
Profi Tipp von Lucas Müller
“Metynnis fasciatus ist mein persönlicher Favorit unter den Scheibensalmlern. Die Querstreifen machen ihn deutlich dynamischer als die gepunkteten Verwandten, und wenn die Gruppe bei der Fütterung durchs Becken schießt, ist das ein Spektakel. Eine echte Rarität für Großaquarium-Liebhaber.”
| Farbe: | Silbrig glänzend mit dunklen senkrechten Querbändern, Flossen teilweise rötlich getönt |
| Vermehrung: | Freilaicher, Eier sinken auf Boden, keine Brutpflege, Schlupf nach 24 bis 36 Stunden |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Bedingt, großes Becken notwendig, keine zarten Wasserpflanzen möglich |
Hinweis: Bei diesem Gestreiften Scheibensalmler handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der Gestreifte Scheibensalmler (Metynnis fasciatus) ist ein beeindruckender Großsalmler aus dem tropischen Südamerika, der durch seinen silbrig glänzenden, scheibenförmigen Körper mit charakteristischen dunklen Querstreifen zu den auffälligsten Vertretern der Gattung Metynnis zählt. Im Gegensatz zum Gepunkteten Scheibensalmler (Metynnis maculatus) trägt Metynnis fasciatus keine Punkte, sondern ausgeprägte, senkrechte Bänder, die sich besonders während der Balz und in Stressphasen deutlich intensivieren. Mit einer Körperlänge von bis zu 20 Zentimetern ist er ein stattlicher Schwarmfisch, der großen Raum und Gesellschaft benötigt und im gut geplanten Großaquarium zu einem der eindrucksvollsten Hingucker überhaupt wird.
In der Natur ist Metynnis fasciatus im Amazonasbecken sowie in den Flusssystemen Guayanas und des Orinoco verbreitet. Er bewohnt überschwemmte Waldgebiete, langsam fließende Nebenarme und Buchten mit dichten Ufervegetationszonen, wo er in Schulen von Dutzenden bis Hunderten Tieren zieht. Als ausgeprägter Pflanzenfresser konsumiert er Wasserpflanzen, Früchte, Samen und Algen. Dieses Verhalten ist tief in seiner Ernährungsbiologie verwurzelt und spielt auch im Aquarium eine entscheidende Rolle bei der Planung der Bepflanzung. Natürliche Biotopbegleiter sind große Salmler, Buntbarsche und Panzerwelse in überlappenden Habitaten des Amazonasbeckens.
GarnelenTv bietet Metynnis fasciatus als seltene Rarität an, die im regulären deutschen Aquarienhandel kaum erhältlich ist. Die gebänderte Form des Scheibensalmlers ist noch seltener als die gepunkteten Verwandten und stellt daher eine besonders exklusive Wahl für Liebhaber großer, friedlicher Schwarmfische dar. Eine Gruppe von sechs oder mehr Tieren im geräumigen Großaquarium bietet einen Anblick, der an wilde Fischschwärme im Amazonasurwald erinnert und selbst erfahrene Aquarianer begeistert.
Die Geschlechterunterscheidung bei Metynnis fasciatus folgt denselben Prinzipien wie bei anderen Metynnis-Arten. Das zuverlässigste Merkmal ist die Afterflosse: Männchen besitzen eine verlängerte, leicht gebogene oder rötlich getönte Afterflosse, deren vordere Strahlen eine erkennbare Krümmung aufweisen. Diese Modifikation ist eine Anpassung an den Paarungsvorgang und entspricht einem Gonopodium-ähnlichen Strukturmerkmal, das sich von der gleichmäßig gerundeten Afterflosse der Weibchen deutlich abhebt.
Weibchen sind voluminöser im Rumpf und erscheinen besonders zur Laichzeit deutlich bauchiger als Männchen, da ihre Körperhöhle von reifen Eiern ausgedehnt wird. Auch von oben betrachtet ist der Unterschied im Körpervolumen bei laichreifen Weibchen erkennbar. Eine sichere Bestimmung des Geschlechts ist erst bei adulten Tieren ab etwa zwölf Zentimetern Körperlänge möglich. Für die Zucht empfiehlt sich das gemeinsame Aufziehen einer Gruppe von mindestens sechs bis acht Tieren, aus der sich Paare auf natürliche Weise bilden.
Metynnis fasciatus ist ein echter Schwarmfisch, der unter keinen Umständen allein oder in Paaren gehalten werden sollte. Gruppen von mindestens sechs Tieren sind das absolute Minimum, wobei acht bis zwölf Tiere das natürlichste Verhalten zeigen. Für sechs Tiere ist ein Aquarium von mindestens 300 bis 400 Litern mit einer Beckenlänge ab 150 Zentimetern notwendig. Diese Fische brauchen Schwimmraum in der gesamten Wassersäule und zeigen bei zu wenig Platz chronischen Stress mit Verfärbungen und Apathie.
Da Metynnis fasciatus wie alle Scheibensalmler Wasserpflanzen frisst, ist ein klassisch bepflanztes Aquarium nicht realisierbar. Robuste Hartblatt-Pflanzen wie Anubias, fest mit Angelschnur an Steinen und Wurzeln fixiert, werden häufig verschont, da die harten Blätter weniger attraktiv sind. Kunstpflanzen bieten einen guten Kompromiss für die optische Gestaltung. Schwimmende Teichpflanzen oder Wasserlinsen können als akzeptable Frischwost-Quelle an der Oberfläche angeboten werden und werden innerhalb kurzer Zeit vollständig abgegrast.
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Der pH-Wert kann zwischen 5,5 und 7,5 variieren, die Gesamthärte (GH) sollte unter 15 °dGH liegen. Weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser entspricht dem natürlichen Amazonas-Biotop dieser Art. Wöchentliche Wasserwechsel von 25 bis 30 Prozent sind wichtig, um die Wasserqualität bei der hohen Biomasse dieser großen Fische stabil zu halten. Fish Humin schafft die charakteristischen Schwarzwasserbedingungen des Amazonas, die das Wohlbefinden dieser sensiblen Großsalmler messbar steigern und das Immunsystem nachweislich stärken.
Metynnis fasciatus ist in der Natur primär ein Pflanzenfresser und sollte im Aquarium entsprechend verpflegt werden. Die Hauptnahrung bildet hochwertiges Flockenfutter mit hohem Pflanzenanteil, ergänzt durch sinkendes Granulat in geeigneter Größe. Pflanzliche Frischkost wie blanchierte Zucchini, Gurke, Spinat, Erbsen und Salatblätter werden enthusiastisch angenommen und sollten täglich oder zumindest mehrmals pro Woche gereicht werden.
Tierisches Frostfutter wie Artemia und Daphnien ist als Ergänzung geeignet und fördert die Fortpflanzungsbereitschaft. Zu viel tierisches Protein ist jedoch nicht notwendig und kann zu verdauungsbedingten Problemen führen. Metynnis fasciatus frisst viel und schnell. Bei der Fütterung in Gruppen sollte darauf geachtet werden, dass alle Tiere ausreichend versorgt werden und rangschwächere Tiere nicht dauerhaft leer ausgehen. Zwei bis drei Fütterungen täglich sind ideal.
Metynnis fasciatus ist gegenüber anderen Fischarten ausgesprochen friedlich und eignet sich hervorragend für Großaquarien mit anderen stattlichen, friedlichen Arten. In einem Becken ab 400 Litern passen der Augenfleckbuntbarsch, der Skalar Dark Pinoy und der Ballonkopf-Erdfresser als Mitbewohner, da sie ähnliche Wasserwerte bevorzugen und aus denselben oder angrenzenden Biotopen stammen.
Bodenbewohnende Panzerwelse ergänzen das Becken ideal und belegen eine andere Nische: Metallpanzerwels oder Leopardpanzerwels halten den Bodengrund sauber und kommen kaum in Konflikt mit den Scheibensalmlern. Garnelen sind in einem Becken mit Metynnis fasciatus nicht sicher, da die Fische alles Handliche fressen. Schnecken werden in der Regel ignoriert, sehr kleine Fische sind gefährdet.
Die Zucht von Metynnis fasciatus im Heimaquarium ist selten und gilt als schwierig. Diese Art laicht in der Natur während der Überschwemmungszeit, wenn starke Regenfälle das Wasser verdünnen, abkühlen und säuern. Im Aquarium können ähnliche Reize durch häufige Wasserwechsel mit weicherem, leicht kühlerem Wasser gesetzt werden. Zusätzlich kann eine temporäre Absenkung der Wassertemperatur um zwei bis drei Grad über zwei bis drei Wochen die Laichbereitschaft fördern.
Das Weibchen laicht als Freilaicher und gibt dabei mehrere Hundert bis über tausend kleine Eier ins freie Wasser ab, die auf den Bodengrund sinken. Das Paar betreibt keine Brutpflege. Die Eier schlüpfen bei 26 bis 27 Grad Celsius nach 24 bis 36 Stunden. Die sehr kleinen Larven hängen zunächst am Dottersack und werden nach etwa drei bis vier Tagen frei schwimmend. Eine Überführung der Larven in ein separates Aufzuchtbecken ist notwendig, da Elterntiere und andere Fische die Eier fressen. Die Aufzucht beginnt mit feinsten Artemia-Nauplien und Staubtrockennahrung.
| Deutscher Name: | Gestreifter Scheibensalmler |
| Wissenschaftlicher Name: | Metynnis fasciatus |
| Synonyme / Handelsnamen: | Banded Silver Dollar, Striped Silver Dollar, Metynnis fasciatus |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Amazonasbecken, Orinoco, Guayana, tropisches Südamerika |
| Lebenserwartung: | 8 bis 12 Jahre |
| Endgröße: | 15 bis 20 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel bis schnell |
| Wasserparameter: | GH: Unter 15 / KH: 2 bis 10 / pH: 5,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 24 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Großes Becken, wöchentlich 25 bis 30 Prozent Wasserwechsel, keine zarten Pflanzen |
| Aquariengröße: | Ab 300 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Gruppe von mindestens 6 Tieren |
| Futter: | Flockenfutter pflanzlich, Granulat, Zucchini, Gurke, Spinat, Artemia als Ergänzung |
| Fischgruppe: | Salmler (Characidae), Scheibensalmler (Metynnis) |
| Schwimmzone: | Mitte |
| Sozialverhalten: | Friedlich, ausgeprägter Schwarmfisch, Gruppen ab 6 Tieren notwendig |
| Farben / Varianten: | Wildform |
| Besondere Merkmale: | Charakteristische senkrechte Querbänder, scheibenförmiger Körper, intensiviert Streifenmuster bei Balz |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Freilaicher, Wasserwechsel-Reiz, mehrere Hundert Eier, Jungfische sofort separieren |
| Verhalten: | Friedlich, lebhafter Schwarmfisch, frisst Wasserpflanzen, aktive Mittelwasserschwimmer |
| Vergesellschaftung: | Friedlich mit gleichgroßen Arten, frisst Wasserpflanzen und sehr kleine Fische |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden gefressen. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden in der Regel ignoriert. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse werden gelegentlich angebissen. | |
| mit friedlichen Fischen | Hervorragend mit allen großen, friedlichen Fischen der Mittelschicht. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Großfische können den friedlichen Schwarm gefährden. | |
| mit Welsen | Panzerwelse als Bodenbewohner passen hervorragend. |