
Profi Tipp von Lucas Müller
“Paracyprichromis nigripinnis ist einer meiner Favoriten unter den Tanganjika-Cichliden. Die Neonblau-Akzente der Männchen im Schwarm sind unter guter Beleuchtung ein absoluter Hingucker. Wichtig: Tanganjika-Wasserchemie ist nicht verhandelbar.”
| Farbe: | Silbrig-grau mit elektrischem Neoblau an Lippen und Flossenrändern (Männchen) |
| Vermehrung: | Ovophiler Maulbrüter, Weibchen trägt Eier 3 bis 4 Wochen, Jungfische nach dem Ausspucken selbstständig |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Nein, Tanganjika-Wasserwerte und Gruppengrößen zwingend |
Hinweis:Bei diesem Chituta Heringscichlide handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Die Chituta Heringscichlide (Paracyprichromis nigripinnis "Chituta") ist eine der faszinierenden und speziellen Cichliden aus dem Tanganjikasee, Afrikas tiefstem Süßwassersee. Der Zusatz "Chituta" bezeichnet den genauen Fundort dieser Lokalform am südlichen Ende des Tanganjikasees in Sambia. Diese Herkunftsbezeichnung ist bei Tanganjikacichliden verbreitet, da Populationen verschiedener Orte unterschiedliche Farbnuancen aufweisen können. Paracyprichromis nigripinnis ist ein eleganter, schlanker Freiwassercichlide, der in der Natur in großen Schwärmen die offenen Wasserbereiche des Sees bewohnt. Die Männchen dieser Art tragen ein elektrisierendes Neoblau auf den Lippen und Flossenrändern, das im Schwarmbild spectakulär wirkt.
Im Tanganjikasee bewohnt Paracyprichromis nigripinnis die felsige, steil abfallende Küstenzone und die angrenzenden offenen Wasserbereiche. Dieser See zeichnet sich durch außergewöhnlich klares, hartes, alkalisches Wasser mit sehr stabilen Parametern aus. Das Wasser ist praktisch frei von organischen Trübungen und reich an Mineralien. Diese speziellen Bedingungen müssen im Aquarium nachempfunden werden, da Paracyprichromis nigripinnis besonders empfindlich auf schlechte Wasserqualität und falsche pH-Werte reagiert. Die Haltung dieser Art ist daher eine echte Herausforderung, die mit einem atemberaubenden Farberlebnis belohnt wird.
GarnelenTv bietet den Chituta Heringscichliden als seltene Rarität an, die im regulären Aquarienhandel kaum zu finden ist. Diese Tiere stammen aus kontrollierten Zuchtbetrieben und sind an Hartwasserbedingungen und Trockenfutter gewöhnt. Bevor du diese Rarität kaufst, stelle sicher, dass du ein ausreichend großes Aquarium mit Tanganjika-typischen Wasserwerten bereit hast. Diese Art ist nichts für herkömmliche Weichwater-Aquarien.
Die Geschlechterunterscheidung bei Paracyprichromis nigripinnis ist bei ausgewachsenen Tieren sehr gut möglich. Männchen sind das eigentliche Schaustück dieser Art und tragen ein intensives Neoblau an den Lippen, den unteren Flossensäumen und den Körperstirnpartien. Dieser elektrisierende Blauton leuchtet besonders gut in einem Aquarium mit heller Rückwand und ausreichend Beleuchtung. Männchen sind außerdem etwas größer und schlanker als Weibchen und zeigen charakteristische schwarze Flossenzeichnungen.
Weibchen sind weniger auffällig gefärbt und zeigen eine silbrig-graubraune Grundfärbung ohne die leuchtend blauen Akzente der Männchen. Ihr Körperbau ist etwas kompakter. Der Unterschied ist für geübte Augen gut erkennbar, bei jungen Tieren unter sechs Zentimetern jedoch noch nicht sicher. Paracyprichromis nigripinnis ist ein Maulbrüter, was bedeutet, dass Weibchen zur Laichzeit eine deutlich aufgequollene Wangenpartie zeigen, in der die Eier oder Larven getragen werden.
Für eine Gruppe von zehn bis fünfzehn Paracyprichromis nigripinnis ist ein Aquarium ab 200 Litern notwendig, das mehr Länge als Höhe aufweist. Diese Freiwassercichliden benötigen viel offenen Schwimmraum in der mittleren Wasserschicht. Gleichzeitig sollte die Einrichtung aus aufgetürmten Felsen bestehen, die an der Rückwand und den Seiten Felsspalten und Höhlen schaffen, wie sie im Tanganjikasee vorkommen. Diese Felsenstruktur ist sowohl für das Wohlbefinden als auch für die Fortpflanzung wichtig.
Der Bodengrund kann aus hellem Kalkstein-Kies oder speziellem Tanganjika-Substrat bestehen, der den hellen Untergrund des Tanganjikasees nachahmt und gleichzeitig den alkalischen pH stabilisiert. Auf Pflanzen sollte verzichtet werden, da diese nicht zum Biotop des Tanganjikasees passen und bei den hohen pH-Werten ohnehin schlecht gedeihen würden. Eine gute Sauerstoffversorgung durch einen leistungsstarken Filter und eventuell zusätzliche Durchlüftung ist für die klaren, sauerstoffreichen Tanganjika-Bedingungen unerlässlich.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 Grad Celsius liegen. Der pH-Wert ist der kritischste Parameter und muss zwischen 8,0 und 9,0 gehalten werden. Die Gesamthärte (GH) sollte zwischen 10 und 20 °dGH betragen. Regelmäßige Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent wöchentlich mit aufgehärtetem Wasser sind notwendig. Fish Humin kann auch im Tanganjika-Becken gute Dienste leisten: Die natürlichen Gerbsäuren und Huminstoffe unterstützen die Schleimhautabwehr der empfindlichen Cichliden und helfen dabei, Infektionen in einem stark beanspruchten Becken zu reduzieren.
Paracyprichromis nigripinnis ist ein Planktonfresser, der in der Natur winzige Krebstiere und Insektenlarven im freien Wasser fängt. Im Aquarium nimmt er hochwertiges Flockenfutter und kleines Mikrogranulat sehr gut an. Frostfutter wie Artemia, Cyclops und winzige Daphnien sind ideale Ergänzungen, die dem natürlichen Nahrungsspektrum am nächsten kommen. Diese kleinen, energiereichen Futterportionen werden mehrfach täglich in kleinen Mengen bevorzugt, da die Art einen hohen Stoffwechsel hat.
Größere Futterstücke werden von Paracyprichromis nigripinnis nicht aufgenommen oder ignoriert. Das Futter sollte im freien Wasser verfügbar sein und langsam absinken, da diese Art kaum vom Boden frisst. Dreimal täglich kleine Futterportionen sind ideal. Frostfutter sollte mindestens zweimal pro Woche gegeben werden, da es die Farbentwicklung der Männchen deutlich fördert und die allgemeine Vitalität verbessert.
Paracyprichromis nigripinnis ist als Freiwassercichlide relativ friedlich und toleriert Artgenossen in ausreichend großen Gruppen gut. Am schönsten wirkt er im Schwarm von zehn bis fünfzehn Tieren, bei denen die leuchtend blauen Männchen gegeneinander imponieren. Ideal kombinierbar ist er mit anderen ruhigen Tanganjika-Cichliden, die denselben Biotop bewohnen. Die Dickfelds Schlankcichlide und Gelbe Maulbrüter passen gut ins Gesamtbild eines Tanganjika-Biotopbeckens.
Aggressive oder deutlich größere Cichliden sind ungeeignet, da sie den Heringscichliden in den Schatten stellen und stressen. Panzerwelse südamerikanischer Herkunft passen nicht ins Tanganjika-Biotop und bevorzugen andere Wasserwerte. Garnelen und Schnecken werden in einem Tanganjika-Becken in der Regel nicht eingesetzt, da sie nicht zum Biotop passen und möglicherweise gefressen werden. Ein reines Tanganjika-Biotopbecken ist die artgerechteste und ästhetisch befriedigendste Haltungsform.
Die Zucht von Paracyprichromis nigripinnis ist möglich, erfordert aber optimale Wasserbedingungen und eine gut konditionierte Gruppe. Die Art ist ein Ovophiler Maulbrüter, bei dem das Weibchen die befruchteten Eier im Maul trägt. Die Balz findet im freien Wasser statt: Männchen imponieren mit gespreizten Flossen und leuchtendem Blau gegenüber den Weibchen. Ein konditioniertes Männchen ist erkennbar an der besonders intensiven Blaufärbung und dem aktiven Imponierverhalten.
Nach der Befruchtung nimmt das Weibchen die Eier ins Maul und trägt sie dort drei bis vier Wochen, bis die Larven vollständig entwickelt sind. Das Weibchen frisst während dieser Zeit kaum und sollte in einem separaten, ruhigen Bereich des Aquariums mit minimaler Störung belassen werden. Die Jungfische sind beim Ausspucken bereits gut entwickelt und können sofort feinste Artemia-Nauplien aufnehmen. In der Gemeinschaft werden sie zunächst von der Mutter beschützt, bis sie vollständig selbstständig sind.
| Deutscher Name: | Chituta Heringscichlide |
| Wissenschaftlicher Name: | Paracyprichromis nigripinnis |
| Synonyme / Handelsnamen: | Chituta Heringscichlide, Paracyprichromis nigripinnis Chituta, Neon Hering |
| Herkunft: | Afrika |
| Herkunftsregion: | Tanganjikasee, Lokalform Chituta (Sambia) |
| Lebenserwartung: | 5 bis 8 Jahre |
| Endgröße: | 8 bis 10 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 10 bis 20 / KH: 8 bis 15 / pH: 8,0 bis 9,0 |
| Temperatur: | 24 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Spezifische Tanganjika-Wasserwerte, wöchentliche Wasserwechsel, strenge Wasserqualität |
| Aquariengröße: | Ab 200 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Gruppe von 10 bis 15 Tieren, mehrere Männchen erwünscht |
| Futter: | Flockenfutter, Mikrogranulat, Frostfutter klein (Artemia, Cyclops, Daphnien) |
| Fischgruppe: | Tanganjika-Cichliden (Cichlidae) |
| Schwimmzone: | Mitte |
| Sozialverhalten: | Friedlich im Schwarm, in Gruppe von 10 bis 15 Tieren am schönsten |
| Farben / Varianten: | Chituta-Lokalform, Männchen leuchtend blau akzentuiert, Weibchen silbrig-grau |
| Besondere Merkmale: | Elektrisierendes Neoblau an Lippen und Flossen bei Männchen, Maulbrüter, Tanganjika-endemisch |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Ovophiler Maulbrüter, Weibchen trägt Eier 3 bis 4 Wochen, Jungfische nehmen sofort Artemia-Nauplien |
| Verhalten: | Friedlich, Schwarmbildend, Freiwasserbewohner, Männchen imponieren mit Blaufärbung |
| Vergesellschaftung: | Mit anderen friedlichen Tanganjika-Cichliden gleicher Wasserwerte kombinierbar |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen passen nicht ins Tanganjika-Biotop und werden gefressen. | |
| mit Schnecken | Schnecken passen nicht ins Tanganjika-Biotop. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse passen nicht ins Tanganjika-Biotop. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse passen nicht ins Tanganjika-Biotop. | |
| mit friedlichen Fischen | Nur friedliche Tanganjika-Cichliden mit identischen Wasserwerten. Andere Arten passen nicht ins Biotop. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Cichliden stressen die relativ friedlichen Heringscichliden stark und dauerhaft. | |
| mit Welsen | Nur Tanganjika-eigene Synodontis-Welse als Bodenbewohner passen ins Biotop. |