
Profi Tipp von Lucas Müller
“Polypterus lapradei ist für mich die aquaristische Zeitreise schlechthin. 400 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte im Aquarium. Wenn man sieht, wie er langsam den Boden entlanggleitet und Luft schnappt, versteht man, warum diese Fische die Dinosaurier überdauert haben.”
| Farbe: | Olivgrün bis dunkelbraun mit hellem Muster, aalartig, charakteristisches Flossenstreifenmuster |
| Vermehrung: | Laicht in Pflanzen, Larven mit äußeren Kiemen, selten in Aquarien |
| Herkunft: | Wildtier |
| Für Anfänger: | Nein, Großbecken und Abdeckung zwingend, für Erfahrene |
Hinweis: Bei diesem Flösselhecht handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der Lapradei Flösselhecht (Polypterus lapradei) ist einer der größten und beeindruckendsten Vertreter der Gattung Polypterus, einer Fischgruppe von unvergleichlicher evolutionärer Bedeutung: Die Flösselhechtartigen (Polypteridae) sind lebende Fossilien, die seit über 400 Millionen Jahren nahezu unverändert die Ozeane und Süßgewässer unserer Erde bewohnen und deren nächste Verwandten in den alten Laufzeuge-Fischen zu suchen sind, die den Übergang vom Wasser zum Land einleiteten. Polypterus lapradei, der Lapradei Flösselhecht, gehört zu den größten Polypterus-Arten und verbindet urzeitliche Robustheit mit einem imposanten Erscheinungsbild aus schuppengepanzertem, langgestrecktem Körper und charakteristischen Rückenflossenstrahlen, die ihm seinen deutschen Namen "Flösselhecht" gaben.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Knochenfischen besitzen Polypterus-Arten eine primitive, lungen-ähnliche Schwimmblase, die es ihnen ermöglicht, atmosphärischen Sauerstoff direkt an der Wasseroberfläche zu atmen. Diese Fähigkeit ist eine evolutionäre Ausnahme unter den Knochenfischen und erklärt, warum Flösselhechtarten auch in sauerstoffarmem, trübem Wasser überleben können. In der Aquaristik bedeutet dies: Das Becken muss zwingend gedeckelt sein, da Polypterus lapradei regelmäßig zur Oberfläche kommt, um Luft zu schnappen, und aus unbedeckten Aquarien herausspringen kann.
GarnelenTv bietet Polypterus lapradei als seltene Rarität für erfahrene Aquarianer mit entsprechend großen Becken an. Mit einer Adulthöhe von 50 bis 70 cm ist der Lapradei Flösselhecht einer der größten Polypterus-Arten und benötigt Becken ab 500 bis 800 Litern. Fish Humin passt als Konditionierer für das leicht tanninsäurehaltige Wasser gut zu dieser altweltlichen Fischart.
Die Geschlechterunterscheidung beim Lapradei Flösselhecht ist bei adulten Tieren möglich. Männchen besitzen eine verbreiterte, fächerartige Afterflosse mit mehr Flossenträgern als Weibchen, die eine schmalere, einfachere Afterflosse haben. Diese verbreiterte Afterflosse der Männchen dient bei der Paarung als Brutnapf für die befruchteten Eier. Bei großen, adulten Tieren ist dieser Unterschied deutlich erkennbar.
Weibchen sind insgesamt fülliger und runder im Bauchbereich, besonders wenn sie laichbereit sind. Jungtiere unter 20 cm lassen sich praktisch nicht nach Geschlecht bestimmen. Für erfolgreiche Zucht ist ein großes Becken mit Wasserpflanzen als Laichsubstrat und ein simulierter Regenzeit-Auslöser durch kühles Frischwasser notwendig. Zuchterfolge von Polypterus lapradei in Aquarien sind selten, aber dokumentiert.
Polypterus lapradei benötigt ein großes, zwingend gedeckeltes Aquarium. Für Jungtiere bis 30 cm ab 200 bis 300 Litern, für halbwüchsige Tiere ab 40 cm mindestens 400 Liter, für adulte Tiere ab 50 cm mindestens 500 bis 800 Liter. Das Becken muss immer abgedeckt sein, da Flösselhechtarten sehr gut klettern und aus offenen Aquarien flüchten können. Auch kleinste Lücken in der Abdeckung können genutzt werden.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen, die Gesamthärte zwischen 5 und 15 °dGH. Polypterus ist vergleichsweise tolerant gegenüber Wasserparametern und überlebt sogar in sehr sauerstoffarmem Wasser durch seine Luftatmung. Fish Humin in geringer Dosierung als Konditionierer. Wöchentliche Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent. Gute Filterung trotz der Robustheit: Sauberes Wasser verbessert Wohlbefinden und Farbintensität.
Großer, weicher Bodengrund aus Sand ist ideal, da Polypterus lapradei gerne auf dem Boden liegt und sich manchmal leicht eingräbt. Große Wurzeln, Steine und Röhren als Verstecke. Schwache Beleuchtung oder beschattete Bereiche werden bevorzugt. Polypterus ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv. Keine starke Strömung, da Polypterus ruhiges Wasser bevorzugt.
Polypterus lapradei ist ein ambuschierende Räuber und frisst ausschließlich tierische Nahrung. Größere Frostfutterportionen aus Garnelen, Muschelfleisch, Herz und Krill werden begeistert gefressen. Flockenfutter wird in der Regel abgelehnt. Stattdessen große sinkende Fleischfutterstücke bevorzugt.
Polypterus lapradei frisst mit zunehmendem Größe alles, was in sein Maul passt: Kleinfische, Krebse, Würmer und Weichtiere. In gemischten Becken müssen Mitbewohner groß genug sein, um nicht gefressen zu werden. Lebendfutter aus Regenwürmern oder Fischen wird sehr gerne genommen, sollte aber nur gelegentlich als Ergänzung angeboten werden. Qualitativ hochwertiges Frostfutter ist die beste Dauernahrung.
Polypterus lapradei ist ein Räuber, der alles als Nahrung betrachtet, was in sein breites Maul passt. Mitbewohner müssen entsprechend groß sein. Oskar-Buntbarsche und andere Großbuntbarsche sind geeignete Mitbewohner, die zu groß zum Fressen sind. Heros severum passen gut ins Biotop.
Gegenüber anderen Polypterus-Arten ist lapradei meist tolerant, wenn beide Tiere ähnlich groß sind und ausreichend Platz vorhanden ist. Schnecken werden gefressen. Garnelen werden gefressen. Alle Fische unter 10 cm Körperlänge werden als Nahrung betrachtet. Keine aggressiven Arten, die Polypterus beißen. Das Becken muss groß genug für alle Tiere sein.
Zuchterfolge bei Polypterus lapradei im Aquarium sind selten, aber möglich. Die Paarung wird durch einen simulierten Regenzeit-Auslöser stimuliert: Intensivierte Wasserwechsel mit kühlerem Frischwasser, Temperaturabsenkung und längere Dunkelperioden lösen das Laichverhalten aus. Das Männchen treibt das Weibchen mit seiner verbreiterten Afterflosse und befrudert die Eier einzeln.
Die Eier werden auf Wasserpflanzen oder Moos abgelegt. Nach 3 bis 4 Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst noch äußere Kiemen tragen, ein weiteres Merkmal der primitiven Biologie dieser Fischgruppe. Die äußeren Kiemen werden nach wenigen Wochen zurückgebildet. Jungfische sind winzig und benötigen feinstes Lebendfutter aus Artemia-Nauplien als erste Nahrung.
| Deutscher Name: | Lapradei Flösselhecht |
| Wissenschaftlicher Name: | Polypterus lapradei |
| Synonyme / Handelsnamen: | Lapradei Bichir, Flösselhecht, Polypterus lapradei |
| Herkunft: | Westafrika |
| Herkunftsregion: | Westafrikanische Flusssysteme, Senegal bis Zaire |
| Lebenserwartung: | 15 bis 25 Jahre |
| Endgröße: | 50 bis 70 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 2 bis 10 / pH: 6,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 24 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Abgedecktes Großbecken, karnivore Ernährung, wöchentlich 20 Prozent Wasserwechsel, Sandboden |
| Aquariengröße: | Ab 500 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzeltier oder Paare in Großbecken |
| Futter: | Frostfutter (Garnelen, Muschel, Herz), Lebendfutter, große Fleischfutterstücke |
| Fischgruppe: | Flösselhechtartige (Polypteridae) |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Räuber, frisst alles unter 10 cm, friedlich gegenüber Großfischen, Becken abdecken |
| Farben / Varianten: | Wildform Polypterus lapradei |
| Besondere Merkmale: | Primitiver Lungenatmer, 400 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte, äußere Kiemen bei Larven, aalartig |
| Aktivitätsphasen: | Dämmerungs- und nachtaktiv |
| Zucht: | Sehr selten, Regenzeit-Auslöser, Larven mit äußeren Kiemen |
| Verhalten: | Ruhiger Räuber, bodenbewohnend, Lauerjäger, nachtaktiv, kann Luft atmen |
| Vergesellschaftung: | Nur mit Großfischen ab 10 cm, abgedecktes Becken zwingend, karnivorer Räuber |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Werden gefressen. | |
| mit Schnecken | Werden gefressen. | |
| mit Zwergkrebsen | Werden gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Werden als Beute betrachtet. | |
| mit friedlichen Fischen | Nur mit Großfischen ab 10 cm. Alles kleinere wird gefressen. | |
| mit aggressiven Arten | Nicht geeignet, Verletzungsgefahr. | |
| mit Welsen | Andere große Welse möglich, wenn ähnlich groß. |