden (kleine, borstenartige Auswüchse) an den Seiten des Kopfes und den Pektoralflossen erkennbar, die bei Weibchen kaum oder nicht vorhanden sind. Das auffälligste Merkmal zur Bestimmung ist das Brutpflegeverhalten: Nur das Männchen trägt die Eier im Maul, was an der deutlich vergrößerten Mundpartie des brütenden Männchens sichtbar ist.
Weibchen sind insgesamt etwas schlanker im Kopfbereich und zeigen keine Odontoden. Zur Laichzeit ist der Bauchbereich des Weibchens leicht ausgedehnt. Bei jüngeren Tieren unter zehn bis zwölf Zentimetern ist eine sichere Geschlechtsbestimmung schwierig. Für eine geplante Zucht empfiehlt sich das Halten einer Gruppe von vier bis sechs Tieren, aus der sich Paare auf natürliche Weise bilden. Die Bereitschaft zur Brut ist am einfachsten in einer größeren Gruppe zu erzielen.
Loricaria similina benötigt ein gut strukturiertes Aquarium mit ausreichend Strömung, da diese Art an sauerstoffreiches, fließendes Wasser angepasst ist. Für ein Paar oder eine kleine Gruppe ist ein Aquarium ab 100 bis 150 Litern ausreichend. Das Becken sollte einen feinen bis mittelgroben Bodengrund aus Sand oder feinem Kies haben, dazu flache Steine, Wurzeln und Bambusröhren als Versteck- und Laichmöglichkeiten. Loricaria similina hält sich bevorzugt an flachen, horizontalen Oberflächen auf.
Eine moderate bis gute Filterung mit sauerstoffreichem Wasser ist wichtig. Ein externer Filter mit Strömungspumpe oder eine Powerhead-Pumpe erzeugt die notwendige Wasserbewegung. Pflanzen wie Anubias und Java-Farn, fest auf Steinen befestigt, eignen sich gut und werden von den Welsen als Biofilm-Oberfläche genutzt. Moospolster auf flachen Steinen sind ideale Aufwuchs-Nahrungsquellen und gleichzeitig beliebte Aufenthaltsorte.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 22 und 27 Grad Celsius. Der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 7,5 liegen, die Gesamthärte zwischen 5 und 15 °dGH. Weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser entspricht dem natürlichen Habitat. Wöchentliche Wasserwechsel von 20 bis 30 Prozent mit gutem Sauerstoffeintrag sind wichtig, da Loricaria similina empfindlich auf sauerstoffarmes Wasser reagiert. Fish Humin ist für diese Art eine wertvolle Ergänzung: Die Huminstoffe schaffen leicht gebräuntes Naturwasser und stärken die Schleimhaut, was die Gesundheit dieser an klares Wasser angepassten Welse nachweislich fördert.
Loricaria similina ist ein spezialisierter Aufwuchsfresser, der in der Natur Biofilm, Algen, Periphyton und organische Partikel von Oberflächen abweidet. Im Aquarium akzeptiert er sinkende Wels-Granulat und Kleingranulat gut. Pflanzliche Frischkost wie blanchierte Zucchini, Gurkenscheiben und Salatblätter werden enthusiastisch von den Oberflächen abgeweidet und sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung.
Spirulina-reiche Futtermittel und Algenblätter (Nori-Algen) sind ideale Ergänzungen, die dem natürlichen Nahrungsspektrum am nächsten kommen. Frostfutter wie Artemia und kleine Daphnien werden als gelegentliche Ergänzung angenommen. Welsscheiben an der Scheibe oder auf flachen Steinen platziert werden zuverlässig gefunden und gefressen. Zwei Fütterungen täglich sind empfehlenswert, wobei die hauptsächliche Fütterung abends erfolgen sollte, da Loricaria similina in der Dämmerung am aktivsten frisst.
Loricaria similina ist gegenüber anderen Fischarten ausgesprochen friedlich und eignet sich für ein breites Spektrum an Gemeinschaftsbecken. Ideale Mitbewohner sind ruhige, gleichgroße bis kleinere Fische, die denselben Lebensraum nicht konkurrierend besetzen. Andere Panzerwelse wie der Elegante Panzerwels oder der Dreibinden-Panzerwels besetzen ähnliche Bodenzonen, kommen aber kaum in Konflikt mit dem Hexenwels, da sie unterschiedliche Mikrohabitate bevorzugen.
Schwarmfische der mittleren Wasserschicht wie kleine Salmler oder Schmetterlingsbuntbarsch passen gut. Garnelen werden von Loricaria similina vollständig toleriert. Schnecken sind sichere Mitbewohner. Aggressive oder territorial veranlagte Fische, die den Hexenwels an seinen flachen Lieblingssteinen vertreiben, sollten vermieden werden. Besonders während der Brutpflege ist das brütende Männchen durch Mitbewohner nicht zu stören.
Die Zucht von Loricaria similina ist in einem gut eingerichteten Aquarium mit stabilen Wasserwerten erreichbar und äußerst spannend zu beobachten. Das Paar reinigt gemeinsam eine flache Steinoberfläche oder den Boden einer Bambusröhre und legt dort die Eier in einer kompakten Gruppe ab. Nach der Befruchtung nimmt das Männchen die gesamte Eimasse ins Maul auf und trägt sie bis zum Schlupf. Diese Brutpflege ist eine der faszinierendsten Verhaltensweisen, die in der Aquaristik zu beobachten ist.
Das Männchen frisst während der Brutpflege kaum oder gar nicht. Die Inkubationszeit beträgt bei 25 bis 26 Grad Celsius etwa sieben bis zehn Tage. Nach dem Schlupf gibt das Männchen die Larven frei, die sofort selbstständig sind und Kleinstnahrung aufnehmen. Feinste Artemia-Nauplien, Staubtrockennahrung und Mikroalgen sind die erste Nahrung. Die Aufzucht ist bei guter Wasserqualität und ausreichend Aufwuchs im Becken gut machbar.
| Deutscher Name: | Maulbrütender Hexenwels |
| Wissenschaftlicher Name: | Loricaria similina |
| Synonyme / Handelsnamen: | Maulbrüter-Peitschenwels, Loricaria Catfish, Whiptail Catfish, Loricaria similina |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Tropisches nördliches Südamerika, Fließgewässer |
| Lebenserwartung: | 5 bis 10 Jahre |
| Endgröße: | 15 bis 20 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 2 bis 10 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 22 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Sauerstoffreiches Wasser mit Strömung, pflanzliche Frischkost, wöchentlich 25 Prozent Wasserwechsel |
| Aquariengröße: | Ab 100 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paar oder Gruppe von 4 bis 6 Tieren |
| Futter: | Wels-Granulat, Zucchini, Gurke, Spirulina, Nori-Algen, Algenfresser-Diät |
| Fischgruppe: | Saugwelse (Loricariidae) |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Sehr friedlich, benötigt Strömung und Aufwuchs-Oberflächen, Männchen brütet Eier im Maul |
| Farben / Varianten: | Wildform |
| Besondere Merkmale: | Maulbrütende Brutpflege durch das Männchen, extrem abgeflachter Körper, elegante Bartfäden |
| Aktivitätsphasen: | Dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber ruhend auf Steinen |
| Zucht: | Flachstein als Laichplatz, Männchen brütet 7 bis 10 Tage, Jungfische sofort selbstständig |
| Verhalten: | Friedlich, bodennah, Aufwuchsspezialist, Männchen trägt Eier im Maul, tagaktiv auf Steinen ruhend |
| Vergesellschaftung: | Sehr friedlich mit allen ruhigen Arten, während Brutpflege Männchen nicht stören |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden vollständig toleriert. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden ignoriert. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden vollständig toleriert. | |
| mit Großkrebsen | Friedliche Großkrebse können koexistieren. | |
| mit friedlichen Fischen | Hervorragend mit allen kleinen bis mittelgroßen friedlichen Fischen. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten stören das Brutpflegeverhalten des Männchens. | |
| mit Welsen | Andere Panzerwelse sind gute Mitbewohner, die verschiedene Mikrohabitate nutzen. |