
Profi Tipp von Lucas Müller
“Viele Aquarianer wundern sich, warum Amanogarnelen manchmal nicht gleich an Fadenalgen gehen. Mein Tipp: Füttere sie am Abend einen ganzen Tag lang nicht und gib dann gezielt einen kleinen Algenbüschel ins Aquarium. Die Tiere stürzen sich sofort darauf und lernen dadurch, Algen als Hauptnahrung wahrzunehmen. In meinen Aquarien habe ich so erlebt, dass Amanogarnelen selbst hartnäckige Algenbeläge zuverlässig entfernen.”
| Farbe: | Transparent bis grau mit typischen Punkten entlang des Körpers |
| Vermehrung: | nur im Brackwasser möglich - keine Vermehrung im Süßwasser |
| Herkunft: | eigene Nachzuchten - Deutschland |
| Wasserwerte: | weich bis hart |
| Für Anfänger: | ja für Anfänger geeignet |
Die Amanogarnele Caridina multidentata in der Größe "M", auch als Japan-Garnele bekannt, zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Garnelenarten in der Aquaristik. Weltweite Berühmtheit erlangte sie durch den japanischen Aquascapinger Takashi Amano, der sie in seinen legendären Pflanzenaquarien als unermüdlichen Helfer gegen Algen einsetzte. Mit ihrer transparenten bis grau gefärbten Erscheinung, die von feinen Punkten entlang des Körpers gezeichnet ist, wirkt sie auf den ersten Blick unscheinbar, doch ihre nützlichen Eigenschaften machen sie zu einem wahren Star unter den Wirbellosen.
Besonders geschätzt wird die Amanogarnele wegen ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit, selbst hartnäckige Fadenalgen und andere Beläge zuverlässig zu fressen. Während viele Zwerggarnelen Algen eher sporadisch abweiden, gilt diese Garnelenart als echter Profi, wenn es um die Bekämpfung von Aufwuchs geht. In bepflanzten Aquarien leistet sie daher unschätzbare Dienste, da sie Blätter, Wurzeln und Steine gründlich von Algen befreit, ohne die Pflanzen dabei zu schädigen.
Die Amanogarnele erreicht mit bis zu 6 cm eine beachtliche Größe und wird damit deutlich größer als die meisten Zwerggarnelenarten. Ihr friedliches Wesen, die ständige Aktivität bei der Nahrungssuche und die interessante Gruppenbewegung machen sie zu einem spannenden Beobachtungstier, das sowohl Anfänger als auch erfahrene Aquarianer begeistert.
Für ihre Haltung sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten: Amanogarnelen sollten nur in gut eingefahrenen Aquarien eingesetzt werden, da sie auf stabile Wasserwerte angewiesen sind und auf plötzliche Veränderungen empfindlich reagieren. Zudem benötigen sie viel Sauerstoff und eine abwechslungsreiche Ernährung, damit sie dauerhaft vital und gesund bleiben. Wer diese Bedürfnisse berücksichtigt, hat an der Amanogarnele viele Jahre Freude und profitiert gleichzeitig von einem natürlichen Algenvernichter, der seinesgleichen sucht.
Die Amanogarnele gilt zwar als robust, benötigt für eine erfolgreiche Haltung aber ein stabiles und gut eingefahrenes Aquarium. Ein Aquarium ab 54 Litern mit dichter Bepflanzung, zahlreichen Versteckmöglichkeiten und einer guten Struktur aus Steinen, Wurzeln und Pflanzen bietet die besten Voraussetzungen. Besonders wichtig ist ein sauerstoffreiches Wasser mit leichter Strömung, da diese Art aus klaren, fließenden Gewässern stammt und eine gute Wasserzirkulation benötigt.
Die Wasserwerte sollten im leicht sauren bis neutralen Bereich liegen. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5, eine Gesamthärte von 4 bis 15 °dGH und eine Karbonathärte von 2 bis 8 °dKH. Temperaturen zwischen 20 und 27 °C entsprechen den natürlichen Bedürfnissen dieser Garnelen. Da Amanogarnelen auf Schwankungen empfindlich reagieren, sollten die Werte stabil gehalten werden. Regelmäßige Wasserwechsel von etwa 20–30 % pro Woche sind Pflicht, um dauerhaft gesunde Bedingungen zu schaffen.
Eine Besonderheit ist der hohe Sauerstoffbedarf. Ein leistungsstarker Filter, ergänzt durch eine sanfte Oberflächenbewegung oder einen Luftheber, trägt erheblich zum Wohlbefinden der Tiere bei. Auch Laub wie Seemandelbaumblätter oder Erlenzapfen im Aquarium unterstützen durch Huminstoffe die Gesundheit der Garnelen und fördern gleichzeitig die Bildung von Biofilm, der als natürliche Futterquelle dient.
Da Amanogarnelen gern in Gruppen leben, sollten mindestens 6–10 Tiere gemeinsam gehalten werden. In der Gruppe fühlen sie sich sicherer, zeigen ihr aktives Sozialverhalten und gehen effektiver an die Algenbekämpfung. Wer diese Bedingungen berücksichtigt, schafft die Grundlage für langlebige und gesunde Tiere, die über Jahre hinweg Freude bereiten. Wichtig sie können nur in ausreichender Zahl effektiv Algen wegfressen.
Die Amanogarnele ist ein Allesfresser mit einer klaren Vorliebe für pflanzliche Kost und Algenaufwuchs. Ihr Ruf als einer der besten Algenfresser in der Aquaristik kommt nicht von ungefähr, denn sie stürzt sich mit Begeisterung auf Fadenalgen, Kieselalgen und feine Beläge, die sich auf Pflanzen, Wurzeln und Steinen bilden. Anders als viele Zwerggarnelenarten, die Aufwuchs nur nebenbei abweiden, arbeitet die Amanogarnele gezielt und ausdauernd an der Algenbekämpfung und trägt so entscheidend zum ökologischen Gleichgewicht im Aquarium bei.
Da die natürliche Algenbildung im Aquarium häufig nicht ausreicht, um den Bedarf dieser aktiven Tiere zu decken, sollte regelmäßig zugefüttert werden. Besonders gut geeignet sind pflanzliche Futtersorten wie Spirulina Chips, Algenblätter oder spezielles Garnelenfutter auf pflanzlicher Basis.
Neben pflanzlicher Nahrung nehmen Amanogarnelen auch tierische Bestandteile in kleinen Mengen auf, etwa Artemia-Nauplien oder feines Frostfutter. Diese tierische Ergänzung unterstützt die Eiweißversorgung, sollte aber sparsam eingesetzt werden, da zu viel Eiweiß die Tiere belasten kann.
Wichtig ist eine abwechslungsreiche Ernährung: Wer seine Amanogarnelen regelmäßig mit einer Kombination aus Algen, Gemüse und hochwertigem Garnelenfutter versorgt, erhält vitale, farbkräftige Tiere, die lange aktiv bleiben und zuverlässig bei der Algenbekämpfung helfen.
Die Amanogarnele ist eine ausgesprochen friedliche Art, die sich hervorragend für die Vergesellschaftung eignet. Aufgrund ihres ruhigen Wesens lässt sie sich problemlos mit den meisten Zierfischen, Garnelenarten und Schnecken vergesellschaften. Besonders in bepflanzten Gesellschaftsaquarien erfüllt sie eine wertvolle Aufgabe, da sie durch ihre Algenbekämpfung aktiv zum Gleichgewicht im Aquarium beiträgt.
Mit kleinen, friedlichen Schwarmfischen wie Bärblingen, Salmlern oder Rasboras harmonieren Amanogarnelen sehr gut, da diese Arten den Garnelen keinen nachstellen. Auch mit Panzerwelsen, Otocinclus oder anderen friedlichen Bodenbewohnern lassen sie sich problemlos halten, da sich ihre Lebensweisen gut ergänzen. Schnecken wie Posthorn- oder Geweihschnecken sind ideale Mitbewohner, da beide Tiergruppen ähnliche Ansprüche haben und keinerlei Konkurrenz entsteht.
Bei der Haltung mit anderen Garnelenarten gibt es kaum Einschränkungen, da Amanogarnelen nicht zu Kreuzungen neigen. Sie können daher mit Neocaridina- oder anderen Caridina-Arten zusammen gepflegt werden. Wichtig ist jedoch, dass ausreichend Futterquellen vorhanden sind, da Amanogarnelen durch ihre Größe und Aktivität sehr futterkonkurrenzstark sein können.
Vorsicht ist bei der Vergesellschaftung mit größeren, räuberischen oder sehr aktiven Fischen wie Skalaren oder Buntbarschen geboten. Diese sehen die Garnelen schnell als Beute an, was zu Stress und Verlusten führen kann. Auch mit Krebsen und großen Krabben ist die gemeinsame Haltung nicht empfehlenswert, da Garnelen hier meist unterlegen sind.
Wer ein ausgewogenes Gesellschaftsaquarium mit friedlichen Arten einrichtet und für ausreichend Rückzugsmöglichkeiten sorgt, wird mit Amanogarnelen eine wertvolle Ergänzung gewinnen, die durch ihr Sozialverhalten und ihre nützliche Wirkung begeistert.
Die Zucht der Amanogarnele gehört zu den anspruchsvollsten Projekten in der Garnelenhaltung. Anders als bei Neocaridina- oder anderen Caridina-Arten entwickeln sich die Jungtiere nicht vollständig im Süßwasser. Zwar tragen die Weibchen ihre Eier – oft bis zu mehrere Hundert Stück – etwa 4 bis 5 Wochen lang unter dem Hinterleib, doch nach dem Schlupf schlüpfen winzige Larven, die nicht wie fertige Garnelen aussehen, sondern sich frei im Wasser treiben lassen.
Das Besondere: Diese Larven benötigen Brackwasser mit einem Salzgehalt von 15–30 g/Liter, um sich weiterzuentwickeln. Im Süßwasser sterben sie innerhalb von 5 Tagen. In Brackwasser durchlaufen die Larven mehrere Entwicklungsstadien und verwandeln sich nach etwa 4–6 Wochen in kleine, voll entwickelte Garnelen. Erst dann können sie langsam wieder an Süßwasser angepasst werden.
Genau dieser Wechsel von Süß- zu Brack- und zurück zu Süßwasser macht die Nachzucht im Aquarium so schwierig. Er erfordert nicht nur Erfahrung, sondern auch ein genaues Timing beim Umsetzen der frisch geschlüpften Larven. Meinen Zuchtbericht findest du hier.
Dennoch ist es faszinierend, das komplexe Fortpflanzungsverhalten dieser Art zu beobachten. Die Weibchen mit ihrem prall gefüllten Eifleck am Hinterleib sind im Aquarium leicht zu erkennen und zeigen eindrucksvoll, dass die Amanogarnele zu den spannendsten Wirbellosen überhaupt gehört.
Die Amanogarnele ist weit mehr als nur ein Algenfresser sie ist ein echter Klassiker der Aquaristik und gilt nicht ohne Grund als unverzichtbarer Helfer in bepflanzten Aquarien. Mit ihrem friedlichen Wesen, ihrer Ausdauer beim Algenverzehr und ihrer faszinierenden Gruppendynamik bereichert sie jedes Gesellschaftsaquarium. Auch wenn die Eingewöhnung etwas Fingerspitzengefühl verlangt und die Zucht eine große Herausforderung darstellt, überzeugt sie durch Robustheit und Langlebigkeit, sobald sie stabile Bedingungen vorfindet.
Wer ein harmonisches, gut eingefahrenes Aquarium pflegt, findet in der Amanogarnele einen zuverlässigen Partner für saubere Pflanzen, klare Strukturen und ein natürliches Gleichgewicht. Ihre elegante Erscheinung und ihre nützliche Wirkung machen sie sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Aquarianer zu einer der wertvollsten Garnelenarten überhaupt.
| Deutscher Name: | Amanogarnele, Yamato Garnele, Yamatonuma Garnele, Amano Garnele |
| Wissenschaftlicher Name: | caridina multitendata |
| Synonyme / Handelsnamen: | Yamato Shrimp, Amano Shrimp |
| Herkunft: | Japan |
| Herkunftsregion: | Ostasien |
| Lebenserwartung: | Nicht bekannt, auf jeden Fall sehr alt! |
| Endgröße: | Bis 6 cm cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Relativ langsam, brauchen mehrere Monate bis zur Endgröße |
| Wasserparameter: | GH: 4 – 15 / KH: 2 – 8 / pH: 6,0 – 7,5 |
| Temperatur: | 20 – 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Wöchentlicher Wasserwechsel, stabile Wasserwerte wichtig |
| Aquariengröße: | Ab 60 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Mindestens 6 – 10 Tiere, besser ab 20 Tieren |
| Futter: | Allesfresser, Shrimp Dinner2, Mineralfeeds, Laub |
| Fischgruppe: | Zwerggarnele |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Gruppentier, sehr friedlich |
| Farben / Varianten: | Transparent-grau mit Punkten, teilweise leicht bräunlich |
| Besondere Merkmale: | Unübertroffener Algenfresser, besonders gegen Fadenalgen |
| Aktivitätsphasen: | Überwiegend tagaktiv |
| Zucht: | Anspruchsvoll: Larven benötigen Brackwasser |
| Verhalten: | friedlich |
| Vergesellschaftung: | gut mit Fischen, Krebsen, Krabben, Schnecken, Muscheln und anderen Zwerggarnelen |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Amanogarnelen sind friedlich und neigen nicht zu Kreuzungen mit Neocaridina oder anderen Caridina-Arten. Sie können gut gemeinsam gepflegt werden, sollten aber ausreichend Futter bekommen, da Amanos sehr futterstark sind. | |
| mit Schnecken | Schnecken wie Posthorn-, Turmdeckel- oder Geweihschnecken sind ideale Partner. Sie konkurrieren nicht um Nahrung, reinigen ebenfalls Aufwuchsflächen und ergänzen die Arbeit der Garnelen perfekt. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergflusskrebse wie Cambarellus können funktionieren, wenn viele Verstecke vorhanden sind. Es besteht jedoch immer ein gewisses Risiko, dass Krebse Garnelen verletzen oder fressen. | |
| mit Großkrebsen | Arten wie Procambarus oder Cherax sind räuberisch und sehen Garnelen als Beute. Eine gemeinsame Haltung ist nicht möglich. | |
| mit friedlichen Fischen | Kleine, ruhige Schwarmfische (z. B. Bärblinge, Salmler, Guppys) passen hervorragend. Amanogarnelen sind groß genug, um nicht gefressen zu werden, und tragen aktiv zur Aquarienpflege bei. | |
| mit aggressiven Arten | Raubfische, Barsche oder sehr aktive Arten wie Skalare und größere Buntbarsche stellen Garnelen nach und fressen sie. Diese Kombination führt unweigerlich zu Verlusten. | |
| mit Welsen | Kein Problem und funktioniert wunderbar. | |
| mit Kampffischen | Funktioniert bedingt, muss getestet werden. Die meisten Kampffische lassen sich gut mit Amanogarnelen vergesellschaften. |