
Profi Tipp von Lucas Müller
“Der L273 Titanic Kaktuswels wächst schneller und massiver, als viele Halter erwarten. Das größte Praxisproblem ist nicht Futter oder Aggression, sondern zu wenig Platz und instabile Wasserqualität. Dieser Wels produziert durch seine Größe viel Stoffwechselbelastung. Eine sehr starke biologische Filterung und konsequente Wasserwechsel sind entscheidend, damit Aktivität und Futteraufnahme stabil bleiben. Tiere, die plötzlich ruhiger werden oder schlecht fressen, reagieren häufig auf steigende organische Belastung. Struktur ist ebenso wichtig. Massive Wurzeln, große Höhlen und stabile Steinbereiche geben dem Tier feste Rückzugsplätze und reduzieren Revierstress. Besonders bei mehreren Bodenbewohnern braucht der L273 klar definierte Bereiche. Eine moderate Huminstoffbasis kann Schleimhäute unterstützen und Stress nach Wartungsarbeiten abfangen. Fish Humin wird gezielt eingesetzt, um die Wasserbiologie konstant zu halten. Gefüttert wird vorzugsweise abends mit proteinreichem sinkendem Futter, da der Titanic Kaktuswels in der Dämmerung deutlich aktiver wird.”
| Farbe: | Dunkle Grundfärbung mit kontrastreicher Flecken oder Linienzeichnung |
| Vermehrung: | Möglich, aber im Aquarium selten dokumentiert |
| Für Anfänger: | Nicht geeignet, hoher Platz und Pflegebedarf |
Der L273 Titanic Kaktuswels Pseudacanthicus sp. ist ein großwüchsiger, kräftig gebauter Harnischwels mit markanter Zeichnung und beeindruckender Präsenz. Seine Herkunft liegt in südamerikanischen Flusssystemen mit strukturreichen Fels und Holzbereichen, wo er enge Spalten als Rückzugsorte nutzt. Dieses Habitat prägt sein Verhalten im Aquarium deutlich.
Der Titanic Kaktuswels ist überwiegend dämmerungs und nachtaktiv. Tagsüber ruht er in Höhlen oder unter massiven Wurzeln, während er abends aktiv auf Nahrungssuche geht. Trotz seines robusten Erscheinungsbildes reagiert die Art empfindlich auf schlechte Wasserqualität. Sauberes, sauerstoffreiches Wasser ist entscheidend für Aktivität, Wachstum und langfristige Gesundheit.
Charakteristisch ist sein ruhiges, aber klar revierorientiertes Verhalten gegenüber anderen Bodenfischen. In großzügig strukturierten Aquarien mit ausreichend Rückzugsplätzen bleibt dieses Verhalten kontrollierbar. Durch seine Größe, Kraft und auffällige Optik eignet sich der L273 vor allem für erfahrene Halter, die ein großes, technisch stabiles Aquarium betreiben und einem imposanten Bodenbewohner gerecht werden wollen.
Der L273 Titanic Kaktuswels Pseudacanthicus sp. benötigt ein sehr großzügiges, stabil strukturiertes Aquarium mit großer Bodenfläche. Aufgrund seiner späteren Körpermasse ist nicht nur das Volumen entscheidend, sondern vor allem freie Bewegungsfläche kombiniert mit massiven Rückzugsstrukturen. Große Wurzeln, stabile Steinaufbauten und geräumige Höhlen geben dem Tier feste Ruheplätze und reduzieren Revierstress. Alle Aufbauten müssen kippsicher stehen, da dieser Wels beim Rangieren erhebliche Kraft entwickelt.
Der Bodengrund sollte fein bis mittelkörnig sein, damit sich das Tier beim Wenden und Gründeln nicht verletzt. Offene Bodenbereiche ermöglichen natürliches Suchverhalten, während strukturierte Zonen Sicherheit bieten. Beleuchtung ist nebensächlich, wichtig sind schattige Rückzugsbereiche.
Wasserqualität ist bei dieser Art ein zentraler Faktor. Durch seine Größe produziert der Titanic Kaktuswels entsprechend viel organische Belastung. Eine sehr leistungsfähige biologische Filterung ist Pflicht. Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel verhindern Schadstoffanreicherung und fördern Aktivität sowie Futteraufnahme. Eine gleichmäßige Wasserbewegung mit guter Sauerstoffversorgung ist ausreichend, extreme Strömung ist nicht notwendig.
Huminstoffe können helfen, Schleimhäute zu stabilisieren und Stress nach Wartungsarbeiten zu reduzieren. Fish Humin wird häufig eingesetzt, um die Wasserbiologie konstant zu halten, besonders in stark belasteten Großaquarien. Konstanz in Pflege und Technik ist entscheidend, damit der L273 sein volles Wachstumspotenzial erreicht und langfristig gesund bleibt.
Der L273 Titanic Kaktuswels Pseudacanthicus sp. ist ein überwiegend carnivor orientierter Bodenfresser mit starkem Proteinbedarf. In seiner natürlichen Umgebung frisst er kleine Wirbellose, Krebstiere und organisches Material aus Felsspalten. Dieses Fressverhalten sollte im Aquarium gezielt nachgebildet werden. Die Basis bildet hochwertiges, sinkendes Welsfutter mit hohem tierischem Anteil. Ergänzend eignen sich Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven oder Muschelfleisch, die Wachstum und Kondition unterstützen.
Gefüttert wird vorzugsweise in den Abendstunden, wenn der Wels aktiv wird. Mehrere kleine Portionen sind sinnvoller als große Einzelgaben, um Futterreste und damit Wasserbelastung zu vermeiden. Aufgrund der Körpergröße nimmt der L273 größere Futtermengen auf, weshalb saubere Fütterung und leistungsfähige Filterung eng zusammengehören.
Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert gleichmäßiges Wachstum und Vitalität. Gleichzeitig ist eine stabile Wasserbiologie entscheidend, da proteinreiche Fütterung das System belastet. Huminstoffe können helfen, Schleimhäute zu schützen und Stress zu reduzieren. Fish Humin wird häufig ergänzend eingesetzt, um konstante Bedingungen zu unterstützen, ohne das natürliche Fressverhalten zu beeinflussen.
Der L273 Titanic Kaktuswels Pseudacanthicus sp. ist ein ruhiger, aber klar revierorientierter Großwels. Sein Territorialverhalten richtet sich hauptsächlich gegen andere bodenaktive Fische, die dieselben Höhlen oder Ruheplätze beanspruchen. Mit ausreichend Platz und Struktur bleibt dieses Verhalten kontrollierbar. Konflikte entstehen fast immer durch beengte Verhältnisse, nicht durch grundsätzliche Aggressivität.
Geeignet sind ruhige bis mittelaktive Fische, die überwiegend mittlere und obere Wasserzonen nutzen. Dadurch entsteht kaum Konkurrenz am Boden, und der Titanic Kaktuswels kann seine Rückzugsbereiche ungestört nutzen. In sehr großen, strukturierten Aquarien funktioniert auch die Vergesellschaftung mit robusten Wirbellosen wie größeren Garnelen, wie der Amanogarnele oder Schnecken, da der Wels kein gezielter Jäger ist.
Problematisch sind stark territoriale Bodenfische oder aggressive Arten, die Höhlen besetzen oder dauerhafte Unruhe erzeugen. Das führt zu Stress und beeinträchtigt Futteraufnahme und Wachstum. In einem großzügigen, klar gegliederten Aquarium bleibt der L273 ein imposanter, aber gut integrierbarer Mitbewohner.
Die Zucht des L273 Titanic Kaktuswelses Pseudacanthicus sp. ist im Aquarium theoretisch möglich, wird aber nur selten dokumentiert und gilt als fortgeschrittenes Projekt. Wie bei anderen Kaktuswelsen erfolgt die Fortpflanzung vermutlich in engen Höhlen, die vom Männchen als Brutplatz gewählt und aktiv verteidigt werden. Passgenaue, stabile Höhlen sind Voraussetzung, damit das Tier das Gelege vollständig kontrollieren kann.
Laichbereitschaft wird durch sehr sauberes, sauerstoffreiches Wasser, konstante Temperaturen und regelmäßige größere Wasserwechsel gefördert, die natürliche Regenphasen simulieren. Nach der Eiablage übernimmt das Männchen die Brutpflege. Es befächelt die Eier kontinuierlich mit Frischwasser und schützt sie vor Störungen. Während dieser Phase sollte das Aquarium möglichst ruhig bleiben, da Stress zum Verlassen des Geleges führen kann.
Nach dem Schlupf verbleiben die Jungtiere zunächst in der Höhle, bis der Dottersack aufgebraucht ist. Danach benötigen sie feines, proteinreiches Aufzuchtfutter und sehr stabile Wasserverhältnisse. Jungwelse reagieren empfindlich auf organische Belastung, weshalb eine starke biologische Filterung und häufige kleine Wasserwechsel entscheidend sind. Huminstoffe können helfen, Stress zu reduzieren und ein stabiles Milieu zu unterstützen.
| Deutscher Name: | Titanic Kaktuswels |
| Wissenschaftlicher Name: | Pseudacanthicus sp. |
| Synonyme / Handelsnamen: | L273 Kaktuswels |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Amazonas Einzugsgebiet |
| Lebenserwartung: | Etwa 10 bis 15 Jahre bei optimaler Haltung |
| Endgröße: | Rund 35 bis 45 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel bis schnell |
| Wasserparameter: | GH: 2 bis 15 / KH: 0 bis 8 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 26 bis 30 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Hoch durch Größe starke Filterung stabile Wasserpflege, Einsatz von Fish Humin zur Stabilisierung sinnvoll |
| Aquariengröße: | Ab etwa 600 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzelhaltung oder Paar bei sehr viel Platz |
| Fischgruppe: | Harnischwelse Loricariidae |
| Schwimmzone: | Boden / Scheibe |
| Sozialverhalten: | Ruhig aber territorial gegenüber Bodenfischen |
| Farben / Varianten: | Flecken oder Linienzeichnung je nach Herkunft |
| Besondere Merkmale: | Sehr kräftige Körperform hoher Platzbedarf |
| Aktivitätsphasen: | Dämmerung und nachtaktiv |
| Zucht: | Möglich aber selten dokumentiert |
| Verhalten: | Strukturgebundener Großwels mit Revieranspruch |
| Vergesellschaftung: | Mit ruhigen Arten in großen Aquarien problemlos möglich |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Große, robuste Garnelen können in sehr großen, strukturierten Aquarien funktionieren. Kleine Garnelen können nachts als Nahrung enden. Viele Verstecke sind entscheidend. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden meist ignoriert und stören das Revierverhalten nicht. Sie übernehmen Resteverwertung. | |
| mit Zwergkrebsen | Bodenkonkurrenz und Scherenkontakt führen zu Stress und Verletzungsrisiko. | |
| mit Großkrebsen | Stark territoriale Tiere, die Höhlen verteidigen und den Wels verletzen können. | |
| mit friedlichen Fischen | Ruhige Arten aus mittleren und oberen Zonen verursachen keine Bodenkonkurrenz und lassen dem Wels seine Rückzugsbereiche. | |
| mit aggressiven Arten | Dauerstress durch territoriales Verhalten beeinträchtigt Futteraufnahme und Gesundheit. | |
| mit Welsen | Mit anderen großen Bodenwelsen nur bei sehr viel Platz und mehreren Höhlen möglich. |