
Profi Tipp von Lucas Müller
“Anomalochromis thomasi wird im Handel leider oft übersehen, weil er keine grellen Farben zeigt. Tatsächlich ist diese Art jedoch einer der faszinierendsten Zwergbuntbarsche für das naturnahe Westafrika-Aquarium. Mein Tipp: Richtet das Aquarium konsequent nach Wildnis-Vorbild ein, also Laubstreu, Wurzeln, gedämpftes Licht. Dann erlebt ihr eine Farbentwicklung, die selbst erfahrene Cichliden-Kenner überrascht.”
| Farbe: | Olivbraun mit türkis-gold schimmernder Netzzeichnung, dunkler Mittelfleck |
| Vermehrung: | Offenlaicher auf Steinen, biparentale Brutpflege, 100 bis 300 Eier |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Bedingt, für Aquarianer mit Grundkenntnissen zu weichem Wasser und Cichliden-Haltung |
Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch Anomalochromis thomasi ist eine der charmantesten und am meisten unterschätzten Zwergbuntbarsch-Arten Westafrikas. Während andere afrikanische Cichliden vor allem durch Größe, Farbe oder Aggressivität auf sich aufmerksam machen, besticht diese Art durch ihr ruhiges Wesen, ihre außergewöhnliche Musterung und ein ausgeprägtes Brutpflegeverhalten, das selbst erfahrene Aquarianer immer wieder begeistert. Im richtigen Aquarium ist Anomalochromis thomasi ein idealer Bewohner für das naturnahe Gesellschaftsaquarium.
Die Art kommt in Westafrika vor, konkret in Sierra Leone, Guinea und Liberia, wo sie kleine, schattenreiche Waldbäche und Flussarme mit weichem, leicht saurem Wasser bewohnt. Das natürliche Habitat ist geprägt von Laubstreu auf dem Grund, dichter Ufervegetation und ruhigen Strömungsverhältnissen. Diese naturnahen Bedingungen bilden die Grundlage für eine artgerechte Pflege im Aquarium und bestimmen Gesundheit, Farbe und Fortpflanzungsbereitschaft direkt.
Anomalochromis thomasi zeigt eine feine, netzartige Zeichnung aus türkis- bis goldglänzenden Schuppen auf einem olivfarbenen bis bräunlichen Grundton, ergänzt durch einen charakteristischen dunklen Mittelfleck und Flossenzeichnungen, die je nach Stimmung intensiv aufleuchten. Diese subtile Schönheit erschließt sich erst beim genauen Hinschauen, und genau das macht diese Art für kennerhafte Aquarianer so besonders.
Männchen und Weibchen sind bei Anomalochromis thomasi mit ein bisschen Übung gut voneinander zu unterscheiden, sobald die Tiere eine Länge von etwa 4 bis 5 cm erreicht haben. Männchen sind in der Regel etwas größer und gestreckter, mit ausgezogeneren, spitzer zulaufenden Rücken- und Afterflossen. Ihre Farbgebung ist in der Regel kräftiger und intensiver, besonders bei sozialem Imponiergehabe.
Weibchen bleiben kompakter und rundlicher, besonders im Bauchbereich. Ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal ist der Bauch in der Laichbereitschaft: Brutbereite Weibchen zeigen einen auffällig leuchtend roten bis pinkfarbenen Bauchbereich, der sich deutlich von der restlichen Körperfärbung abhebt und das bevorstehende Laichgeschäft ankündigt.
Ein Aquarium ab 80 Litern ist für ein Pärchen ausreichend, für eine kleine Gruppe oder die Kombination mit weiteren Arten sind 100 bis 120 Liter deutlich besser. Die Einrichtung sollte dem natürlichen Habitat nachempfunden sein: Laubschicht auf dem Boden mit Seemandelbaumblättern oder Eichenlaub, Wurzelstrukturen als Sichtblenden, robuste Pflanzen wie Anubias oder Java-Farn sowie einige Steine oder Tonröhren als Laichhöhlen.
Das Licht sollte eher gedämpft gehalten werden; Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen oder Salvinia eignen sich hervorragend, um einen naturnahen Lichteinfall zu simulieren.
Die idealen Wasserwerte liegen bei einer Temperatur zwischen 23 und 27 Grad Celsius, einem pH-Wert von 5,5 bis 7,5 sowie weichem bis mittelhartem Wasser mit einer Gesamthärte von 3 bis 12 Grad. Fish Humin empfiehlt sich besonders für diese Art: Die enthaltenen Huminstoffe stabilisieren den pH-Wert, unterstützen die Schleimhautgesundheit und simulieren die natürlichen Schwarzwasserbedingungen aus dem westafrikanischen Herkunftsgebiet. Ergänzend wirken Erlenzapfen im Aquarium als natürliche Wasseraufbereiter. Regelmäßige Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent wöchentlich halten die Wasserqualität stabil.
Anomalochromis thomasi ist ein Allesfresser mit einer Vorliebe für kleines, tierisches Futter. Im Aquarium nimmt die Art hochwertiges Feingranulat und Mikropellets gut an. Frostfutter wie Cyclops, Artemia, feine weiße Mückenlarven und Daphnien werden mit Begeisterung angenommen und fördern Kondition und Farbintensität erheblich. Lebendfutter wie Enchyträen, kleine Würmer oder Wasserflöhe stimuliert das natürliche Jagdverhalten und ist besonders zur Laichstimulierung empfehlenswert. Die Futtergröße sollte dem Maul der Tiere angepasst sein, da großes Pelletfutter nicht oder nur schlecht angenommen wird.
Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch ist für seine Verhältnisse als Cichlide bemerkenswert friedlich und eignet sich gut für naturnahe Gesellschaftsaquarien mit ähnlich anspruchslosen, ruhigen Arten. Besonders gut harmonieren kleine bis mittelgroße Salmler aus Westafrika wie der Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus) oder ruhige Barben-Arten.
Bodenbewohnende Arten wie kleine Panzerwelse oder ruhige Schmerlen sind gute Partner, da sie unterschiedliche Zonen nutzen und keine Konkurrenz erzeugen. Während der Brutpflege verteidigen die Elternfische ihr Gelege aktiv gegen Aquarienmitbewohner, weshalb ausreichend Struktur und Ausweichmöglichkeiten für andere Tiere wichtig sind.
Größere Garnelen wie Amano-Garnelen werden in der Regel toleriert. Sehr kleine Garnelen oder frisch geschlüpfte Garnelennachzucht können als Futter betrachtet werden. Zwergkrebse sollten nicht mit Anomalochromis thomasi vergesellschaftet werden.
Die Zucht von Anomalochromis thomasi gelingt im gut eingerichteten Aquarium oft ohne besonderes Zutun, wenn ein harmonisches Pärchen vorhanden ist. Die Art ist ein Offenlaicher auf glatten Untergründen, wobei flache Steine, Tonplatten, Kokosnusshalbschalen oder breite Pflanzblätter als bevorzugte Laichsubstrate dienen.
Das Weibchen legt in der Regel 100 bis 300 Eier, die von beiden Elternteilen aktiv bewacht und gepflegt werden. Die Brutpflege ist dabei intensiv und faszinierend zu beobachten: Beide Elternteile fächeln die Eier, entfernen abgestorbene Eier und transferieren die geschlüpften Larven in ausgehobene Gruben im Bodengrund. Nach etwa 5 bis 7 Tagen schwimmen die Jungfische frei und folgen eng dem Elternpärchen. Als Erstfutter eignen sich frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und Pantoffeltierchen.
| Deutscher Name: | Afrikanischer Schmetterlingsbuntbarsch |
| Wissenschaftlicher Name: | Anomalochromis thomasi |
| Synonyme / Handelsnamen: | African Butterfly Cichlid, Thomas-Schmetterlingsbuntbarsch |
| Herkunft: | Westafrika |
| Herkunftsregion: | Sierra Leone, Guinea, Liberia |
| Lebenserwartung: | 5 bis 8 Jahre |
| Endgröße: | 7 bis 9 cm |
| Wasserparameter: | GH: 3 bis 12 / KH: 2 bis 6 / pH: 5,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 23 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Wöchentlich 20 bis 25 % Wasserwechsel empfohlen |
| Aquariengröße: | Ab 80 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | 1 Pärchen |
| Futter: | Feingranulat, Cyclops, Artemia, feine Mückenlarven, Daphnien, Enchyträen |
| Fischgruppe: | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Unten |
| Sozialverhalten: | Friedlich, paarformend, territorial nur während Brutpflege |
| Besondere Merkmale: | Feines Netzzeichnungsmuster, leuchtend roter Bauch beim Weibchen in Laichbereitschaft, ruhiges Wesen |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv, dämmerungsaktiv |
| Zucht: | Im eingefahrenen Aquarium gut möglich; Offenlaicher mit biparentaler Brutpflege |
| Verhalten: | Ruhig, beobachtend, paarformend, territorial bei Brutpflege |
| Vergesellschaftung: | Gut für ruhige Gesellschaftsaquarien mit friedlichen Mitbewohnern. |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Große Garnelen werden toleriert; kleine Garnelen können gefressen werden. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden in der Regel ignoriert und toleriert. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse können gefressen werden; nicht empfohlen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse können den Fisch bedrohen; nicht empfohlen. | |
| mit friedlichen Fischen | Ruhige, mittelgroße friedliche Fische sind ideale Gesellschaft. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten stressen den ruhigen Schmetterlingsbuntbarsch erheblich. |