
Profi Tipp von Lucas Müller
“Julidochromis dickfeldi zeigt sein bestes Verhalten in einem reinen Felsbiotop mit hohem pH. Das intensive Brutpflegeverhalten des Paares ist eines der schönsten Schauspiele, das die Aquaristik zu bieten hat. Kalksteine als Einrichtung sind ein Muss.”
| Farbe: | Braun-beige-weißes Längsstreifenmuster, Flossenränder blau oder weiß gesäumt |
| Vermehrung: | Substratlaicher in Höhlen, intensive gemeinsame Brutpflege, Jungfische mit Artemia-Nauplien |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Nein, Tanganjika-Hartwasserbedingungen zwingend |
Hinweis: Bei diesem Dickfelds Schlankcichlide handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Die Dickfelds Schlankcichlide (Julidochromis dickfeldi) ist eine der beliebtesten und elegantesten Vertreter der Gattung Julidochromis aus dem Tanganjikasee, Ostafrikas geheimnisvollem Tiefensee. Benannt nach dem deutschen Aquarienimporteur Werner Dickfeld, der diese Art in die europäische Aquaristik eingeführt hat, fasziniert Julidochromis dickfeldi durch ein ausgeprägt charaktervolles Wesen, eine starke Paarbindung und ein elegantes braun-beige-weißes Zeichnungsmuster. Der Name "Schlankcichlide" verweist auf den langgestreckten, schlanken Körperbau, der an ein kleines Torpedo erinnert und die Bewegungen durch felsige Spalten und Höhlen erleichtert.
Julidochromis dickfeldi bewohnt im Tanganjikasee ausschließlich die felsige Küstenzone, wo er die Spalten, Höhlen und Überhänge der Geröllhalden als Territorium und Laichplatz nutzt. Diese Bindung an die Felsstruktur ist so stark, dass er felsfreie Zonen kaum betritt. Das Wasser des Tanganjikasees ist außergewöhnlich klar, hart, alkalisch und mineralreich, praktisch ohne organische Trübung. Diese Bedingungen müssen im Aquarium exakt nachgestellt werden, da Julidochromis dickfeldi empfindlich auf schlechte Wasserqualität und vor allem auf einen zu niedrigen pH-Wert reagiert.
GarnelenTv bietet Julidochromis dickfeldi als seltene Rarität in kontrollierten Nachzuchten an, die an hartes Wasser und Trockenfutter gewöhnt sind. Wer sich zum ersten Mal an Tanganjika-Cichliden heranwagt, findet in der Dickfelds Schlankcichlide einen relativ robusten Einstieg, sofern die Hartwasserbedingungen verlässlich eingehalten werden können. Die Paarbildung und das intensive Brutpflegeverhalten machen diese Art zu einem der faszinierendsten Schauobjekte im Biotopaquarium.
Die Geschlechterunterscheidung bei Julidochromis dickfeldi ist schwieriger als bei vielen anderen Cichliden, da Männchen und Weibchen äußerlich sehr ähnlich sind. Ein häufig genanntes Merkmal ist, dass Weibchen tendenziell etwas größer und kompakter werden als die schlanker bleibenden Männchen, aber dieser Unterschied ist bei einzelnen Tieren kaum zuverlässig nutzbar. Das verlässlichste Merkmal ist die Form der Genitalpapille: Bei Männchen ist sie kleiner und spitz, bei Weibchen breiter und stumpf.
Außerhalb der Laichzeit ist die Geschlechtsbestimmung auch für erfahrene Halter oft unsicher. Die sicherste Methode ist das gemeinsame Aufziehen einer kleinen Gruppe von vier bis sechs Jungtieren, aus der sich später ein oder mehrere harmonische Paare bilden. In einer gut eingerichteten Anlage mit ausreichend Versteckmöglichkeiten finden Julidochromis-Tiere fast immer ihre Partner selbst. Die Paarbildung ist erkennbar an gemeinsamen Revierbegehungen und gegenseitiger Flossenpflege.
Für ein Paar Julidochromis dickfeldi ist ein Aquarium ab 80 Litern ausreichend, für die Haltung einer Gruppe oder die Vergesellschaftung mit anderen Tanganjika-Cichliden empfehlen sich 120 bis 200 Liter. Das wichtigste Einrichtungselement ist eine aufgetürmte Felsenlandschaft aus Kalksteinen oder ähnlichen alkalischen Steinen, die ein ausgedehntes System aus Spalten, Höhlen und Überhängen schafft. Diese Felsenstruktur ist für Julidochromis nicht Dekoration, sondern Lebensvoraussetzung.
Der Bodengrund sollte aus hellem Kalksteinkies oder speziellem Tanganjika-Substrat bestehen, der den hellen, sandigen Untergrund des Sees nachahmt. Pflanzen werden im Tanganjika-Biotopbecken nicht verwendet. Eine gute Strömung und optimale Sauerstoffversorgung sind wichtiger als bei anderen Cichliden, da der Tanganjikasee außergewöhnlich sauerstoffreich ist. Ein externer Hochleistungsfilter mit leichter Strömung schafft die nötigen Bedingungen.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 24 und 27 Grad Celsius. Der pH-Wert muss konstant zwischen 8,0 und 9,0 gehalten werden, was durch die Verwendung von Kalksteinsubstrat, Muschelkalk oder speziellen Tanganjika-Salzen unterstützt wird. Die Gesamthärte (GH) sollte zwischen 10 und 20 °dGH betragen. Regelmäßige Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent wöchentlich mit entsprechend aufgehärtetem Wasser sind notwendig. Fish Humin kann auch in Tanganjika-Becken sinnvoll eingesetzt werden, da seine natürlichen Wirkstoffe die Schleimhautabwehr der Cichliden stärken und das biologische Gleichgewicht im gut durchlüfteten Hartwasserbecken stabilisieren.
Julidochromis dickfeldi ist ein Allesfresser mit Vorliebe für kleine Wirbellose, Insektenlarven und Aufwuchsalgen. Im Aquarium nimmt er hochwertiges Flockenfutter und kleines Granulat gut an. Frostfutter wie Artemia, Cyclops, kleine Daphnien und Mini-Tubifex werden gerne gefressen und fördern die Farbentwicklung sowie die Kondition der Tiere. Das Futter sollte nicht zu groß sein, da der Mund von Julidochromis dickfeldi relativ klein ist.
Fütterungen zwei- bis dreimal täglich in kleinen Mengen entsprechen dem natürlichen Fressverhalten. Reste am Boden müssen aus hygienischen Gründen entfernt werden, da organische Belastung im Hartwasserbecken besonders schnell zu pH-Absenkungen führt. Lebendfutter wie Artemia oder Wasserflöhe aus sicherer Quelle werden als Leckerbissen mit großer Begeisterung angenommen und können die Fortpflanzungsbereitschaft fördern.
Julidochromis dickfeldi ist ein territorial lebender Felsenbewohner, der sein Revier gegenüber anderen Julidochromis-Arten und ähnlichen Felsenbewohnern vehement verteidigt. In einem ausreichend großen Aquarium mit vielen Revierstrukturen können jedoch mehrere Paare koexistieren, sofern jedes Paar seinen eigenen Felsenbereich hat. Die Chituta Heringscichlide ist ein idealer Mitbewohner, da sie den freien Wasserbereich bewohnt und nicht um Felsenterritorien konkurriert.
Auch Gelbe Maulbrüter aus dem Malawisee können unter bestimmten Umständen mit Tanganjika-Cichliden vergesellschaftet werden, da beide Gruppen ähnliche Hartwasserwerte bevorzugen. Dies ist jedoch kein echtes Biotop-Aquarium mehr und sollte mit Bedacht gemacht werden. Kleine Garnelen oder Schnecken passen nicht ins Tanganjika-Biotop und könnten gefressen werden. Panzerwelse südamerikanischer Herkunft sind mit den hohen pH-Werten und der Härte auf Dauer nicht kompatibel.
Die Zucht von Julidochromis dickfeldi ist in einem gut eingerichteten Biotopbecken ausgesprochen dankbar und gelingt bei optimalen Wasserwerten nahezu von selbst. Ein harmonisches Pärchen beansprucht eine geeignete Höhle oder einen Spalt im Felsengebäude als Laichplatz und verteidigt dieses Territorium sehr aktiv gegen alle anderen Beckenbewohner. Die Laichbereitschaft erkennt man an der intensivierten gemeinsamen Revierbegehung und dem gegenseitigen Zittern als Balzgeste.
Das Weibchen legt einige Dutzend bis über 100 Eier an der Höhlendecke oder den Wänden ab, die sofort vom Männchen befruchtet werden. Beide Elternteile bewachen das Gelege und fächeln frisches Wasser zu. Nach zwei bis drei Tagen schlüpfen die Larven, die weitere vier bis fünf Tage vom Dottersack zehren. Danach schwimmen die Jungfische frei und können sofort mit feinsten Artemia-Nauplien versorgt werden. Das Pärchen betreibt intensive Brutpflege und beschützt die Jungfische mehrere Wochen lang aktiv.
| Deutscher Name: | Dickfelds Schlankcichlide |
| Wissenschaftlicher Name: | Julidochromis dickfeldi |
| Synonyme / Handelsnamen: | Dickfeld's Julie, Julidochromis dickfeldi, Dickfelds Julie |
| Herkunft: | Afrika |
| Herkunftsregion: | Tanganjikasee, westliche Küstenzone |
| Lebenserwartung: | 5 bis 8 Jahre |
| Endgröße: | 8 bis 10 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 10 bis 20 / KH: 8 bis 15 / pH: 8,0 bis 9,0 |
| Temperatur: | 24 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Hartwasserpflege, wöchentliche Wasserwechsel, stabile pH-Werte um 8,5 |
| Aquariengröße: | Ab 80 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paar oder kleiner Harem in ausreichend großem Becken mit vielen Höhlen |
| Futter: | Flockenfutter, kleines Granulat, Frostfutter (Artemia, Cyclops, Mini-Tubifex) |
| Fischgruppe: | Tanganjika-Cichliden (Cichlidae) |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Stark territorial, feste Paarbindung, intensiv brutpflegend |
| Farben / Varianten: | Wildform, regionale Farbvarianten aus verschiedenen Ufergebieten |
| Besondere Merkmale: | Starke Paarbindung, intensive Brutpflege beider Eltern, streng territorial am Fels |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Substratlaicher in Höhlen, gemeinsame Brutpflege, Jungfische nach 4 bis 5 Tagen Dottersackphase frei schwimmend |
| Verhalten: | Territorial, Paarbindend, aktiv im Fels, neugierig und mutig |
| Vergesellschaftung: | Mit anderen friedlichen Tanganjika-Freiwassercichliden kombinierbar, Felsenterritorium wird verteidigt |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen passen nicht ins Tanganjika-Biotop. | |
| mit Schnecken | Schnecken passen nicht ins Tanganjika-Biotop. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse passen nicht ins Tanganjika-Biotop. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse passen nicht ins Tanganjika-Biotop. | |
| mit friedlichen Fischen | Nur Tanganjika-Freiwassercichliden, die nicht um Felsenbereiche konkurrieren. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten werden bekämpft und führen zu dauerhaftem Stress. | |
| mit Welsen | Nur Tanganjika-eigene Synodontis-Arten als Bodenbewohner passen ins Biotop. |