
Profi Tipp von Lucas Müller
“Neolamprologus cylindricus ist für mich der eleganteste Cichlide des Tanganjikasees. Die schlanke Körperform und das kontrastreiche Schwarz-Weiß-Muster haben eine ganz besondere Ästhetik. Wer bereit ist, die anspruchsvollen Wasserwerte zu halten, wird mit einem faszinierenden Räuber belohnt.”
| Farbe: | Weißer Grundkörper mit schwarzen senkrechten Querbändern, kontrastreiches Streifenmuster |
| Vermehrung: | Höhlenbrüter, biparentale Brutpflege, Schlupf nach 4 bis 5 Tagen, Jungfische nach 5 bis 7 Tagen frei |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Nein, Tanganjika-Kenntnisse und hartes alkalisches Wasser zwingend erforderlich |
Hinweis: Bei diesem Gestreiften Tanganjika Buntbarsch handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der Gestreifte Tanganjika Buntbarsch (Neolamprologus cylindricus) ist ein eleganter, schlanker Cichlide aus dem Tanganjikasee in Ostafrika, der durch seine charakteristisch langgestreckte, torpedoförmige Körperform und das kontrastreiche Schwarz-Weiß-Streifenmuster zu den ausdrucksstärksten Vertretern seiner Gattung zählt. Neolamprologus cylindricus gehört zur großen und artenreichen Gattung Neolamprologus, die ausschließlich im Tanganjikasee endemisch ist und dort die unterschiedlichsten ökologischen Nischen besetzt. Diese Art ist ein spezialisierter Räuber, der in den felsigen Zonen des Sees lebt und seine schlanke Gestalt nutzt, um in Felsspalten einzudringen und kleine Fische sowie Wirbellose zu erbeuten.
Im Tanganjikasee bewohnt Neolamprologus cylindricus die Übergangszone zwischen Fels- und Sandhabitat in Tiefen von einem bis zu zehn Metern. Das Wasser des Tanganjikasees ist für einen Binnensee außergewöhnlich klar, sehr hart und stark alkalisch mit einem pH-Wert von 8,5 bis 9,0 und einer Gesamthärte von 12 bis 18 °dGH. Diese extremen Wasserwerte sind keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für die Gesundheit dieser Art. Die markante Streifenzeichnung in Schwarz und Weiß variiert leicht zwischen Individuen und dient sowohl der Tarnung an den Felsstrukturen als auch der Kommunikation zwischen Artgenossen.
GarnelenTv bietet Neolamprologus cylindricus als seltene Rarität an, die im deutschen Fachhandel kaum erhältlich ist. Diese Art ist für Tanganjika-Liebhaber eine faszinierende Ergänzung eines spezialisierten Tanganjika-Beckens, das durch die klare Struktur der Felslandschaft und das kristallklare, harte Wasser des ostafrikanischen Sees besticht. Neolamprologus cylindricus ist kein Fisch für Einsteiger, sondern für erfahrene Aquarianer mit Kenntnissen über die besonderen Anforderungen von Tanganjika-Cichliden.
Die Geschlechterunterscheidung bei Neolamprologus cylindricus ist bei adulten Tieren gut möglich. Männchen werden deutlich größer als Weibchen und erreichen Körperlängen von bis zu 12 Zentimetern, während Weibchen in der Regel bei sieben bis acht Zentimetern verbleiben. Dieser ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus in der Körpergröße ist charakteristisch für viele Neolamprologus-Arten und ermöglicht auch die Haltung in einem Harem-Setup mit einem großen Männchen und mehreren Weibchen.
Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die Körperproportionen: Männchen wirken langgestreckter und kräftiger, Weibchen kompakter und bauchiger, besonders zur Laichzeit. Bei laichreifen Weibchen ist die Bauchhöhle deutlich ausgedehnt. Männchen zeigen in Dominanzphasen intensivere Farbkontraste und spreizen Flossen und Rückenflossenstrahlen aggressiv aus. Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist erst bei Tieren ab sieben Zentimetern verlässlich möglich.
Neolamprologus cylindricus benötigt ein spezialisiertes Tanganjika-Aquarium mit den für diesen See typischen harten, alkalischen Wasserwerten. Für ein Paar oder ein Trio (ein Männchen, zwei Weibchen) ist ein Aquarium ab 120 bis 150 Litern ausreichend. Für eine Gruppe empfehlen sich 200 Liter oder mehr. Wichtig ist, dass das Becken ausreichend lang ist (mindestens 120 Zentimeter), da Männchen Reviere verteidigen und schwächere Tiere ohne Ausweichmöglichkeiten dauerhaft verfolgen.
Die Einrichtung muss aus Felsstrukturen bestehen: übereinander gestapelte Steine, Lochsteine, Schieferplatten und ähnliche Materialien bilden die Höhlen, Spalten und Sichtbarrieren, die diese Art zum Leben braucht. Als Bodengrund eignet sich feiner Kies oder Korallensand, der den pH-Wert puffert und die alkalischen Bedingungen stabilisiert. Pflanzen sind im Tanganjika-Becken nicht üblich und werden von Neolamprologus cylindricus meist ignoriert oder verdrängt.
Der pH-Wert muss zwischen 8,0 und 9,0 liegen, die Gesamthärte (GH) zwischen 12 und 20 °dGH, die Karbonathärte (KH) zwischen 10 und 16 °dKH. Die Temperatur sollte zwischen 24 und 27 Grad Celsius liegen. Weiches oder saures Wasser ist für Tanganjika-Cichliden tödlich und führt innerhalb kurzer Zeit zu schweren Erkrankungen. Fish Humin kann auch bei alkalischen Arten in minimaler Dosierung die Schleimhautgesundheit unterstützen, ohne den pH-Wert signifikant zu senken. Wöchentliche Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent mit hartem, mineralstoffreichen Wasser sind unbedingt notwendig.
Neolamprologus cylindricus ist ein Raubfisch, der in der Natur kleine Fische und Wirbellose erbeutet. Im Aquarium akzeptiert er hochwertiges Flockenfutter und Cichliden-Granulat als Trockenfutter. Der Schwerpunkt der Ernährung sollte jedoch auf Frostfutter liegen: Artemia, Cyclops, Mückenlarven, Daphnien und kleine Stinte werden begeistert angenommen und sind für die Farbentwicklung und Gesundheit unentbehrlich.
Lebendfutter wie kleine Stinte, Asseln und Artemiakultur ist für Neolamprologus cylindricus ein besonderer Genuss und stimuliert das natürliche Jagdverhalten auf faszinierende Weise. Dabei ist zu beachten, dass sehr kleine Mitbewohner im Becken als potenzielle Nahrung angesehen werden. Die Fütterung sollte in zwei kleinen Portionen täglich erfolgen. Pflanzliche Kost wird von dieser streng carnivor lebenden Art kaum angenommen und ist nicht notwendig.
Neolamprologus cylindricus ist innerhalb von Tanganjika-Becken eingeschränkt vergesellschaftbar. Gegenüber anderen Tanganjika-Cichliden, die ausreichend unterschiedliche Nischen besetzen, ist eine Koexistenz möglich. Im Shop verfügbare Maulbrüter wie der Gelbe Maulbrüter aus dem Malawisee sind wegen fundamental anderer Wasserwert-Anforderungen jedoch nicht geeignet. Als beste Vergesellschaftungspartner gelten andere größere Tanganjika-Arten oder robuste Vertreter aus dem gleichen Ökosystem.
Südamerikanische oder asiatische Arten sind aufgrund der vollständig unterschiedlichen Wasserwert-Anforderungen nicht mit Tanganjika-Cichliden kombinierbar. Garnelen, Schnecken und Kleinfische werden von Neolamprologus cylindricus gefressen oder aggressiv verfolgt. Gegenüber Artgenossen zeigen Männchen starkes Territorialverhalten. Das Becken muss ausreichend strukturiert sein, damit Weibchen und rangschwächere Tiere Schutz vor dem dominanten Männchen finden.
Die Zucht von Neolamprologus cylindricus ist in einem gut eingerichteten Tanganjika-Becken mit stabilen Wasserwerten erreichbar. Das Weibchen legt die Eier in einer Felshöhle oder einem engen Spalt ab. Das Paar betreibt intensive Brutpflege: Beide Elternteile bewachen das Gelege und die Larven aktiv und aggressiv gegen alle anderen Beckenbewohner. Die Aggressivität der Elterntiere steigt während der Brutpflege erheblich an und kann für Mitbewohner in kleinen Becken problematisch werden.
Die Eier schlüpfen nach vier bis fünf Tagen bei 26 Grad Celsius. Die Larven hängen zunächst an der Felswand und werden nach etwa weiteren fünf bis sieben Tagen frei schwimmend. Das Elternpaar führt die Jungfische noch mehrere Wochen und verteidigt sie vehement. Jungfische können sofort mit feinsten Artemia-Nauplien ernährt werden. In Becken mit Mitbewohnern ist eine Trennung der Jungfische nach dem Freischwimmen empfehlenswert, um Verluste durch Fraß zu minimieren.
| Deutscher Name: | Gestreifter Tanganjika Buntbarsch |
| Wissenschaftlicher Name: | Neolamprologus cylindricus |
| Synonyme / Handelsnamen: | Cylindricus Cichlid, Striped Tanganyika Cichlid, Neolamprologus cylindricus |
| Herkunft: | Ostafrika |
| Herkunftsregion: | Tanganjikasee, Ostafrika |
| Lebenserwartung: | 6 bis 10 Jahre |
| Endgröße: | 8 bis 12 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 12 bis 20 / KH: 10 bis 16 / pH: 8,0 bis 9,0 |
| Temperatur: | 24 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Hartes alkalisches Wasser (pH 8,0 bis 9,0), Felsstrukturen, wöchentlich 20 Prozent Wasserwechsel |
| Aquariengröße: | Ab 150 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paar oder Harem: 1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen |
| Futter: | Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Cyclops), Cichliden-Granulat, Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Tanganjika-Cichliden (Cichlidae, Lamprologini) |
| Schwimmzone: | Mitte / Unten |
| Sozialverhalten: | Territorial, Männchen aggressiv gegenüber Artgenossen, intensive Brutpflege |
| Farben / Varianten: | Wildform |
| Besondere Merkmale: | Schlanke torpedoförmige Körperform, kontrastreiche Schwarz-Weiß-Streifen, Tanganjika-Spezialist |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Höhlenbrüter, intensive Brutpflege beider Eltern, Jungfische nach 10 bis 12 Tagen frei schwimmend |
| Verhalten: | Territorial, aktiv, revierbildend, Männchen dominant, intensive biparentale Brutpflege |
| Vergesellschaftung: | Nur mit anderen Tanganjika-Arten, hartes stark alkalisches Wasser zwingend notwendig |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden gefressen. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden gefressen. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden sofort gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse werden angegriffen. | |
| mit friedlichen Fischen | Nicht geeignet für normale Gemeinschaftsaquarien. Nur Tanganjika-Spezialisten passen. | |
| mit aggressiven Arten | Auch aggressive Arten sind ungeeignet, wenn sie nicht aus dem Tanganjikasee stammen. | |
| mit Welsen | Robuste Tanganjika-Welse können in ausreichend großen Becken koexistieren. |