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Profi Tipp von Lucas Müller
“Setze gezielt Huminstoffe wie Fish Humin ein und arbeite mit dunklem Bodengrund sowie gedämpfter Beleuchtung. Erst in leicht bernsteinfarbenem Wasser zeigen diese Salmler ihre volle Farbintensität und ein deutlich entspannteres Schwarmverhalten. Wenn du die Farben wirklich maximal herauskitzeln willst, kombiniere weiches Wasser mit feinem Lebendfutter und reduzierter Strömung. Das verändert die Wirkung im Aquarium massiv.”
| Farbe: | Zart schimmernd, je nach Licht leicht rötlich bis transparent mit feinen Akzenten |
| Vermehrung: | Anspruchsvoll, gezielte Zucht notwendig |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | ja |
Der Schmetterlingszwergsalmler Hyphessobrycon negodagua ist ein feiner, farblich sehr eleganter Schwarmfisch, der sich besonders in naturnah gestalteten Aquarien entfaltet. Seine zarten Körperfarben in Kombination mit leicht schimmernden Flossen und einer harmonischen Gesamtform machen ihn zu einem echten Blickfang, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Gerade in größeren Gruppen entsteht ein ruhiges, fließendes Schwarmbild, das dem Aquarium eine sehr natürliche Dynamik verleiht.
Ursprünglich stammt Hyphessobrycon negodagua aus südamerikanischen Gewässern, die durch weiches, leicht saures Wasser und einen hohen Anteil an Huminstoffen geprägt sind. Diese Bedingungen sorgen in der Natur für eine leicht bräunliche Wasserfärbung, gedämpftes Licht und eine ruhige Umgebung. Genau diese Faktoren sind entscheidend, um die Art im Aquarium optimal zu halten und ihre Farben voll zur Geltung zu bringen.
Im Aquarium zeigt der Schmetterlingszwergsalmler ein ausgeprägtes Schwarmverhalten, das stark von der Gruppengröße abhängt. Erst ab etwa 10 bis 15 Tieren entsteht ein stabiles, synchrones Bewegungsmuster. In kleineren Gruppen wirken die Tiere oft unsicher, verstecken sich häufiger und verlieren deutlich an Farbintensität. Eine ausreichende Gruppengröße ist daher kein Zusatz, sondern Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Haltung.
Sein Verhalten ist insgesamt sehr friedlich und ruhig. Die Tiere bewegen sich überwiegend in der mittleren Wasserzone und reagieren sensibel auf äußere Einflüsse. Hektische Bewegungen im Aquarium oder ungeeignete Mitbewohner führen schnell zu Stress, was sich unmittelbar in blasseren Farben und unruhigem Verhalten zeigt.
Ein zentraler Faktor für die Farbentwicklung ist die Gestaltung des Aquariums. Dunkler Bodengrund, dichte Bepflanzung und gezielte Schattenbereiche sorgen für ein deutlich intensiveres Erscheinungsbild. Helles Licht und sterile Einrichtung hingegen lassen die Tiere oft blass und unscheinbar wirken.
Die Wasserqualität spielt eine entscheidende Rolle. Hyphessobrycon negodagua bevorzugt weiches bis leicht saures Wasser mit stabilen Parametern. Schwankungen wirken sich schnell negativ auf das Verhalten und die Gesundheit aus. Regelmäßige Wasserwechsel und eine saubere, stabile Umgebung sind daher essenziell.
Der Einsatz von Huminstoffen wie Fish Humin ist besonders empfehlenswert. Diese simulieren die natürlichen Schwarzwasserbedingungen, unterstützen die Schleimhäute und sorgen für ein deutlich ruhigeres Verhalten. Gleichzeitig intensivieren sie die Farben und verbessern die Anpassung an das Aquarium.
In gut eingerichteten Aquarien mit passenden Bedingungen zeigt der Schmetterlingszwergsalmler sein volles Potenzial: ein ruhiger, harmonischer Schwarmfisch mit feiner Optik und natürlicher Ausstrahlung, der sich perfekt in ein durchdachtes Aquarienkonzept integriert.
Die Geschlechterunterscheidung beim Schmetterlingszwergsalmler Hyphessobrycon negodagua ist möglich, aber nicht auf den ersten Blick eindeutig. Mit etwas Erfahrung und genauer Beobachtung lassen sich jedoch klare Unterschiede erkennen.
Männchen sind in der Regel etwas schlanker und zeigen intensivere Farben, besonders in den Flossen und im Körperbereich. Ihre Flossen wirken oft leicht verlängert und feiner ausgezogen, was ihnen ein eleganteres Erscheinungsbild verleiht. Während der Balz verstärken sich diese Merkmale deutlich.
Weibchen sind meist etwas größer und kräftiger gebaut. Besonders im Bauchbereich wirken sie runder, vor allem wenn sie laichbereit sind. Ihre Farben sind insgesamt etwas dezenter und weniger kontrastreich als bei den Männchen.
In der Praxis ist die Unterscheidung bei Jungtieren kaum möglich. Erst bei ausgewachsenen Tieren und bei Haltung in einer Gruppe werden die Unterschiede sichtbar. Eine sichere Bestimmung gelingt am besten im direkten Vergleich mehrerer Tiere.
Der Schmetterlingszwergsalmler Hyphessobrycon negodagua benötigt ein ruhiges, gut strukturiertes Aquarium mit klarer Zonierung und stabilen Wasserwerten. Ein Aquarium ab 60 Litern ist das Minimum, sinnvoll und deutlich stabiler ist jedoch eine Haltung ab 80 bis 100 Litern, insbesondere für größere Gruppen.
Entscheidend ist die Einrichtung. Dichte Randbepflanzung, feinfiedrige Pflanzen und Wurzeln schaffen Rückzugsorte und geben dem Schwarm Sicherheit. Gleichzeitig sollten ausreichend freie Schwimmzonen in der Mitte vorhanden sein, damit die Tiere ihr natürliches Schwarmverhalten zeigen können. Eine klare Struktur mit Übergängen zwischen offenen und geschützten Bereichen ist ideal.
Der Bodengrund sollte möglichst dunkel gewählt werden. Helle Substrate führen häufig zu blasseren Farben und erhöhen das Stresslevel. Dunkler Bodengrund verstärkt die Farbwirkung deutlich und sorgt für ein natürlicheres Gesamtbild.
Die Wasserwerte sollten sich am natürlichen Habitat orientieren. Temperaturen zwischen 23 und 27 Grad Celsius sind optimal. Der pH Wert sollte im leicht sauren Bereich zwischen etwa 5,5 und 7,0 liegen. Weiches Wasser ist klar zu bevorzugen, da es sich direkt positiv auf Farbe, Verhalten und Vitalität auswirkt.
Ein zentraler Punkt ist die Stabilität der Wasserparameter. Hyphessobrycon negodagua reagiert empfindlich auf Schwankungen. Regelmäßige Wasserwechsel von etwa 20 bis 30 Prozent pro Woche sind daher Pflicht. Konstante Bedingungen sind wichtiger als exakte Zielwerte.
Die Beleuchtung sollte eher gedämpft sein. Zu starkes Licht lässt die Tiere blasser wirken und führt zu unruhigem Verhalten. Schwimmpflanzen oder gezielte Schattenbereiche helfen, das Licht zu brechen und eine angenehmere Umgebung zu schaffen.
Die Strömung sollte moderat bis leicht sein. Zu starke Strömung führt zu unnötigem Energieverbrauch und stört das ruhige Schwarmverhalten. Eine ausgewogene Filterung mit guter Sauerstoffversorgung ist jedoch wichtig.
Der Einsatz von Huminstoffen wie Fish Humin ist besonders empfehlenswert. Diese simulieren natürliche Schwarzwasserbedingungen, stabilisieren die Wasserqualität und sorgen für deutlich intensivere Farben sowie ein ruhigeres Verhalten im Schwarm.
| Deutscher Name: | Schmetterlingszwergsalmler |
| Wissenschaftlicher Name: | Hyphessobrycon negodagua |
| Synonyme / Handelsnamen: | Zwergsalmler, feiner Salmler |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Kolumbien |
| Lebenserwartung: | Ca. 3 bis 5 Jahre |
| Endgröße: | Etwa 3 bis 4 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel schnell |
| Wasserparameter: | GH: 1 bis 10 / KH: 0 bis 5 / pH: 5,5 bis 7,0 |
| Temperatur: | 23 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Wöchentlich ca. 20–30% Wasserwechsel empfohlen, Fish Humin empfohlen jede Woche |
| Aquariengröße: | Ab 60 Liter, empfohlen ab 80 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Ab 10 bis 15 Tiere |
| Futter: | Flockenfutter, Mikrogranulat, Frostfutter, Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Salmler |
| Schwimmzone: | Mitte |
| Sozialverhalten: | Sehr friedlich, schwarmorientiert |
| Farben / Varianten: | Transparent, leicht rötlich |
| Besondere Merkmale: | Filigrane Erscheinung |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Anspruchsvoll |
| Verhalten: | Ruhig, schwarmorientiert |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut mit kleinen, friedlichen Arten |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Erwachsene Garnelen meist unproblematisch, Jungtiere können gefressen werden. Amanogarnelen sind kein Problem. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden ignoriert und sind völlig unproblematisch | |
| mit Zwergkrebsen | Ruhige Arten möglich, aber Risiko bei Häutung und Jungtieren. Wichtig sind gute Verstecke für die Krebse | |
| mit Großkrebsen | Zu hohes Risiko durch Aggression und Verletzungen | |
| mit friedlichen Fischen | Ideal mit kleinen Salmlern, Bärblingen und ruhigen Arten | |
| mit aggressiven Arten | Sehr stressanfällig, Farben und Verhalten leiden stark | |
| mit Welsen | Gut geeignet mit Panzerwelsen oder kleinen Harnischwelsen |