
Profi Tipp von Lucas Müller
“Gib der Weißwangengrundel viele kleine Höhlen aus Steinen oder Keramik. Männchen besetzen feste Reviere und zeigen nur dann ihre volle Färbung und ihr natürliches Verhalten, wenn sie einen sicheren Rückzugsort verteidigen können.”
| Farbe: | Männchen farbenprächtig mit kontrastreichen Mustern und hellen Wangen, Weibchen dezenter gefärbt |
| Vermehrung: | Gut möglich, Höhlenlaicher mit Brutpflege durch das Männchen |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Gut geeignet |
Die Weißwangengrundel Rhinogobius duospilus ist eine attraktive und zugleich robuste Süßwassergrundel aus Ostasien, die vor allem in klaren, sauerstoffreichen Fließgewässern vorkommt. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst Regionen in China und angrenzenden Gebieten, wo sie bevorzugt steinige Bachläufe und strukturreiche Gewässer bewohnt.
Besonders auffällig sind die Männchen, die eine intensive Färbung mit kontrastreichen Mustern und den namensgebenden hellen Wangenbereichen zeigen. Während der Balz intensivieren sich die Farben deutlich und die Tiere zeigen ein beeindruckendes Revierverhalten. Weibchen sind dezenter gefärbt, wirken jedoch ebenfalls sehr attraktiv und harmonisch.
Mit einer Endgröße von etwa 4 bis 6 cm bleibt Rhinogobius duospilus relativ klein und eignet sich hervorragend für kleinere bis mittelgroße Aquarien. Die Art hält sich überwiegend am Boden auf und nutzt Steine, Höhlen und Spalten als Rückzugsorte und Reviere.
Die Weißwangengrundel ist ein aktiver, aber friedlicher Aquarienbewohner, der ein sehr interessantes Verhalten zeigt. Besonders spannend ist die Revierbildung der Männchen sowie die Interaktion innerhalb der Gruppe. In einem gut strukturierten Aquarium mit vielen Verstecken fühlen sich die Tiere sicher und zeigen ihr volles Verhalten.
Diese Art ist aufgrund ihrer Robustheit, ihrer attraktiven Färbung und ihres interessanten Sozialverhaltens eine hervorragende Wahl für Aquarianer, die eine besondere und dennoch gut haltbare Bodenart pflegen möchten.
Die Geschlechter lassen sich bei der Weißwangengrundel Rhinogobius duospilus gut unterscheiden, insbesondere bei ausgewachsenen Tieren. Männchen zeigen eine deutlich intensivere und kontrastreichere Färbung als Weibchen. Die Farben wirken kräftiger und die typischen hellen Wangenbereiche sind klar ausgeprägt.
Zusätzlich entwickeln Männchen meist verlängerte und stärker ausgeprägte Rücken und Afterflossen. Diese wirken spitzer und größer als bei Weibchen. Während der Balz verstärkt sich die Färbung der Männchen nochmals deutlich, wodurch sie besonders auffällig erscheinen.
Weibchen bleiben insgesamt etwas kleiner, rundlicher und zeigen eine deutlich dezentere, unauffälligere Färbung. Ihr Körper wirkt meist kompakter und weniger kontrastreich.
Auch das Verhalten unterscheidet sich. Männchen bilden und verteidigen feste Reviere und halten sich häufig in der Nähe von Höhlen auf, während Weibchen sich freier im Aquarium bewegen und kein territoriales Verhalten zeigen.
Diese Unterschiede ermöglichen eine sichere Geschlechtsbestimmung bei ausgewachsenen Tieren und erleichtern die gezielte Zusammenstellung von Gruppen oder Zuchtpaaren.
Die Weißwangengrundel Rhinogobius duospilus benötigt ein strukturreich eingerichtetes Aquarium mit vielen Steinen, kleinen Höhlen und klaren Reviergrenzen. Besonders wichtig sind Spalten, Steinaufbauten und kleine Höhlen, da diese als Rückzugsorte und Laichplätze genutzt werden. Ein Aquarium ab 60 Litern ist für eine kleine Gruppe geeignet, größere Aquarien bieten jedoch deutlich stabilere Bedingungen.
Da diese Art aus sauerstoffreichen Fließgewässern stammt, ist eine gute Filterung und leichte Strömung sehr empfehlenswert. Sauerstoffreiches, sauberes Wasser fördert die Aktivität, Gesundheit und natürliche Verhalten deutlich.
Die optimalen Wasserwerte liegen bei Temperaturen zwischen 20 und 26 °C, einem pH Wert von 6,0 bis 7,5 sowie weichem bis mittelhartem Wasser. Die Weißwangengrundel eignet sich dadurch auch gut für unbeheizte oder leicht temperierte Aquarien.
Die Zugabe von Fish Humin unterstützt die Schleimhäute, reduziert Stress und fördert die Vitalität, insbesondere bei neu eingesetzten Tieren oder während der Revierbildung. Regelmäßige Wasserwechsel von etwa 30 Prozent pro Woche sind wichtig, um stabile Bedingungen zu gewährleisten.
Die Haltung erfolgt idealerweise in kleinen Gruppen mit mehreren Weibchen und wenigen Männchen, da Männchen Reviere bilden. Ausreichend Verstecke sind entscheidend, um Stress und innerartliche Konflikte zu vermeiden.
Die Weißwangengrundel Rhinogobius duospilus ist ein carnivorer Bodenbewohner, der sich in der Natur von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven und anderen tierischen Nahrungsquellen ernährt. Im Aquarium sollte die Ernährung entsprechend proteinreich und abwechslungsreich gestaltet werden.
Besonders gut geeignet sind Frostfutter wie Artemia, Cyclops und Mückenlarven sowie Lebendfutter. Diese fördern die Vitalität, das natürliche Verhalten und die intensive Ausfärbung der Tiere. Zusätzlich kann hochwertiges Hauptfutter wie Granulat oder Tabletten gefüttert werden, welches zuverlässig angenommen wird.
Die Fütterung sollte idealerweise ein bis zwei Mal täglich in kleinen Portionen erfolgen. Da sich die Weißwangengrundel überwiegend am Boden aufhält, ist es wichtig sicherzustellen, dass ausreichend Nahrung diesen Bereich erreicht und nicht vollständig von anderen Fischen aufgenommen wird.
Eine abwechslungsreiche Ernährung unterstützt die Gesundheit, stärkt das Immunsystem und fördert die Fortpflanzungsbereitschaft dieser interessanten und aktiven Grundelart.
Die Weißwangengrundel Rhinogobius duospilus ist eine friedliche, aber revierbildende Bodenart, die sich gut mit anderen ruhigen Aquarienbewohnern vergesellschaften lässt. Wichtig ist, dass die Mitbewohner nicht zu groß, aggressiv oder stark territorial sind, da dies zu Stress und unterdrücktem Verhalten führen kann.
Sehr gut geeignet sind kleine bis mittelgroße Schwarmfische wie Bärblinge, kleinere Barben oder friedliche Karpfenfische, die sich überwiegend im mittleren und oberen Wasserbereich aufhalten. Dadurch entsteht kaum Konkurrenz um Reviere oder Rückzugsorte am Boden.
Auch die Vergesellschaftung mit Garnelen ist in gut strukturierten Aquarien möglich. Ausgewachsene Garnelen werden meist ignoriert, während sehr kleine Jungtiere vereinzelt gefressen werden können.
Andere friedliche Bodenfische wie kleinere Panzerwelse können ebenfalls funktionieren, sofern ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. Wichtig ist eine strukturreiche Einrichtung mit vielen Verstecken, damit jede Art eigene Bereiche nutzen kann.
Ungeeignet sind sehr aggressive Fische oder stark dominante Arten, da diese die Weißwangengrundel stressen und ihr natürliches Verhalten dauerhaft unterdrücken können.
Die Zucht der Weißwangengrundel Rhinogobius duospilus ist im Aquarium gut möglich und gehört zu den interessanten Fortpflanzungsformen unter den Grundeln. Diese Art ist ein Höhlenlaicher, bei dem das Männchen die Brutpflege übernimmt.
Das Männchen wählt eine geeignete Höhle, meist unter einem Stein oder in einer engen Spalte, und verteidigt dieses Revier aktiv. Ein paarungsbereites Weibchen wird in die Höhle gelockt, wo es seine Eier an der Decke oder den Wänden ablegt. Anschließend übernimmt das Männchen die Befruchtung und bewacht die Eier.
Während der Brutpflege fächelt das Männchen mit seinen Flossen frisches Wasser über die Eier, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung sicherzustellen. In dieser Zeit verlässt es die Höhle kaum und verteidigt das Gelege konsequent gegen andere Fische.
Nach etwa 7 bis 14 Tagen schlüpfen die Larven, abhängig von Temperatur und Bedingungen. Die Jungtiere beginnen nach kurzer Zeit frei zu schwimmen und können mit Artemia Nauplien und feinem Aufzuchtfutter gefüttert werden.
Eine erfolgreiche Zucht wird durch sauberes Wasser, stabile Bedingungen, ausreichend Höhlen und eine hochwertige Ernährung deutlich begünstigt. In gut eingerichteten Aquarien kann sich diese Art regelmäßig vermehren.
| Deutscher Name: | Weißwangengrundel |
| Wissenschaftlicher Name: | Rhinogobius duospilus |
| Synonyme / Handelsnamen: | Weißwangen Grundel, Rhinogobius sp. |
| Herkunft: | Asien |
| Herkunftsregion: | China und angrenzende Regionen |
| Lebenserwartung: | Ca. 4 bis 6 Jahre |
| Endgröße: | Etwa 4 bis 6 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel schnell |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 3 bis 10 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 20 bis 26 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Gering bis mittel, strukturreiche Einrichtung empfohlen |
| Aquariengröße: | Ab 60 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Kleine Gruppe mit mehreren Weibchen und wenigen Männchen |
| Futter: | Frostfutter, Lebendfutter, Granulat, Tabletten |
| Fischgruppe: | Grundeln Gobiidae |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Friedlich, revierbildend unter Männchen |
| Farben / Varianten: | Unterschiedlich stark gefärbte Populationen |
| Besondere Merkmale: | Ausgeprägtes Revierverhalten und Brutpflege |
| Aktivitätsphasen: | Tagsüber aktiv |
| Zucht: | Gut möglich im Aquarium |
| Verhalten: | Aktiv, aufmerksam, bodenorientiert |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut mit friedlichen Arten geeignet |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Gut geeignet. Ausgewachsene Garnelen werden in strukturreichen Aquarien meist ignoriert. Jungtiere können vereinzelt gefressen werden. | |
| mit Schnecken | Sehr gut geeignet. Schnecken werden nicht beachtet und stellen keine Konkurrenz dar. | |
| mit Zwergkrebsen | Möglich mit ruhigen Arten und ausreichend Struktur. Revierkonflikte am Boden können auftreten. | |
| mit Großkrebsen | Nicht geeignet. Großkrebse können die Grundeln verletzen oder töten. | |
| mit friedlichen Fischen | Sehr gut geeignet mit kleinen und ruhigen Schwarmfischen wie Bärblingen oder Salmlern. | |
| mit aggressiven Arten | Nicht geeignet. Aggressive Fische verursachen Stress und unterdrücken das natürliche Verhalten. | |
| mit Welsen | Möglich mit kleinen, friedlichen Arten wie Otocinclus oder kleinen Corydoras, sofern ausreichend Verstecke vorhanden sind. |