
Profi Tipp von Lucas Müller
“Der Wiener Smaragd zählt zu den traditionsreichsten europäischen Guppy Stämmen und wurde bereits in den 1960er Jahren in Wien etabliert. Genau das macht ihn aber auch zu einer typischen Hochzucht, und hier wird der häufigste Fehler gemacht. Bei einer Hochzucht reicht es nicht aus, einfach drauflos zu vermehren. Wenn du die Linie sauber erhalten möchtest, musst du in jeder Generation die schwächsten Tiere konsequent aussortieren, im Typ unsauber gezeichnete Männchen entfernen und nur mit den vom Standard her besten Tieren weiterzüchten. In gemischten Gruppen mit anderen Guppy Linien verschwindet der Wiener Smaragd binnen weniger Generationen, weil die typischen Stammmerkmale wie der goldene Körpergrund und der smaragdgrüne Schwanz durch dominantere Gene überlagert werden. Wer den Wiener Smaragd in seiner reinen Form pflegen möchte, setzt deshalb von Anfang an auf eine konsequente Artenhaltung mit klarer Selektion.”
| Farbe: | Goldener Körpergrundton mit smaragdgrün metallisch schimmerndem Schwanz |
| Vermehrung: | Lebendgebärend, sehr einfach |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Bedingt, etwas Erfahrung mit Hochzuchten empfehlenswert |
Der Guppy Wiener Smaragd Gold gehört zu den ehrwürdigsten Zuchtformen des klassischen Guppys Poecilia reticulata. Die Linie wurde in den 1960er Jahren in Wien etabliert und gilt seither als europäisches Aushängeschild der Guppy Zucht. Die Männchen tragen einen goldenen, fast warm leuchtenden Körpergrund, der von einer kräftigen, smaragdgrün metallisch schimmernden Schwanzflosse begleitet wird. Diese Kombination wirkt edel, klassisch und vergleichsweise zurückhaltend, ohne dabei an Ausdrucksstärke zu verlieren.
Das hier angebotene Paar stammt aus deutscher Nachzucht, was bei dieser Linie ein zentraler Qualitätsfaktor ist. Echte Wiener Smaragd Guppys werden in Europa traditionell von Liebhabern und spezialisierten Züchtern gepflegt, die die Linie über Jahrzehnte stabil halten. Eine kontrollierte DNZ stellt sicher, dass du Tiere bekommst, die im Typ sauber, gesund und an mitteleuropäische Wasserbedingungen gewöhnt sind. Massenware aus Importware kann diesen Anspruch in den meisten Fällen nicht erfüllen.
Im Aquarium ist der Wiener Smaragd Gold ein klassischer Guppy in Verhalten und Lebensweise. Er bewegt sich überwiegend in den mittleren und oberen Wasserzonen, ist tagsüber durchgehend aktiv und zeigt das typisch friedliche, gesellige Wesen, das den Guppy seit Generationen so beliebt macht. Als Paar gehalten bilden Männchen und Weibchen die Grundlage für eine eigene kleine Zuchtgruppe und damit den Einstieg in eine langfristige Pflege dieser Traditionslinie.
Wichtig ist die Einordnung des Wiener Smaragd als Hochzucht. Im Gegensatz zu robusten Wildform Guppys reagieren Hochzuchten empfindlicher auf schlechte Wasserwerte, Schwankungen und genetisch unsaubere Vermischungen. Wer diesen Punkt von Anfang an mitdenkt, wird mit einer der schönsten und traditionsreichsten Guppy Linien überhaupt belohnt.
Beim Guppy Wiener Smaragd Gold lassen sich Männchen und Weibchen sehr eindeutig auseinanderhalten, was die Pflege und die Zucht für Einsteiger besonders dankbar macht. Da dieses Angebot ein abgestimmtes Paar umfasst, bekommst du beide Geschlechter direkt im richtigen Verhältnis.
Männchen bleiben klein und schlank, tragen die volle Farb und Flossenpracht der Linie und besitzen ein Gonopodium, also eine zu einem Begattungsorgan umgebildete Afterflosse. Der goldene Körpergrund und die smaragdgrüne Schwanzflosse sind deutlich ausgeprägt und entwickeln sich mit zunehmendem Alter zur vollen Pracht.
Weibchen werden deutlich größer und kräftiger gebaut, wirken rundlich und sind farblich überwiegend schlicht in einem hellen, leicht golden überhauchten Ton gehalten. Sie besitzen eine normal gefächerte Afterflosse und zeigen bei Trächtigkeit den charakteristischen dunklen Trächtigkeitsfleck im hinteren Bauchbereich. Genau dieser Fleck wird im Verlauf der Trächtigkeit immer deutlicher und ermöglicht eine recht genaue Vorhersage des Ablaichtermins.
Für ein Paar Wiener Smaragd Gold und den zu erwartenden Nachwuchs ist ein Aquarium ab 54 Litern eine sinnvolle Untergrenze, deutlich besser sind 60 bis 80 Liter, sobald die ersten Jungtiere heranwachsen. Wichtig ist eine ruhige, gut strukturierte Umgebung mit vielen Pflanzen und Rückzugsmöglichkeiten.
Besonders bewährt haben sich feinfiedrige Pflanzen sowie eine dichte Schwimmpflanzendecke aus Hornkraut, Wasserlinsen oder Muschelblumen. Diese Strukturen bieten den Jungfischen sofort Schutz und reduzieren den Druck auf das Weibchen während und nach der Geburt. Ein bewusst dunklerer Bodengrund unterstreicht den goldenen Körperton der Männchen zusätzlich.
Bei den Wasserwerten bevorzugt der Wiener Smaragd Gold mittelhartes bis hartes Wasser mit einer Gesamthärte von etwa 10 bis 25 Grad, einem pH Wert zwischen 7,0 und 8,0 sowie Temperaturen von 22 bis 26 Grad Celsius. Bei Hochzuchten ist die Stabilität der Werte wichtiger als bei robusten Wildguppys, da empfindlichere Linien sonst schneller mit Krankheiten oder Flossenproblemen reagieren.
Wöchentliche Wasserwechsel von 25 bis 30 Prozent halten die Bedingungen stabil und reduzieren die typischen Belastungen einer Hochzucht. Eine zuverlässige biologische Filterung ohne starke Strömung sowie regelmäßige Wasserkontrollen sind die Grundlage einer langfristig gesunden Pflege.
Der Guppy Wiener Smaragd Gold ist Allesfresser und unkompliziert in der Fütterung. Als Basis dient hochwertiges Flockenfutter oder feines Granulat für Lebendgebärende Zahnkarpfen mit einem ausgewogenen Verhältnis aus tierischen und pflanzlichen Bestandteilen.
Für die volle Ausprägung der goldenen und smaragdgrünen Farben sind regelmäßige Frostfutter und Lebendfuttergaben wichtig. Besonders bewährt haben sich Artemia, Cyclops, feine Mückenlarven und gelegentlich Daphnien. Diese Komponenten liefern hochwertige Proteine und unterstützen die intensive Pigmentbildung dieser Linie.
Pflanzliche Kost rundet die Ernährung ab. Spirulinahaltiges Futter unterstützt die Verdauung und sorgt für eine ausgewogene Ernährung. Mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt sind besser als eine große Mahlzeit und halten gleichzeitig die Wasserbelastung niedrig, was bei Hochzuchten besonders wichtig ist.
Trächtige Weibchen profitieren in den Wochen vor der Geburt von einer etwas proteinreicheren Ernährung, da der Energiebedarf in dieser Phase deutlich steigt.
Der Wiener Smaragd Gold lässt sich grundsätzlich gut mit anderen friedlichen Aquarienfischen kombinieren. Wer die Linie jedoch sauber erhalten möchte, sollte unbedingt auf eine reine Artenhaltung achten, da Kreuzungen mit anderen Guppy oder Endler Linien die typischen Stammmerkmale binnen weniger Generationen verwässern.
Wenn ein Gesellschaftsaquarium gewünscht ist, sind ruhige, kleine Schwarmfische wie der Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha), der Zwergbärbling (Boraras brigittae) oder Salmler wie der Schmucksalmler (Hyphessobrycon bentosi) gute Wahlpartner. Im Bodenbereich harmonieren Panzerwelse wie der Dreibinden Panzerwels (Hoplisoma trilineatum) oder Saugwelse wie der Ohrgitterharnischwels (Otocinclus affinis) hervorragend. Auch Garnelen wie die Amanogarnele (Caridina multidentata) oder die Red Fire Garnele (Neocaridina davidi) passen gut, allerdings können sehr kleine Junggarnelen bei hungrigen Guppys gelegentlich erbeutet werden.
Strikt vermieden werden sollten flossenzupfende oder hektische Arten. Die Sumatrabarbe (Puntigrus tetrazona) beschädigt die langen Flossen der Männchen sehr schnell. Auch große oder räuberische Fische wie Schlangenkopffische der Arten Channa andrao oder Channa bleheri sind ungeeignet, da die zarten Hochzuchten ohne Zögern als Beute betrachtet werden.
Bei der eigenen Art empfiehlt sich für eine stabile Linie eine spätere Erweiterung des Paares um weitere Weibchen, da ein einzelnes Weibchen sonst dauerhaft vom Männchen bedrängt wird. Ein Verhältnis von einem Männchen auf zwei bis drei Weibchen hat sich für Wiener Smaragd Stämme bewährt.
Poecilia reticulata gehört zu den am einfachsten zu vermehrenden Aquarienfischen überhaupt. Beim Wiener Smaragd Gold geht es deshalb weniger um die Frage, ob Nachwuchs entsteht, sondern darum, wie die Linie über die Generationen sauber erhalten bleibt.
Als lebendgebärende Art bringen die Weibchen vollständig entwickelte, sofort schwimmfähige Jungfische zur Welt. Nach einer Tragzeit von etwa 25 bis 30 Tagen gebärt ein Weibchen je nach Größe und Alter zwischen 20 und 60 Jungtiere. Ältere und größere Weibchen können noch deutlich mehr Nachwuchs bekommen.
Für die Aufzucht sind dichte Pflanzenbereiche und Schwimmpflanzen wichtig, da sie den Jungfischen sofort Schutz vor Fressfeinden und sogar vor den eigenen Elterntieren bieten. Als Erstfutter eignen sich feines Staubfutter, frisch geschlüpfte Artemia und sehr fein zerriebenes Flockenfutter. Bei guter Fütterung wachsen die Jungtiere zügig heran und sind nach wenigen Wochen bereits gut entwickelt.
Der entscheidende Schritt beim Wiener Smaragd Gold ist die konsequente Selektion. Schon nach drei bis vier Monaten lässt sich erkennen, welche Männchen den Stammtyp sauber abbilden und welche optisch von der Linie abweichen. Tiere, die im Typ nicht überzeugen, sollten nicht zur Weitergeneration herangezogen werden. Nur diese Disziplin sichert den Erhalt einer so traditionsreichen Linie über die Jahre.
| Deutscher Name: | Guppy Wiener Smaragd Gold |
| Wissenschaftlicher Name: | Poecilia reticulata |
| Herkunft: | Süd und Mittelamerika, weltweit nachgezüchtet |
| Herkunftsregion: | Südamerika |
| Endgröße: | ca. 2,5 bis 3 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Schnell, mit etwa 3 bis 4 Monaten geschlechtsreif |
| Wasserparameter: | GH: 5 - 25 / KH: 3 - 20 / pH: 6,5 - 8,0 |
| Temperatur: | 22 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Gering, regelmäßige Wasserwechsel ausreichend |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paar als Einstieg, später 1 Männchen auf 2 bis 3 Weibchen |
| Fischgruppe: | Lebendgebärende Zahnkarpfen |
| Schwimmzone: | Mitte / Oben |
| Sozialverhalten: | Friedlich, aktiv, sehr gesellig |
| Farben / Varianten: | Goldener Körper mit smaragdgrüner Schwanzflosse |
| Besondere Merkmale: | Lebendgebärend, sehr farbintensive Männchen |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Sehr einfach, Jungfische werden lebend geboren |
| Verhalten: | Aktiv, balzfreudig, neugierig |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut mit friedlichen, kleinen Arten möglich |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Ausgewachsene Neocaridina werden meist toleriert. Sehr kleine Junggarnelen können gelegentlich gefressen werden, was dem natürlichen Verhalten kleiner Lebendgebärender entspricht. | |
| mit Schnecken | Werden vollständig ignoriert und eignen sich gut zur Ergänzung des Aquariums. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse können Endler stressen oder verletzen und sind ungeeignet. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse sind räuberisch und stellen eine Gefahr für Endler dar. | |
| mit friedlichen Fischen | Ruhige, kleine Arten mit ähnlichen Wasserwerten sind sehr gut geeignet. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Fische verursachen Stress und können Flossen beschädigen. | |
| mit Welsen | Friedliche Welsarten nutzen andere Aquarienzonen und stören Endler nicht. |