
Profi Tipp von Lucas Müller
“Plane das Aquarium immer für die Endgröße von Polypterus senegalus. Jungtiere wirken klein und ruhig, wachsen jedoch schnell und benötigen später viel Grundfläche. Eine absolut ausbruchsichere Abdeckung ist Pflicht, da Flösselhechte selbst kleinste Öffnungen nutzen können.”
| Farbe: | Graubraun bis oliv mit heller Bauchseite |
| Vermehrung: | Möglich, aber im Aquarium selten |
| Für Anfänger: | Bedingt geeignet, benötigt großes Aquarium |
Der Senegal Flösselhecht Polypterus senegalus gehört zu den ältesten heute lebenden Fischgruppen und wirkt mit seinem langgestreckten Körperbau wie ein Relikt aus der Urzeit. Die Art stammt aus West und Zentralafrika und kommt dort in Flüssen, Sümpfen und Überschwemmungsgebieten vor, unter anderem im Senegal, Niger und Nil Einzugsgebiet.
Typisch für Polypterus senegalus ist der lange, zylindrische Körper und die Reihe einzelner Rückenflossenstrahlen, die wie kleine Segel auf dem Rücken stehen. Diese besondere Anatomie unterscheidet Flösselhechte deutlich von modernen Knochenfischen.
Im Aquarium erreicht der Senegal Flösselhecht eine Länge von etwa 30 bis 40 cm. Trotz seiner Größe wirkt er meist ruhig und bewegt sich langsam über den Bodengrund. Besonders aktiv wird die Art in der Dämmerung oder nachts, wenn sie auf Nahrungssuche geht.
Eine Besonderheit dieser Art ist ihre Fähigkeit zur Luftatmung. Polypterus senegalus besitzt eine primitive Lungenstruktur und steigt regelmäßig an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen.
Der Senegal Flösselhecht ist ein räuberischer Fisch. Kleine Fische oder Wirbellose werden gefressen, während größere Arten meist ignoriert werden. Aufgrund seiner Größe und seines interessanten Verhaltens gehört Polypterus senegalus zu den beeindruckendsten Bewohnern großer Aquarien.
Die Geschlechterunterscheidung beim Senegal Flösselhecht Polypterus senegalus ist bei ausgewachsenen Tieren möglich, bei Jungtieren jedoch kaum erkennbar.
Das wichtigste Merkmal befindet sich an der Afterflosse. Männchen besitzen eine deutlich breitere und kräftigere Afterflosse, die fast fächerartig wirkt. Diese Struktur wird während der Fortpflanzung genutzt, um die Eier aufzunehmen und zu befruchten.
Weibchen haben eine schmalere, weniger ausgeprägte Afterflosse. Ihr Körper wirkt häufig etwas massiger, besonders im Bauchbereich, wenn sie Laich ansetzen.
Die Unterschiede sind am besten im direkten Vergleich mehrerer Tiere zu erkennen. Bei Einzeltieren ist die Geschlechtsbestimmung deutlich schwieriger.
Der Senegal Flösselhecht Polypterus senegalus benötigt ein großes Aquarium mit viel Grundfläche. Für ein ausgewachsenes Tier sollte mindestens ein Aquarium ab 400 Litern eingeplant werden. Eine Aquarienlänge von etwa 150 cm oder mehr ist empfehlenswert, da der Fisch überwiegend bodennah unterwegs ist.
Die Einrichtung sollte aus stabilen Wurzeln, größeren Steinen und Verstecken bestehen. Freie Bereiche am Boden sind wichtig, damit sich der Flösselhecht problemlos bewegen kann. Ein sandiger oder feiner Bodengrund ist ideal, da sich die Tiere gerne darauf ablegen.
Besonders wichtig ist eine absolut ausbruchsichere Abdeckung. Polypterus senegalus ist ein erstaunlich guter Kletterer und kann selbst kleine Öffnungen nutzen, um das Aquarium zu verlassen.
Die optimalen Wasserwerte liegen bei Temperaturen zwischen 24 und 28 °C, einem pH Wert von etwa 6,5 bis 7,5 sowie weichem bis mittelhartem Wasser. Der Senegal Flösselhecht gilt als robust, reagiert jedoch empfindlich auf dauerhaft schlechte Wasserqualität.
Regelmäßige Teilwasserwechsel von etwa 30 bis 50 Prozent pro Woche sorgen für stabile Bedingungen. Fish Humin kann unterstützend eingesetzt werden, um naturnahe Wasserbedingungen zu fördern und die Schleimhautgesundheit zu stabilisieren.
Da Polypterus senegalus atmosphärische Luft atmet, muss die Wasseroberfläche jederzeit frei zugänglich sein.
Der Senegal Flösselhecht Polypterus senegalus ist ein ausgeprägter Fleischfresser. In seiner natürlichen Umgebung jagt er kleine Fische, Krebstiere, Insektenlarven und andere Wirbellose, die er meist in der Dämmerung oder nachts erbeutet.
Im Aquarium sollte die Ernährung überwiegend aus proteinreicher Nahrung bestehen. Frostfutter wie Fischstücke, Garnelen, Krill oder größere Mückenlarven wird sehr gut angenommen. Ergänzend kann hochwertiges Granulat für carnivore Großfische gefüttert werden.
Jungtiere benötigen häufiger kleinere Futtergaben, während ausgewachsene Tiere mit zwei bis drei Fütterungen pro Woche gut versorgt sind. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Ernährung, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
Lebende Futterfische sollten möglichst vermieden werden, da sie Krankheiten einschleppen können und oft eine einseitige Ernährung fördern.
Eine ausgewogene, hochwertige Proteinversorgung unterstützt Wachstum, Vitalität und ein stabiles Immunsystem bei Polypterus senegalus.
Der Senegal Flösselhecht Polypterus senegalus ist ein ruhiger, aber klar räuberischer Fisch. Seine Vergesellschaftung muss daher sorgfältig geplant werden. Grundregel: Alles, was ins Maul passt, wird früher oder später gefressen.
Geeignet sind größere, robuste Fische, die nicht ins Beuteschema fallen. Mittelgroße bis große Buntbarsche, größere Barben oder stabile Welsarten können funktionieren, wenn das Aquarium ausreichend groß ist.
Sehr kleine Schwarmfische, Garnelen oder zierliche Arten sind ungeeignet, da sie als Nahrung betrachtet werden. Auch sehr hektische Arten sollten vermieden werden, da sie den eher ruhigen Flösselhecht dauerhaft stressen können.
Mit anderen Polypterus Arten ist eine Haltung möglich, sofern genügend Platz vorhanden ist und ausreichend Verstecke zur Verfügung stehen. Bei Platzmangel kann es zu Konkurrenz kommen.
Eine durchdachte Besatzplanung, viel Struktur im Aquarium und ausreichend Platz sind entscheidend für eine stabile Vergesellschaftung.
Die Zucht des Senegal Flösselhechtes Polypterus senegalus ist im Aquarium möglich, jedoch selten und meist nur in sehr großen Aquarien erfolgreich.
Während der Fortpflanzung zeigt das Männchen eine deutlich verbreiterte Afterflosse, mit der es die Eier des Weibchens auffängt und befruchtet. Das Paar schwimmt eng nebeneinander, während das Weibchen die Eier abgibt.
Die befruchteten Eier werden meist zwischen Pflanzen, Moos oder in feiner Struktur abgelegt. Eine Brutpflege findet nicht statt. In Gesellschaftsaquarien werden die Eier häufig von anderen Fischen gefressen.
Nach dem Schlupf benötigen die Larven sehr feines Lebendfutter. Die Jungfische wachsen relativ schnell, zeigen jedoch früh räuberisches Verhalten gegenüber kleineren Geschwistern.
Für eine erfolgreiche Nachzucht sind sehr große Aquarien, stabile Wasserwerte und eine ruhige Umgebung entscheidend. Daher bleibt die Zucht von Polypterus senegalus im Hobby eher selten.
| Deutscher Name: | Senegal Flösselhecht |
| Wissenschaftlicher Name: | Polypterus senegalus |
| Synonyme / Handelsnamen: | Senegal Bichir |
| Herkunft: | Afrika |
| Herkunftsregion: | West und Zentralafrika, Senegal, Niger und Nil Einzugsgebiet |
| Lebenserwartung: | Ca. 10 bis 15 Jahre |
| Endgröße: | 30 bis 40 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Schnell in der Jugend |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 3 bis 10 / pH: 6,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 24 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Großes Aquarium, ausbruchsichere Abdeckung, regelmäßige Teilwasserwechsel von etwa 30 bis 50 Prozent |
| Aquariengröße: | Ab 400 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzeltier oder kleine Gruppe |
| Futter: | Frostfutter, Fischstücke, Granulat |
| Fischgruppe: | Flösselhechte Polypteridae |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Ruhig, räuberisch |
| Farben / Varianten: | Naturform |
| Besondere Merkmale: | Luftatmung, urzeitliche Körperform |
| Aktivitätsphasen: | Dämmerung und Nacht |
| Zucht: | Möglich, aber selten |
| Verhalten: | Bodenorientierter Lauerjäger |
| Vergesellschaftung: | Nur mit ausreichend großen Arten |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden als Nahrung betrachtet und gefressen. | |
| mit Schnecken | Größere Schnecken können funktionieren, kleine Schnecken werden oft gefressen. | |
| mit Zwergkrebsen | Werden meist als Beute angesehen oder können verletzt werden. | |
| mit Großkrebsen | Hohe Verletzungsgefahr für beide Seiten durch Scheren oder Bisse. | |
| mit friedlichen Fischen | Nur möglich mit ausreichend großen Arten, die nicht ins Beuteschema fallen. | |
| mit aggressiven Arten | Sehr territoriale oder hektische Fische verursachen Stress und Konflikte. | |
| mit Welsen | Möglich mit großen, robusten Harnischwelsen, sofern genügend Platz vorhanden ist. |