
Profi Tipp von Lucas Müller
“Der L 24 ist für mich einer der spektakulärsten Welse überhaupt. Schwarzer Körper, rote Flossen, Stacheln überall. Das ist kein Aquariumfisch, das ist eine lebende Skulptur.”
| Farbe: | Dunkelgrau bis schwarz mit leuchtend roten bis orangefarbenen Flossen, Körperstacheln |
| Vermehrung: | Höhlenlaicher, sehr selten in Aquarien, Männchen betreibt Brutpflege |
| Herkunft: | Wildtier |
| Für Anfänger: | Nein, Großbecken, karnivore Ernährung, stark territorial |
Hinweis: Bei diesem Kaktuswels handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der L 24 Rotflossen Kaktuswels (Pseudacanthicus pitanga) ist einer der eindrucksvollsten, charaktervollsten und begehrtesten Großwelse der gesamten Loricariidae-Familie: ein echter Harnischwels-Riese mit imposantem Erscheinungsbild, der durch seine leuchtend roten bis orangefarbenen Flossen auf dem dunkel schwarzgrauen, mit kleinen Stacheln besetzten Körper zu den optischen Highlights unter den Großwelsen überhaupt gehört. Der Gattungsname "Pseudacanthicus" bedeutet sinngemäß "scheinbarer Stachel-Wels", was auf die markanten Stacheln auf dem gepanzerten Körper hinweist. Der Artname "pitanga" ist das brasilianisch-portugiesische Wort für "rot" und verweist direkt auf die unverkennbaren roten Flossen, die diesen Wels aus der Masse aller anderen Pleco-Arten herausstechen lassen.
Pseudacanthicus pitanga stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Tocantins in Brasilien, einem der großen Flüsse des Amazonasbeckens, wo er in schnell fließendem, klarem Wasser mit felsigem Untergrund, großen Steinformationen und Treibholz lebt. Der Lebensraum des L 24 ist geprägt von starker Strömung, hohem Sauerstoffgehalt und klarem, weichem Wasser. Im Gegensatz zu vielen anderen Pleco-Arten ist Pseudacanthicus pitanga kein Algenfresser: Er ist ein echter Räuber und Aasfresser, der tierische Nahrung bevorzugt und sich in der Natur von Wirbellosem, organischen Resten und gelegentlich von pflanzlichem Material ernährt. Diese karnivore Ausrichtung macht ihn zu einem Spezialisten.
GarnelenTv bietet Pseudacanthicus pitanga als begehrte Rarität für Spezialisten an. Der L 24 ist ein Wels für erfahrene Aquarianer mit entsprechend großen Becken: Adulte Tiere erreichen Körperlängen von 25 bis 35 cm und benötigen Aquarien ab 400 bis 500 Litern. Fish Humin kann als Konditionierer für klares, leicht gebräuntes Wasser eingesetzt werden.
Die Geschlechterunterscheidung beim Rotflossen Kaktuswels ist bei adulten Tieren möglich, aber nicht einfach. Männchen zeigen deutlichere und ausgeprägtere Odontoden an den Kopfseiten und an der Basis der Brustflossen. Die Rumpf-Odontoden, die dem L 24 seinen "Kaktus"-Charakter verleihen, sind bei Männchen tendenziell etwas größer und zahlreicher als bei Weibchen. Weibchen sind insgesamt fülliger im Bauchbereich, besonders zur Laichzeit.
Die roten Flossen sind bei beiden Geschlechtern vorhanden, wirken aber bei gut konditionierten, dominanten Männchen oft etwas intensiver orange-rot. Eine sichere Geschlechtsbestimmung gelingt am besten durch den direkten Vergleich mehrerer Tiere gleicher Größe. Jungtiere unter 15 cm lassen sich praktisch nicht sexuieren. Zuchterfolge bei Pseudacanthicus in Aquarien sind sehr selten und setzen optimale Großbeckenbedingungen voraus.
Pseudacanthicus pitanga benötigt große Becken: Für Jungtiere bis 15 cm ab 200 Litern, für halbwüchsige Tiere ab 20 cm mindestens 300 Liter, für adulte Tiere ab 25 cm mindestens 400 bis 500 Liter. Das Becken muss ausreichend Strömung bieten: Eine kräftige Filterpumpe oder zusätzliche Strömungspumpe ist notwendig, da L 24 aus einem strömungsreichen Habitatstammt. Große Steine, Schieferplatten, Felsformationen und Treibholz als Verstecke.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 7,5 liegen, die Gesamthärte zwischen 5 und 15 °dGH. Sehr gute Filterung ist unverzichtbar, da Pseudacanthicus viel Futter konsumiert und entsprechend viel organisches Material produziert. Fish Humin in moderater Dosierung verbessert das Wohlbefinden. Wöchentliche Wasserwechsel von 25 bis 30 Prozent halten die Wasserqualität auf dem notwendigen Niveau.
Treibholz ist für L 24 weniger als Nahrungsquelle wichtig als für Panaque-Arten, aber dennoch als Versteck und Revier unverzichtbar. Die Stacheln des Kaktuswels sind sehr scharf und können sich in Kescher-Material verhaken. Beim Transport und beim Einsetzen Vorsicht walten lassen. Adulte Tiere sind stark territorial und können bei Bedrohung aggressiv reagieren. Das Becken sollte gut abgedeckt sein, da Pseudacanthicus durchaus klettern kann.
Der L 24 Rotflossen Kaktuswels ist ein Fleischfresser und braucht proteinreiches Futter. Frostfutter aus Artemia, Mückenlarven, Krill und Gammarus werden begeistert gefressen. Hochwertiges karnivores Wels-Granulat mit hohem Proteingehalt bildet die tägliche Basis. Futtertabletten aus hochwertigen Fleischproteinen, Garnelen und Muschelfleisch werden sehr gerne gefressen.
Ausschließlich pflanzliche Kost führt beim L 24 zu Mangelernährung. Gelegentliche Gaben von blanchierten Zucchini oder Gurken als Ballaststoffergänzung sind möglich, sollten aber nicht die Hauptnahrung sein. Frostfutter aus Rinderherz in kleinen Mengen wird von größeren Tieren akzeptiert. Drei bis vier Fütterungen pro Woche mit Variation sind ideal. Pseudacanthicus kann überraschend viel fressen und produziert entsprechend viel Kot.
Pseudacanthicus pitanga ist gegenüber anderen Fischarten der mittleren und oberen Wasserschicht grundsätzlich tolerant, solange diese nicht in sein Bodenterritorium eindringen. Großfische wie Chilli-Oskar und Heros severum passen gut ins Becken. Kleine Fische werden möglicherweise als Beute betrachtet.
Andere Kaktuswels-Männchen in demselben Becken führen zu aggressiven Territorialkämpfen. Pro Becken nur ein L 24 oder ausreichend getrennte Reviere durch Steinformationen. Garnelen und Schnecken werden im Becken mit Pseudacanthicus gefressen. Keine kleinen Fische unter 5 cm Körperlänge als Mitbewohner.
Zuchterfolge beim L 24 Rotflossen Kaktuswels in Aquarien sind sehr selten und erfordern Großbecken ab 600 Litern, ausgezeichnete Wasserqualität, sehr gute Kondition der Elterntiere durch Lebendfutter und eine simulierte Regenzeit durch intensive Wasserwechsel. Gelingt die Zucht, laichen die Tiere in Höhlen ab, und das Männchen betreibt die gesamte Brutpflege.
Die leuchtend orangefarbenen Eier des L 24 sind bereits als Babys von besonderer Schönheit. Jungfische zeigen schon früh die charakteristischen Stacheln des Körperpanzers und beginnen nach dem Freischwimmen sofort mit der Futtersuche. Die roten Flossen entwickeln ihre volle Intensität erst mit zunehmendem Alter. Ein ausgewachsener L 24 mit voll entwickelten roten Flossen ist ein unvergesslicher Anblick im Aquarium.
| Deutscher Name: | L 24 Rotflossen Kaktuswels |
| Wissenschaftlicher Name: | Pseudacanthicus pitanga |
| Synonyme / Handelsnamen: | Red Fin Cactus Pleco, L24, Pseudacanthicus pitanga, Kaktuswels |
| Herkunft: | Brasilien |
| Herkunftsregion: | Rio Tocantins, Brasilien |
| Lebenserwartung: | 15 bis 20 Jahre |
| Endgröße: | 25 bis 35 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 2 bis 10 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 25 bis 30 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Großbecken, starke Filterung, karnivore Ernährung, wöchentlich 25 Prozent Wasserwechsel |
| Aquariengröße: | Ab 400 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzeltier oder 1 Männchen mit 1 Weibchen |
| Futter: | Frostfutter (Krill, Artemia, Muschel), karnivores Wels-Granulat |
| Fischgruppe: | Saugwelse (Loricariidae) |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Territorial gegenüber Artgenossen, friedlich mit großen Fischen, kein Fisch unter 5 cm |
| Farben / Varianten: | Wildform L24 |
| Besondere Merkmale: | Leuchtend rote Flossen, Körperstacheln, karnivorer Großwels, Rarität |
| Aktivitätsphasen: | Dämmerungs- und nachtaktiv |
| Zucht: | Sehr selten, Großbecken notwendig, Höhlenlaicher |
| Verhalten: | Stark territorial, bodenbewohnend, karnivorer Räuber, nachaktiv, Einzelgänger |
| Vergesellschaftung: | Nur mit Großfischen ab 10 cm, ein Männchen je Becken, karnivorer Räuber |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Werden gefressen. | |
| mit Schnecken | Werden gefressen. | |
| mit Zwergkrebsen | Werden gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Werden als Beute betrachtet. | |
| mit friedlichen Fischen | Nur mit Großfischen ab 10 cm Körperlänge. Kleinfische werden gefressen. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten nicht geeignet, Verletzungsgefahr. | |
| mit Welsen | Andere Welsarten möglich wenn groß genug, kein zweites L24-Männchen. |