
Profi Tipp von Lucas Müller
“Der Lilaprachtbarsch Pseudotropheus lombardoi wird oft unterschätzt, weil Jungtiere friedlich wirken. Mit zunehmender Reife entwickeln besonders Männchen ein starkes Revierverhalten. In der Praxis entstehen Probleme fast immer durch zu kleine Gruppen oder fehlende Struktur. Ein Aquarium mit vielen Sichtbarrieren aus Steinaufbauten verteilt Aggression und verhindert, dass einzelne Tiere dauerhaft bedrängt werden. Wichtig ist außerdem eine passende Gruppenstruktur. Mehrere Weibchen pro Männchen reduzieren Stress deutlich. Offene Flächen ohne Deckung führen dagegen schnell zu Dauerverfolgung. Eine stabile Wasserführung mit regelmäßigen Wasserwechseln unterstützt Vitalität und Fressverhalten, da Mbuna empfindlich auf organische Belastung reagieren können. Eine moderate Huminstoffbasis kann nach Wartungsarbeiten Stress abfangen. Fish Humin wird gezielt eingesetzt, um die Wasserbiologie konstant zu halten. Gefüttert wird überwiegend pflanzenorientiert, da zu proteinreiche Kost Verdauungsprobleme verursachen kann.”
| Farbe: | Männchen gelb gold, Weibchen blau mit dunkler Zeichnung |
| Vermehrung: | Sehr gut möglich, maternaler Maulbrüter |
| Für Anfänger: | Bedingt geeignet |
Der Lilaprachtbarsch Pseudotropheus lombardoiist ein farbintensiver Mbuna Buntbarsch aus dem Malawisee, der für sein ausgeprägtes Sozial und Revierverhalten bekannt ist. Männchen entwickeln mit zunehmendem Alter eine kräftige gelb bis goldene Färbung, während Weibchen und Jungtiere eher bläulich mit dunkler Zeichnung erscheinen. Diese deutlichen Geschlechtsunterschiede machen die Art besonders interessant für strukturierte Gruppenhaltung.
In seiner natürlichen Umgebung lebt Pseudotropheus lombardoi in felsigen Uferzonen, wo er Algenaufwuchs von Steinen abraspelt und kleine Reviere verteidigt. Dieses Verhalten zeigt sich auch im Aquarium. Die Tiere sind aktiv, durchsetzungsfähig und stark strukturgebunden. Ein gut gegliedertes Layout mit vielen Steinaufbauten verteilt Aggression und ermöglicht stabile Rangordnungen.
Trotz ihres temperamentvollen Auftretens sind Lilaprachtbarsche bei richtiger Haltung robuste Aquarienbewohner. In einem großzügigen, steinreich eingerichteten Aquarium mit stabilen Wasserwerten zeigen sie lebhaftes Sozialverhalten, intensive Farben und natürliche Interaktionen innerhalb der Gruppe.
Der Lilaprachtbarsch Pseudotropheus lombardoi benötigt ein großzügiges, stark strukturiertes Aquarium, das an felsige Uferzonen des Malawisees erinnert. Entscheidend ist eine dichte Steinstruktur mit vielen Sichtbarrieren, Höhlen und Spalten. Diese Struktur verteilt Revierdruck und verhindert, dass einzelne Tiere dauerhaft verfolgt werden. Offene, strukturlose Aquarien führen schnell zu Stress und Aggression.
Der Bodengrund sollte sandig bis fein sein, damit sich die Tiere beim Rangieren nicht verletzen. Steinaufbauten müssen absolut kippsicher stehen, da Mbuna aktiv graben und verschieben. Pflanzen spielen eine untergeordnete Rolle und werden häufig angeknabbert. Wichtig sind freie Schwimmzonen zwischen den Steinbereichen.
Wassertechnisch bevorzugt die Art sauberes, mineralreiches Wasser mit stabilen Parametern. Regelmäßige Wasserwechsel sind entscheidend, da Mbuna auf organische Belastung reagieren können. Eine leistungsfähige Filterung sorgt für konstante Bedingungen und gute Sauerstoffversorgung.
Eine moderate Huminstoffbasis kann helfen, Stress nach Wartungsarbeiten zu reduzieren und das biologische Gleichgewicht zu unterstützen. Fish Humin wird gelegentlich eingesetzt, um die Wasserbiologie stabil zu halten. Konstanz in Pflege und Struktur ist der Schlüssel für ein harmonisches Gruppenverhalten.
Der Lilaprachtbarsch Pseudotropheus lombardoi gehört zu den aufwuchsfressenden Mbuna und ist auf eine überwiegend pflanzenorientierte Ernährung spezialisiert. In seiner natürlichen Umgebung raspelt er Algenbeläge und Mikroorganismen von Felsen. Dieses Fressverhalten sollte im Aquarium möglichst genau nachgebildet werden. Die Basis bildet hochwertiges, pflanzenbetontes Granulat oder Flockenfuttermit Spirulina und hohem Faseranteil.
Proteinreiche Kost sollte nur sparsam gegeben werden, da Mbuna empfindlich auf zu tierische Ernährung reagieren können. Verdauungsprobleme entstehen häufig durch falsches Futter, nicht durch Wasserwerte.
Gefüttert wird in kleinen Portionen, idealerweise mehrmals täglich, damit keine Futterreste das Wasser belasten. Eine stabile Wasserbiologie unterstützt Verdauung und Aktivität. Huminstoffe können helfen, Stress zu reduzieren und Schleimhäute zu stabilisieren. Fish Humin wird gelegentlich ergänzend eingesetzt, um konstante Bedingungen zu fördern, ohne das natürliche Fressverhalten zu beeinflussen.
Der Lilaprachtbarsch Pseudotropheus lombardoi ist ein typischer Mbuna mit ausgeprägtem Revier und Rangverhalten. Innerartlich entstehen Konflikte vor allem dann, wenn Gruppen zu klein sind oder Struktur fehlt. In ausreichend großen, steinreichen Aquarien verteilt sich Aggression besser, und stabile Hierarchien können sich bilden. Ein Verhältnis mit mehreren Weibchen pro Männchen reduziert Dauerstress deutlich.
Geeignet sind andere robuste Mbuna mit ähnlichem Temperament und vergleichbaren Haltungsansprüchen. Wichtig ist, Arten zu wählen, die sich optisch klar unterscheiden, damit es nicht zu Fehlinterpretationen im Revierverhalten kommt. Ruhige oder sehr kleine Fische sind ungeeignet, da sie unter dem aktiven Verhalten leiden würden.
Problematisch sind empfindliche, langflossige oder langsam schwimmende Arten. Diese werden häufig bedrängt. In einem großzügigen, strukturierten Mbuna Aquarium zeigt Pseudotropheus lombardoi ein lebhaftes, aber kontrollierbares Sozialverhalten und lässt sich gut in eine passende Gemeinschaft integrieren.
Der Lilaprachtbarsch Pseudotropheus lombardoi ist ein maternaler Maulbrüter und lässt sich bei stabilen Bedingungen im Aquarium zuverlässig vermehren. Voraussetzung ist eine funktionierende Gruppenstruktur mit einem dominanten Männchen und mehreren Weibchen. Das Männchen besetzt ein Revier zwischen Steinen und präsentiert dort sein Balzverhalten. Nach der Eiablage nimmt das Weibchen die Eier sofort ins Maul auf.
Die Brutpflege erfolgt vollständig im Maul des Weibchens und dauert je nach Temperatur etwa zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit frisst das Weibchen kaum und zieht sich in geschützte Bereiche zurück. Stress kann dazu führen, dass das Gelege ausgespuckt oder gefressen wird, weshalb eine ruhige Umgebung wichtig ist.
Nach dem Entlassen der Jungfische sind diese bereits vollständig entwickelt und nehmen sofort feines Staub oder Spirulinafutter auf. In dicht strukturierten Steinaufbauten finden sie ausreichend Schutz vor adulten Tieren. Saubere Wasserbedingungen fördern ein gleichmäßiges Wachstum. Huminstoffe können helfen, Stress zu reduzieren und konstante Bedingungen zu unterstützen.
| Deutscher Name: | Lilaprachtbarsch |
| Wissenschaftlicher Name: | Pseudotropheus lombardoi |
| Synonyme / Handelsnamen: | Lombardoi Mbuna |
| Herkunft: | Afrika |
| Herkunftsregion: | Malawisee felsige Uferzonen |
| Lebenserwartung: | Etwa 6 bis 8 Jahre bei guter Haltung |
| Endgröße: | Rund 12 bis 15 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel schnell |
| Wasserparameter: | GH: 8 bis 20 / KH: 6 bis 12 / pH: 7,5 bis 8,5 |
| Temperatur: | 24 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Moderat durch Gruppenhaltung und Strukturbedarf, Einsatz von Fish Humin zur Stabilisierung möglich |
| Aquariengröße: | Ab 300 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Harem mit einem Männchen und mehreren Weibchen |
| Futter: | Pflanzenbetontes Futter, Spirulina |
| Fischgruppe: | Mbuna Buntbarsche Cichlidae |
| Schwimmzone: | Mitte / Unten |
| Sozialverhalten: | Territorial ausgeprägte Rangordnung |
| Farben / Varianten: | Geschlechtsabhängige Färbung |
| Besondere Merkmale: | Starkes Revier und Balzverhalten |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Maternaler Maulbrüter |
| Verhalten: | Aktiver strukturgebundener Felsenbewohner |
| Vergesellschaftung: | Mit robusten anderen Mbuna Arten |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Werden als Nahrung betrachtet oder durch das aggressive Mbuna Verhalten dauerhaft gestresst. | |
| mit Schnecken | Robuste Schnecken können funktionieren, kleinere Arten werden bedrängt oder gefressen. | |
| mit Zwergkrebsen | Starke Revierkonflikte und Verletzungsrisiko durch Scherenkontakt. | |
| mit Großkrebsen | Hohe Aggression beider Seiten, dauerhaft instabile Situation. | |
| mit friedlichen Fischen | Ruhige Arten werden durch das aktive Revierverhalten stark gestresst. | |
| mit aggressiven Arten | Nur mit ähnlich robusten Mbuna möglich, ausreichend Struktur vorausgesetzt. | |
| mit Welsen | Robuste, nachtaktive Welse können funktionieren, benötigen eigene Rückzugsbereiche. |