
Profi Tipp von Lucas Müller
“Der Blaupunktbuntbarsch wirkt am schönsten, wenn er in einer kleinen Gruppe oder als Paar in einem gut strukturierten Aquarium gehalten wird. Wichtig ist, freie Schwimmflächen mit Bereichen aus Steinen und Wurzeln zu kombinieren. So können die Tiere ihr Revierverhalten ausleben, ohne dass es zu ständigen Konflikten kommt.”
| Farbe: | Silber- bis olivfarbener Körper mit leuchtend blauen Glanzschuppen und markanten Punktmustern |
| Vermehrung: | Gut im Aquarium möglich, typische Offenbrüter mit Brutpflege |
| Herkunft: | Mittelamerika, insbesondere Venezuela, Trinidad und Kolumbien |
| Wasserwerte: | mittelhartes Wasser |
| Für Anfänger: | Bedingt geeignet – robust, aber territoriales Verhalten beachten |
Der Blaupunktbuntbarsch, wissenschaftlich Andinoacara pulcher, gehört zu den beliebtesten südamerikanischen Buntbarschen in der Aquaristik. Mit seinem schimmernden, silbrig-oliven Körper, den intensiven blauen Punkten und der markanten Kopfpartie ist er ein echter Blickfang. Besonders zur Laichzeit zeigt er eine noch kräftigere Färbung, die ihn unverwechselbar macht.
In der Natur bewohnt der Blaupunktbuntbarsch langsam fließende Flüsse, Lagunen und Seen in Kolumbien, Venezuela und auf Trinidad. Dort hält er sich bevorzugt in Ufernähe auf, wo Steine, Wurzeln und Pflanzen Schutz und Reviergrenzen bieten.
Im Aquarium zeigt er ein lebhaftes, aber gut beobachtbares Verhalten. Er ist robust, anpassungsfähig und lässt sich auch von kleineren Unregelmäßigkeiten in den Wasserwerten nicht aus der Ruhe bringen. Allerdings ist er ein typischer Cichlide: Während er gegenüber anderen Fischarten friedlich bis neugierig wirkt, verteidigt er sein Revier insbesondere während der Brutzeit. Seine Brutpflege ist dabei faszinierend zu beobachten, denn beide Elternteile kümmern sich intensiv um Eier und Jungtiere.
Mit einer Endgröße von 12 bis 15 Zentimetern benötigt er ausreichend Platz und eignet sich daher am besten für mittelgroße bis große Aquarien, die gut strukturiert sind und neben offenen Schwimmflächen auch geschützte Bereiche bieten.
Optimale Haltungsbedingungen
Für die artgerechte Haltung des Blaupunktbuntbarsches empfiehlt sich ein Aquarium ab mindestens 200 Litern, besser 300 Liter, wenn mehrere Tiere oder ein Paar gepflegt werden. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Strukturierung mit Steinen, Wurzeln und robusten Pflanzen, die als Reviergrenzen und Rückzugsmöglichkeiten dienen. Gleichzeitig sollten freie Schwimmflächen vorhanden sein, da die Tiere gerne aktiv durchs Aquarium ziehen.
Die Wasserwerte können relativ variabel sein, da der Blaupunktbuntbarsch sehr anpassungsfähig ist. Ideal sind Temperaturen zwischen 24 und 28 °C, ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 sowie eine Gesamthärte von 5 bis 15 °dGH. Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, um die Wasserqualität stabil zu halten, da die Tiere empfindlich auf eine hohe Nitratbelastung reagieren können.
Eine moderate Strömung reicht aus, da die Art in der Natur eher ruhige Flussabschnitte und Lagunen bewohnt. Bei der Bepflanzung eignen sich robuste Arten wie Vallisnerien, Anubias oder Echinodorus, die auch stärkeren Aktivitäten standhalten. Während der Brutzeit verteidigen die Tiere ihr Revier energisch, daher ist eine klare Strukturierung des Aquariums entscheidend, um Konflikte zu minimieren.
Futter und Ernährung
Der Blaupunktbuntbarsch ist ein typischer Allesfresser und nimmt im Aquarium eine große Bandbreite an Futtersorten an. In seiner natürlichen Umgebung ernährt er sich von Insektenlarven, Würmern, kleinen Krebstieren, Algen und Pflanzenbestandteilen. Diese Vielfalt sollte man auch im Aquarium widerspiegeln, um die Tiere gesund und vital zu erhalten.
Geeignet sind hochwertige Flockenfutter, und Granulate, die alle wichtigen Nährstoffe enthalten. Ergänzend sollte regelmäßig Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Mückenlarven, Daphnien oder Krill angeboten werden, da dies nicht nur die Farben intensiviert, sondern auch das natürliche Fressverhalten fördert.
Eine abwechslungsreiche Ernährung sorgt für ein kräftiges Wachstum, starke Abwehrkräfte und eine ausgeprägte Färbung. Während der Brutzeit nehmen die Tiere besonders viel tierisches Eiweiß auf, da dies für die Aufzucht der Jungtiere wichtig ist. Überfütterung sollte vermieden werden, da der Blaupunktbuntbarsch zu gierigem Fressverhalten neigt und zu viel ungenutztes Futter die Wasserqualität belastet.
Vergesellschaftung
Der Blaupunktbuntbarsch gilt als relativ friedlicher Cichlide, was ihn von vielen anderen südamerikanischen Verwandten unterscheidet. In einem ausreichend großen, gut strukturierten Aquarium lässt er sich problemlos mit einer Vielzahl anderer Fische vergesellschaften. Besonders gut eignen sich friedliche Salmlerarten, Panzerwelse und andere robuste Bodenfische, die keine direkten Revierkonkurrenten darstellen.
Trotz seiner friedlichen Grundhaltung zeigt er während der Brutzeit ein deutlich ausgeprägtes Territorialverhalten. Dann verteidigt er sein Revier und die Brut vehement gegen Eindringlinge – auch gegen deutlich größere Fische. Daher ist es sinnvoll, genügend Rückzugsmöglichkeiten und klare Reviergrenzen im Aquarium zu schaffen, um Konflikte zu vermeiden.
Zucht
Die Zucht des Blaupunktbuntbarsches gelingt im Aquarium vergleichsweise leicht und ist einer der Gründe, warum die Art so beliebt ist. Es handelt sich um Offenbrüter, die ihre Eier bevorzugt auf flachen Steinen oder Wurzeln ablegen. Ein harmonierendes Paar bildet sich oft von selbst aus einer Gruppe junger Tiere, wobei das Paar eine sehr enge Bindung eingeht und gemeinsam die Brut aufzieht.
Zur Eiablage reinigen die Elterntiere sorgfältig den ausgewählten Platz. Das Weibchen legt bis zu mehrere Hundert Eier ab, die anschließend vom Männchen befruchtet werden. Beide Elternteile übernehmen anschließend die Brutpflege: Sie fächeln den Eiern Frischwasser zu, entfernen abgestorbene Eier und verteidigen das Revier energisch gegen Eindringlinge.
Nach etwa 2–3 Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst vom Dottersack zehren. Nach einer weiteren Woche beginnen die Jungfische frei zu schwimmen und können dann mit Artemia-Nauplien, Infusorien oder speziellem Staubfutter für Jungfische ernährt werden. Das Brutpflegeverhalten der Blaupunktbuntbarsche ist besonders spannend zu beobachten, da beide Elternteile aktiv an der Aufzucht beteiligt sind.
Mit guter Fütterung und stabilen Wasserwerten wachsen die Jungfische schnell heran. Da sie zahlreich sind, sollte man sich frühzeitig Gedanken über die Abgabe machen, um Überbesatz im Aquarium zu vermeiden.
Fazit
Der Blaupunktbuntbarsch ist ein farbenprächtiger, robuster und faszinierender Cichlide, der durch sein markantes Schuppenkleid mit leuchtenden blauen Punkten und sein spannendes Brutpflegeverhalten begeistert. Dank seiner Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Wasserwerte und seiner vergleichsweise leichten Zucht gehört er zu den beliebtesten südamerikanischen Buntbarschen in der Aquaristik.
Er ist ideal für Aquarianer geeignet, die ein mittelgroßes bis großes Aquarium besitzen und Freude an lebendigem, natürlichem Verhalten haben. Während der Brutzeit zeigt er zwar ein stark ausgeprägtes Territorialverhalten, bleibt aber im Vergleich zu vielen anderen Buntbarschen deutlich friedlicher. Wer ihn mit passenden Arten vergesellschaftet und auf eine abwechslungsreiche Ernährung achtet, erhält einen langlebigen, attraktiven und spannenden Begleiter, der jedes Aquarium bereichert.
| Deutscher Name: | Blaupunktbuntbarsch |
| Wissenschaftlicher Name: | Andinoacara pulcher |
| Synonyme / Handelsnamen: | Blue Acara, Pulcher |
| Herkunft: | Mittel- und Südamerika |
| Herkunftsregion: | Venezuela, Kolumbien, Trinidad |
| Lebenserwartung: | 8 – 10 Jahre |
| Endgröße: | 12 – 15 cm cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel, Geschlechtsreife ab ca. 8–10 Monaten |
| Wasserparameter: | GH: 5 – 15 / KH: 3 – 8 / pH: 6,0 – 7,5 |
| Temperatur: | 24 – 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Regelmäßige Wasserwechsel, strukturreiches Aquarium |
| Aquariengröße: | Ab 200 Litern (Paarhaltung), ab 300 Litern für Gruppe Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paarweise oder kleine Gruppe, Paare bilden feste Bindungen |
| Futter: | Allesfresser, Flocken, Granulate, Frost- und Lebendfutter, pflanzliche Zusätze |
| Fischgruppe: | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Unten |
| Sozialverhalten: | Relativ friedlich, territoriales Verhalten während Brutzeit |
| Farben / Varianten: | Silber- bis olivfarben mit blauen Glanzschuppen und Punkten |
| Besondere Merkmale: | Intensive Brutpflege durch beide Elternteile |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Einfach, Offenbrüter, mehrere Hundert Eier möglich |
| Verhalten: | Lebhaft, neugierig, zur Brutzeit stark revierbildend |
| Vergesellschaftung: | Mit friedlichen, robusten Fischen möglich; nicht mit Zwerggarnelen oder aggressiven Großcichliden |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Zwerggarnelen werden meist als Futter betrachtet und haben kaum Überlebenschancen. Amanogarnelen können funktionieren, sind aber riskant. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden in der Regel ignoriert und nicht gezielt gefressen | |
| mit friedlichen Fischen | Salmler, Barben und andere robuste Arten sind gute Mitbewohner, solange das Aquarium groß genug ist. | |
| mit aggressiven Arten | Sehr territoriale Arten wie Oscars oder große südamerikanische Buntbarsche sind ungeeignet, da es zu massiven Kämpfen kommt. |