Dieses Produkt ist derzeit nicht auf Lager. Die Lieferzeit wird aktualisiert, sobald der Artikel wieder verfügbar ist.

Profi Tipp von Lucas Müller
“Channa andrao bilden lebenslange Paare, die sich nur zueinander hingezogen fühlen, und genau das wird beim Kauf am häufigsten unterschätzt. Setze niemals zwei adulte Tiere einfach zusammen, da fast immer eines das andere ernsthaft verletzt oder tötet. Die einzig zuverlässige Methode ist, eine Gruppe von sechs bis acht Jungfischen gemeinsam aufzuziehen. Aus dieser Gruppe finden sich nach drei bis vier Monaten von selbst feste Paare, die du dann von den übrigen Tieren trennst. Wer diesen Weg überspringt, riskiert nicht nur den Verlust eines wertvollen Tieres, sondern verpasst auch das eigentliche Highlight, nämlich das harmonische Zusammenleben eines echten Channa Paares über viele Jahre hinweg.”
| Farbe: | Tiefblau bis türkis schimmernde Flanken mit feinen dunklen Punkten |
| Vermehrung: | Paternaler Maulbrüter, Männchen trägt die Larven im Maul |
| Für Anfänger: | Nein, Erfahrung mit Predatorhaltung erforderlich |
Hinweis: Bei diesem Schlangenkopffisch handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Bitte beachte daher, dass die Lieferzeit je nach Bestellzeitpunkt bis zu einer Woche betragen kann. Bitte berücksichtige dies entsprechend bei deiner Planung.
Der Blaue Schlangenkopffisch Channa andrao ist eine echte Rarität im Aquarienhandel und gehört zu den faszinierendsten kleinbleibenden Vertretern der Gattung Channa. Erst 2013 wissenschaftlich beschrieben, hat sich diese Art schnell einen festen Platz in der Liebhaberaquaristik erobert. Wer einmal ein adultes Männchen im voll ausgefärbten Zustand gesehen hat, versteht sofort, warum diese Art als blauer Edelstein der indischen Aquaristik gilt.
Die Heimat von Channa andrao liegt in stehenden und langsam fließenden Gewässern Westbengalens, speziell in der Region Lefraguri. Das dortige Klima bringt deutliche Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter mit sich, was sich in der Pflege widerspiegeln muss. Genau diese saisonale Komponente ist das, was Channa andrao von den meisten klassischen Tropenfischen unterscheidet und gleichzeitig den entscheidenden Schlüssel für eine artgerechte Haltung darstellt.
Im Aquarium zeigen sich die Tiere als intelligente, neugierige und ausgesprochen aufmerksame Beobachter. Sie erkennen ihre Pfleger nach kurzer Zeit, reagieren auf Bewegungen außerhalb des Aquariums und lernen schnell, wann mit Futter zu rechnen ist. Dieses interaktive Verhalten macht Channa andrao zu einem der spannendsten Pflegefische überhaupt, vorausgesetzt der Halter bringt das nötige Fachwissen und die Geduld mit, die diese Art verlangt.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Channa andrao kann wie alle Schlangenkopffische atmosphärische Luft atmen und springt extrem gut. Eine vollständig geschlossene, sicher beschwerte Aquarienabdeckung ohne Lücken ist daher Pflicht. Schon kleine Spalten reichen aus, dass die Tiere das Aquarium verlassen.
Bei adulten Channa andrao lassen sich die Geschlechter in der Regel gut unterscheiden. Männchen sind farbintensiver, zeigen ein deutlich kräftigeres Blau auf den Flanken und besitzen breitere Köpfe. Die unpaaren Flossen sind länger ausgezogen und tragen oft markante helle Säume.
Weibchen wirken insgesamt etwas gedrungener, wirken im Bauchbereich runder und zeigen eine gleichmäßigere, weniger leuchtende Färbung. Während der Laichzeit ist der Bauch des Weibchens deutlich praller und im Gegenlicht oft leicht hervorstehend erkennbar.
Die sichere Geschlechtsbestimmung gelingt frühestens ab einer Größe von etwa 8 bis 10 Zentimetern, vor allem wenn mehrere Tiere im direkten Vergleich beobachtet werden können.
Für ein Paar Channa andrao sollte das Aquarium eine Mindestgröße von 100 Litern haben, deutlich besser sind 120 Liter und mehr. Wichtiger als die reine Literzahl ist eine möglichst große Grundfläche, da die Tiere sich überwiegend in den unteren und mittleren Wasserzonen aufhalten. Höhe spielt eine deutlich geringere Rolle als bei klassischen Buntbarschaquarien.
Die Einrichtung sollte stark strukturiert sein, mit dichtem Pflanzenwuchs an Rückwand und Seiten, mehreren Wurzelaufbauten sowie genügend Sichtschutz für das ranghöhere und das unterlegene Tier. Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen oder Muschelblumen sind besonders wichtig, da sie die Wasseroberfläche bedecken und den Tieren ein sicheres Gefühl beim Luftholen geben.
Der ideale Wasserwertbereich liegt bei einer Temperatur zwischen 18 und 26 Grad Celsius im Jahresverlauf, einem pH Wert von 6,5 bis 7,5 und weichem bis mittelhartem Wasser. Entscheidend ist die saisonale Temperaturschwankung über das Jahr hinweg. Ein dauerhaft warmes Aquarium auf 26 Grad ist für diese Art langfristig nicht artgerecht.
Im Winter sollte die Temperatur über sechs bis acht Wochen auf etwa 16 bis 18 Grad Celsius abgesenkt werden. Diese kühlere Phase entspricht den natürlichen Bedingungen in Westbengalen und ist sowohl für die Gesundheit als auch für eine spätere Laichbereitschaft entscheidend.
Wasserwechsel von etwa 30 Prozent pro Woche sind empfehlenswert. Eine kraftvolle, gut gereifte biologische Filterung ist Pflicht, da die proteinreiche Fütterung viel Bioabfall produziert. Eine Strömung sollte vorhanden, aber nicht zu stark sein.
Channa andrao ist ein klassischer Beutegreifer und ernährt sich in der Natur fast ausschließlich von Insekten, kleinen Krebstieren und gelegentlich Kleinfischen. Im Aquarium sollte sich die Fütterung an dieser natürlichen Vorliebe orientieren, ohne in einseitige Massenfütterung mit Süßwasserfischen zu verfallen.
Sehr gut geeignet sind Frostfutter wie schwarze Mückenlarven, größere Mysis, Krill, gewolfte Garnelen oder kleine Heimchen. Auch Stinte und sehr selten ein kleiner Streifen rohes Fischfilet ohne Gräten können angeboten werden. Lebendfutter wie Heimchen, Mehlwürmer in Maßen oder kleine Bachflohkrebse sorgen für eine besonders gute Kondition.
Wichtig ist eine zurückhaltende Fütterung. Adulte Channa andrao werden zwei bis drei Mal pro Woche gefüttert, in der Winterruhe deutlich seltener. Tägliche Fütterung führt schnell zu Verfettung und einer dauerhaft reduzierten Lebenserwartung.
Lebende Futterfische sollten grundsätzlich vermieden werden. Sie bieten ernährungsphysiologisch keinen Vorteil gegenüber hochwertigem Frostfutter und bringen ein hohes Risiko für die Einschleppung von Krankheiten.
Die Vergesellschaftung von Channa andrao ist nur eingeschränkt möglich und sollte sehr bewusst geplant werden. Innerhalb der Art ist die ausschließliche Haltung als verbundenes Paar die einzige langfristig stabile Variante. Mehrere adulte Tiere im selben Aquarium führen fast immer zu schweren Auseinandersetzungen.
Mit anderen Arten kann Channa andrao in größeren Aquarien zusammen gepflegt werden, sofern die Mitbewohner nicht zu klein, nicht zu langsam und nicht zu auffällig gefärbt sind. Sehr gut bewährt haben sich robuste, schnelle Mittelwasserfische wie der Sumatrabarbe (Puntigrus tetrazona), die im Schwarm gehalten werden, oder der Glühlichtbärbling (Trigonostigma hengeli). Auch der Indische Glasbarsch (Parambassis ranga) passt durch seine ähnliche Herkunftsregion gut.
Komplett ungeeignet sind kleine Garnelen, sehr kleine Salmler oder Zwergfische jeder Art, da sie schlicht als Beute betrachtet werden. Auch andere Schlangenkopffische sind keine Option, da sie sofort als Konkurrenz interpretiert werden.
Bodenbewohner sollten gut überlegt werden. Friedliche Welse wie der Marmorierte Antennenwels (Ancistrus sp.) können funktionieren, sofern das Aquarium ausreichend strukturiert ist und genug Rückzugszonen vorhanden sind.
Channa andrao gehört zu den paternalen Maulbrütern, was bedeutet, dass das Männchen die befruchteten Eier und später die Larven über mehrere Wochen im Maul trägt und behütet. Diese Brutpflege ist eines der spannendsten Verhaltensphänomene der gesamten Süßwasseraquaristik und allein schon ein Grund, sich auf diese Art einzulassen.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht ist ein eingespieltes, harmonisches Paar sowie eine konsequent durchgeführte Winterruhe von sechs bis acht Wochen bei 16 bis 18 Grad Celsius. Anschließend wird die Temperatur über zwei bis drei Wochen langsam wieder auf 24 bis 26 Grad angehoben, parallel dazu wird die Fütterung mit hochwertigem Frostfutter intensiviert.
Während des eigentlichen Laichvorgangs wickelt sich das Männchen u-förmig um das Weibchen, das die Eier abgibt. Anschließend nimmt das Männchen die Eier ins Maul und beginnt mit der Brutpflege. In dieser Phase frisst das Männchen kaum oder gar nicht, weshalb das Weibchen aus dem Aquarium entfernt werden kann, sobald es zu unruhig wird.
Nach etwa 14 bis 21 Tagen entlässt das Männchen die schon gut entwickelten Jungfische ins freie Wasser. Sie können sofort mit feinem Frostfutter, Cyclops und kleinen Mückenlarven aufgezogen werden und wachsen unter guten Bedingungen schnell und kräftig heran.
| Deutscher Name: | Blauer Schlangenkopffisch |
| Wissenschaftlicher Name: | Channa andrao |
| Synonyme / Handelsnamen: | Andrao Snakehead, Lefraguri Snakehead |
| Herkunft: | Asien |
| Herkunftsregion: | Indien, Westbengalen, Lefraguri |
| Lebenserwartung: | Etwa 8 bis 12 Jahre |
| Endgröße: | Etwa 12 bis 15 cm |
| Wasserparameter: | GH: 4 bis 15 / KH: 2. bis 10 / pH: 6,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 16 bis 26 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Schwer |
| Pflegeaufwand: | Wöchentlich etwa 30 % Wasserwechsel, saisonale Anpassung |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paarhaltung |
| Futter: | Frostfutter, Lebendfutter, Insekten, Krebstiere |
| Fischgruppe: | Schlangenkopffische (Channidae) |
| Sozialverhalten: | Innerartlich aggressiv außerhalb der Paarbindung |
| Farben / Varianten: | Tiefblau bis Türkis, dunkle Punktzeichnung |
| Besondere Merkmale: | Maulbrüter, Labyrinthorgan, Springer, Paartier |
| Aktivitätsphasen: | Tag und Dämmerung |
| Zucht: | Mit Erfahrung möglich, paternaler Maulbrüter |
| Verhalten: | Intelligent, neugierig, territorial |
| Vergesellschaftung: | Sehr eingeschränkt, am besten als Paar im Artaquarium |