
Profi Tipp von Lucas Müller
“Der Villavicencio Zwergbuntbarsch zeigt seine schönsten Farben, wenn er in einem gut strukturierten Aquarium mit vielen Verstecken gepflegt wird. Ich empfehle, verschiedene Höhlen und Wurzeln einzubringen und den Bodengrund mit Laub zu bedecken. Das sorgt für eine natürliche Umgebung, reduziert Stress und steigert das Wohlbefinden der Tiere.”
| Farbe: | Beige bis gelblich mit roten Flossen und blauem Schimmer, Männchen intensiver gefärbt |
| Vermehrung: | Höhlenbrüter, Zucht im Aquarium gut möglich |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Wasserwerte: | Weich, leicht sauer; pH 5,5–7,0; GH 2–10 |
| Für Anfänger: | Bedingt geeignet, besser für erfahrene Aquarianer |
Der Villavicencio Zwergbuntbarsch (Apistogramma macmasteri)gehört zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Gattung und ist in der Aquaristik sehr beliebt. Mit seiner beige-gelblichen Grundfärbung, den intensiv roten Flossen und den metallisch-blauen Schimmerpartien ist er ein echter Blickfang, der im Aquarium sofort auffällt. Besonders die Männchen beeindrucken durch ihre auffälligen Farben, während die Weibchen etwas schlichter gefärbt, dafür aber in der Brutzeit intensiv gelb werden.
In seiner Heimat, den Flussläufen rund um Villavicencio im kolumbianischen Orinoco-Becken, lebt der Apistogramma macmasteri in ruhigen, verkrauteten Uferzonen mit weichem, huminstoffreichem Wasser. Dort findet er Schutz zwischen Wurzeln, Blättern und Höhlen, die auch im Aquarium nachgebildet werden sollten.
Das Verhalten dieser Zwergbuntbarsche ist typisch für Apistogramma-Arten: Männchen präsentieren sich eindrucksvoll mit gespreizten Flossen, um Weibchen zu beeindrucken oder Rivalen abzuschrecken. Gleichzeitig zeigen sie eine bemerkenswerte Sozialstruktur und faszinierendes Brutpflegeverhalten. Mit einer Endgröße von 6–8 cm bleibt der Villavicencio Zwergbuntbarsch relativ klein, benötigt aber dennoch ein gut strukturiertes Aquarium, um sein volles Potenzial zu entfalten.
Für die Haltung des Villavicencio Zwergbuntbarsches eignet sich ein Aquarium ab 80 Litern, besser jedoch 100 Liter oder mehr, wenn ein Paar oder eine kleine Gruppe gepflegt werden soll. Die Einrichtung sollte naturnah gestaltet sein: Wurzeln, Höhlen und Laubschichten bieten Rückzugsorte und dienen als Reviergrenzen. Feiner Sandboden ist empfehlenswert, da die Tiere gerne gründeln und kleine Mulden für die Eiablage anlegen.
Das Wasser sollte weich und leicht sauer sein, ideal bei einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 sowie einer Gesamthärte von 2 bis 10 °dGH. Temperaturen von 24 bis 28 °C sind optimal. Eine Filterung mit sanfter Strömung ist ausreichend, da die Art aus ruhigen Gewässerabschnitten stammt. Der Einsatz von Erlenzapfen oder Seemandelbaumblättern trägt dazu bei, das Wasser mit Huminstoffen anzureichern und die Bedingungen der Heimatgewässer nachzuahmen.
Eine dichte Bepflanzung sorgt nicht nur für eine schöne Optik, sondern auch für Schutz und klare Revierabgrenzungen. So fühlen sich die Tiere wohl und zeigen ihre volle Farbenpracht sowie ihr interessantes Verhalten.
Der Villavicencio Zwergbuntbarsch ist ein typischer Allesfresser mit Vorliebe für tierische Nahrung. In seiner natürlichen Umgebung ernährt er sich von Kleinstlebewesen wie Insektenlarven, Würmern und kleinen Krebstieren, die er im Bodengrund aufspürt. Im Aquarium sollte man diesen Ernährungsgewohnheiten gerecht werden und eine abwechslungsreiche Kost anbieten.
Besonders geeignet sind Frost- und Lebendfuttersorten wie Artemia, Cyclops, Mückenlarven oder Daphnien. Diese regen nicht nur das natürliche Jagdverhalten an, sondern fördern auch Farbenpracht und Vitalität. Hochwertiges Granulat- und Flockenfutter wird ebenfalls akzeptiert, sollte aber nur einen Teil der Ernährung ausmachen.
Eine gezielte Fütterung in kleinen Portionen ist wichtig, da die Tiere eher gründeln und Nahrung vom Boden aufnehmen. Überfütterung sollte vermieden werden, um die Wasserqualität stabil zu halten. Mit einer ausgewogenen Ernährung entwickeln die Blaupunkt-Zwergbuntbarsche kräftige Farben, zeigen aktives Verhalten und eine hohe Bereitschaft zur Fortpflanzung.
Der Villavicencio Zwergbuntbarsch ist trotz seiner Zugehörigkeit zu den Cichliden ein vergleichsweise friedlicher Fisch, solange er in einem gut strukturierten Aquarium gepflegt wird. Er lässt sich gut mit friedlichen Schwarmfischen wie Salmlern oder kleinen Bärblingen vergesellschaften, die überwiegend die mittleren und oberen Wasserzonen nutzen. Auch Panzerwelse und kleinere Harnischwelse eignen sich als Mitbewohner, da sie den Zwergbuntbarschen in der Regel nicht ins Gehege kommen.
Während der Brutzeit verändert sich sein Verhalten deutlich: Das Weibchen übernimmt die Brutpflege und verteidigt ihr Gelege sehr energisch. Dabei werden auch deutlich größere Fische aus dem Revier vertrieben. Um Konflikte zu vermeiden, ist es wichtig, genügend Rückzugsmöglichkeiten und Sichtbarrieren einzurichten, sodass sich die Tiere aus dem Weg gehen können.
Sehr kleine Fische oder Garnelen können als Beute betrachtet werden und sind daher nur bedingt geeignet. Mit ausreichend Platz und Strukturierung zeigt der Villavicencio Zwergbuntbarsch jedoch ein harmonisches Sozialverhalten und bietet dem Beobachter ein spannendes Zusammenspiel von Farben, Balz und Brutpflege.
Die Zucht des Villavicencio Zwergbuntbarsches ist im Aquarium gut möglich und zählt zu den spannendsten Aspekten dieser Art. Es handelt sich um typische Höhlenbrüter: Das Weibchen sucht sich eine kleine Höhle oder Spalte, reinigt diese sorgfältig und legt dort zwischen 80 und 150 Eier ab. Das Männchen befruchtet die Eier, beteiligt sich aber nur bedingt an der weiteren Pflege.
Nach der Eiablage übernimmt das Weibchen die Hauptaufgabe der Brutpflege. Sie bewacht das Gelege, fächelt mit ihren Flossen Frischwasser zu und entfernt abgestorbene Eier. In dieser Phase zeigt sie ein sehr intensives Territorialverhalten und verteidigt die Höhle energisch gegen alle Eindringlinge, auch gegen das Männchen.
Die Larven schlüpfen nach etwa 3 bis 4 Tagen, bleiben zunächst in der Höhle und werden vom Weibchen streng behütet. Nach weiteren 5 bis 7 Tagen schwimmen die Jungfische frei und können mit Artemia-Nauplien, Infusorien oder speziellem Staubfutter für Jungfische gefüttert werden.
Besonders beeindruckend ist das fürsorgliche Verhalten des Weibchens: Sie führt die Jungfische durch das Aquarium, zeigt ihnen Futterstellen und verteidigt sie unermüdlich. Mit stabilen Wasserwerten und guter Fütterung wachsen die Jungtiere zügig heran und entwickeln schon früh ihre charakteristische Färbung.
Der Villavicencio Zwergbuntbarsch zählt zu den farbenprächtigsten und zugleich interessantesten Apistogramma-Arten. Mit seinen roten Flossen, dem blauen Schimmer und dem kontrastreichen Brutkleid der Weibchen ist er ein echter Hingucker im Aquarium. Gleichzeitig überzeugt er durch ein spannendes Sozial- und Brutpflegeverhalten, das ihn zu einem faszinierenden Beobachtungstier macht.
Dank seiner Anpassungsfähigkeit und der gut möglichen Nachzucht eignet er sich auch für engagierte Aquarianer, die erste Erfahrungen mit Zwergbuntbarschen sammeln möchten. Dennoch verlangt er weiches, leicht saures Wasser und eine strukturreiche Umgebung mit vielen Verstecken. Wer diese Bedingungen erfüllt, wird mit vitalen, farbenprächtigen Tieren belohnt, die das Aquarium lebendig und abwechslungsreich bereichern.
| Deutscher Name: | Villavicencio Zwergbuntbarsch |
| Wissenschaftlicher Name: | Apistogramma macmasteri |
| Synonyme / Handelsnamen: | Macmasteri-Zwergbuntbarsch |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Kolumbien, Orinoco-Becken (Region Villavicencio) |
| Lebenserwartung: | 4 – 6 Jahre |
| Endgröße: | Männchen 7–8 cm, Weibchen 5–6 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel, geschlechtsreif nach ca. 8–10 Monaten |
| Wasserparameter: | GH: GH: 2 – 10 / KH: KH: 0 – 3 / pH: pH: 5,5 – 7,0 |
| Temperatur: | 24 – 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Regelmäßige Wasserwechsel, weiches Wasser, strukturreiches Aquarium |
| Aquariengröße: | Ab 80 Litern, besser ab 100 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paarweise Haltung, Harem (1 Männchen mit mehreren Weibchen) möglich |
| Futter: | Allesfresser, bevorzugt Frost- und Lebendfutter, auch Granulate und Flocken |
| Fischgruppe: | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Unten |
| Sozialverhalten: | Friedlich, aber während Brutzeit stark territorial |
| Farben / Varianten: | Beige bis gelblich mit roten Flossen und blauem Schimmer, Weibchen im Brutkleid intensiv gelb |
| Besondere Merkmale: | Auffällige Balz- und Brutpflegeverhalten |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Einfach, Höhlenbrüter mit Brutpflege durch das Weibchen |
| Verhalten: | Neugierig, lebhaft, zur Brutzeit sehr revierbildend |
| Vergesellschaftung: | Mit friedlichen Schwarmfischen und Welsen möglich, nicht mit aggressiven Cichliden |