
Profi Tipp von Lucas Müller
“Cambarellus shufeldtii ist für mich der ideale Nano-Krebs. Aktiv, farbenprächtig, einfach in der Pflege und leicht zu züchten. Und er ist so lebhaft, dass selbst ein kleines 20-Liter-Becken durch ihn lebt.”
| Farbe: | Rotbraun bis orange mit dunklen Längsstreifenzeichnungen, leuchtend attraktiv |
| Vermehrung: | Einfach, Weibchen trägt Eier am Bauch, Jungkrebse fertig ausgebildet nach 3 bis 4 Wochen |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Ja, sehr pflegeleicht, ideal für Einsteiger |
Der Louisiana Zwergflusskrebs (Cambarellus shufeldtii) ist einer der lebhaftesten, farbenprächtigsten und aktivsten Zwergkrebse der nordamerikanischen Fauna, der durch seine kompakte Körpergröße von gerade einmal 3 bis 4 cm, seine attraktive braun-orange bis rötliche Färbung mit dunklen Streifenzeichnungen und sein unermüdlich neugieriges Erkundungsverhalten zu den beliebtesten Zwergkrebsen der Aquaristik zählt. Im Gegensatz zu seinen großen Verwandten aus der Gattung Procambarus bleibt Cambarellus shufeldtii so klein, dass er auch in Nano-Aquarien ab 20 Litern problemlos gehalten werden kann, was ihn für Aquarianer ohne großen Platz zu einer attraktiven Alternative macht.
Cambarellus shufeldtii stammt aus dem Bundesstaat Louisiana in den südlichen USA sowie den angrenzenden Staaten Mississippi, Alabama und Tennessee, wo er in Sümpfen, langsam fließenden Bächen, Sumpfgebieten und überfluteten Wiesen des Mississippi-Deltas lebt. Dieser Lebensraum ist geprägt von weichem, organisch reichem Wasser mit viel Laub, Totholz und Pflanzenbewuchs. Die Cambarellus-Arten sind an die klimatischen Schwankungen Nordamerikas angepasst und tolerieren ein vergleichsweise breites Temperaturspektrum, was sie robust und pflegeleicht macht.
GarnelenTv bietet Cambarellus shufeldtii als qualitativ hochwertige Tiere an, die bereits an Aquarienbedingungen gewöhnt sind. Der Louisiana Zwergflusskrebs ist für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet und lässt sich in Gesellschaft ruhiger, nicht zu kleiner Fischarten halten. Fish Humin in geringer Dosierung und Seemandelbaumblätter schaffen das optimale leicht tanninsaure Milieu.
Die Geschlechterunterscheidung bei Cambarellus shufeldtii ist einfach und auch für Anfänger gut erkennbar. Männchen besitzen an der Basis der hinteren Beinpaare am Bauch deutlich erkennbare Gonopoden, das sind paarige, zu Begattungsorganen umgeformte Extremitäten, die als stiftförmige Auswüchse sichtbar sind. Weibchen haben an dieser Stelle die typischen weichen Schwimmbeinchen ohne diese Gonopoden-Umformung.
Weibchen sind bei adulten Tieren oft etwas größer und breiter als Männchen. Tragende Weibchen tragen die Eier unter dem Schwanzfächer befestigt und sind dann sehr gut an dem Eierkegel zu erkennen. Die rötlich-braune Grundfärbung mit den dunklen Streifenzeichnungen ist bei beiden Geschlechtern ähnlich ausgeprägt. Für eine geplante Zucht empfiehlt sich die Haltung mehrerer Paare in einem ausreichend großen Becken.
Cambarellus shufeldtii ist für Aquarien ab 20 Litern geeignet, was ihn zu einem der nano-tauglichsten Krebse überhaupt macht. Das Becken sollte mit Verstecken aus Steinen, Tonröhren, Wurzeln und Laub ausgestattet sein. Seemandelbaumblätter auf dem Boden werden sehr gerne als Futterfläche und Versteck genutzt. Weicher Sand oder feiner Kies als Bodengrund ist ideal.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 18 und 24 Grad Celsius. Damit ist Cambarellus shufeldtii etwas kühler als viele tropische Aquarientiere und mag keine dauerhaft hohen Temperaturen. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen, die Gesamthärte zwischen 5 bis 15 °dGH. Fish Humin und Seemandelbaumblätter verbessern die Wasserqualität. Wöchentliche Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent. Gute Filterung ohne starke Strömung.
Pflanzen im Becken werden vom Louisiana Zwergflusskrebs als Nahrungsquelle und Kletterfläche genutzt. Hartblättrige Pflanzen wie Anubias und Java-Farn werden weniger stark angefressen als zartes Pflanzenmaterial. Das Beckel muss gut abgedeckt sein, da Cambarellus sehr gute Kletterer sind und aus offenen Becken entkommen können. Während der Häutung sind die Krebse besonders verletzlich und brauchen Verstecke.
Cambarellus shufeldtii ist ein Allesfresser, der sich in der Natur von Aufwuchs, Laub, Detritus, kleinen Würmern und organischen Partikeln ernährt. Im Aquarium werden Zwergkrebspellets und Flockenfutter gerne gefressen. Frischgemüse wie blanchierte Zucchini, Spinat und Salat werden sehr gerne angenommen.
Seemandelbaumblätter und Erlenholz im Becken liefern Dauerfutter in Form von organischem Aufwuchs und Mikroorganismen. Gelegentliche Proteinzugaben aus kleiner Artemia oder Tubifex verbessern die Kondition. Häutungsbedingte Phasen können durch Zugabe von Kalzium aus zerkleinertem Tintenfischknochen oder Mineralsteinen unterstützt werden. Nicht zu viel auf einmal füttern, da Reste die Wasserqualität verschlechtern.
Cambarellus shufeldtii kann mit ruhigen, nicht zu kleinen Fischen vergesellschaftet werden. Kleinfische wie ruhige Corydoras-Arten passen als Bodenbegleiter gut. Ruhige Schwarmfische der mittleren Wasserschicht sind ideale Mitbewohner. Keine aggressiven oder scheuenden Fische, die die Krebse stressen.
Vorsicht bei Vergesellschaftung mit Fischen: Campbarellus shufeldtii ist zwar gut geschützt, aber bei der Häutung sind die weichen Tiere leichte Beute für viele Fischarten. Garnelen-Arten mit ähnlichen Ansprüchen können koexistieren, aber Cambarellus kann gelegentlich Garnelen fangen. Keine Großkrebse oder aggressiven Krebse als Mitbewohner.
Die Zucht von Cambarellus shufeldtii im Aquarium ist erfreulicherweise unkompliziert. Weibchen tragen nach der Paarung 20 bis 50 Eier unter dem Schwanzfächer, die nach 3 bis 4 Wochen schlüpfen. Die Jungkrebse sind bei der Geburt vollständig ausgebildete Miniaturausgaben der Elterntiere, ohne eine Freischwimm-Larvenphase. Diese Eigenschaft macht die Aufzucht wesentlich einfacher als bei vielen anderen Krebsarten.
Jungkrebse können sofort mit feinstem Granulat, Spirulina-Staubtrockennahrung und Aufwuchs gefüttert werden. Bei guter Ernährung und stabilen Bedingungen ist eine schnelle Vermehrung möglich. Temperaturen um 20 bis 22 Grad Celsius fördern die Reproduktion. Eine Bestandskontrolle ist empfehlenswert, da die Population bei optimalen Bedingungen schnell anwächst.
| Deutscher Name: | Louisiana Zwergflusskrebs |
| Wissenschaftlicher Name: | Cambarellus shufeldtii |
| Synonyme / Handelsnamen: | Louisiana Dwarf Crayfish, Shufeldts Zwergkrebs, Cambarellus shufeldtii |
| Herkunft: | USA |
| Herkunftsregion: | Louisiana, Mississippi, Alabama, Südliche USA |
| Lebenserwartung: | 2 bis 4 Jahre |
| Endgröße: | 3 bis 4 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Schnell |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 3 bis 10 / pH: 6,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 18 bis 24 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Viele Verstecke, kühles Wasser, Abdeckung zwingend, wöchentlich 20 Prozent Wasserwechsel |
| Aquariengröße: | Ab 20 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Gruppe oder Paare, mehrere Weibchen je Männchen |
| Futter: | Krebspellets, Flockenfutter, Frischgemüse, Aufwuchs, Seemandelbaumblätter |
| Fischgruppe: | Zwergkrebse (Cambarellus) |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Friedlich mit ruhigen Fischen, kann Garnelen gefährden, max 4 cm |
| Farben / Varianten: | Wildform Cambarellus shufeldtii |
| Besondere Merkmale: | Nano-tauglich ab 20 Litern, lebhaftes Erkundungsverhalten, einfache Zucht, leuchtende Farbe |
| Aktivitätsphasen: | Tag- und dämmerungsaktiv |
| Zucht: | Einfach, Weibchen trägt Eier, Jungkrebse fertig ausgebildet, kein Laichsubstrat notwendig |
| Verhalten: | Aktiv, neugierig, bodenbewohnend, gräbt wenig, gute Kletterer |
| Vergesellschaftung: | Mit ruhigen kleinen Fischen, keine Garnelen als Mitbewohner, Häutungsverstecke nötig |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Können gelegentlich Garnelen fangen. Riskant. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden toleriert. | |
| mit Zwergkrebsen | Friedliche Zwergkrebsarten möglich, ausreichend Raum notwendig. | |
| mit Großkrebsen | Werden bedroht und gefressen. | |
| mit friedlichen Fischen | Gut mit ruhigen kleinen bis mittelgroßen Fischen. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten bedrohen den Krebs. | |
| mit Welsen | Nur kleine, ruhige Welse als Mitbewohner. |