
Profi Tipp von Lucas Müller
“Macropodus chinensis ist einer der wenigen echten Kaltwasserfische unter den Labyrinthfischen und kann sogar in einem unbeheizten Aquarium bei Zimmertemperatur gehalten werden. Bei Temperaturen über 26 Grad wird er anfälliger für Erkrankungen.”
| Farbe: | Bräunlich-rötlich mit quer verlaufenden dunklen Binden, Flossen farbig abgesetzt |
| Vermehrung: | Schaumnestbauer, Männchen bewacht Nest intensiv, Weibchen nach Laichakt abtrennen |
| Herkunft: | Wildfang |
| Für Anfänger: | Ja, robust und kältetolerant |
Hinweis:Bei diesem China Makropoden handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der China Makropode (Macropodus chinensis) ist ein faszinierender und im Aquarienhandel äußerst selten angebotener Labyrinthfisch aus dem östlichen China und der koreanischen Halbinsel. Er ist ein entfernter Verwandter des bekannten Paradiesfisches (Macropodus opercularis), unterscheidet sich aber von diesem durch seinen deutlich friedlicheren Charakter, seine ansprechende, subtilere Färbung und seine bemerkenswerte Kältetoleranz. Als echter Labyrinthfisch besitzt er ein Atemhilfsorgan, das ihm die direkte Atmung von atmosphärischem Sauerstoff ermöglicht. Für Liebhaber seltener asiatischer Labyrinthfische ist der China Makropode eine Entdeckung, die kaum jemand kennt.
In der Natur bewohnt Macropodus chinensis stehende und langsam fließende Gewässer in Ostchina und auf der koreanischen Halbinsel. Dazu gehören Reisfelder, flache Teiche, Gräben und träge Flussufer mit üppiger Vegetation. Diese Biotope können sauerstoffarm sein, was die Fähigkeit zur Luftatmung durch das Labyrinthorganorgan erklärt. Das Wasser ist in den Herkunftsgebieten oft neutral bis leicht alkalisch und in den kühleren Jahreszeiten deutlich kälter als tropische Aquarien. Diese natürliche Anpassung macht Macropodus chinensis zu einem der kälteverträglichsten Labyrinthfische überhaupt.
GarnelenTv bietet den China Makropoden als seltene Rarität in der Größe 4 bis 5 Zentimeter an. Diese Tiere sind junge, noch nicht vollständig ausgefärbte Exemplare, die ihr volles Potential in einem gut eingerichteten Aquarium mit stabilen Wasserwerten erst entfalten werden. Da diese Art im regulären Handel praktisch nicht verfügbar ist, handelt es sich um eine echte Gelegenheit für Liebhaber außergewöhnlicher Labyrinthfische.
Die Geschlechterunterscheidung bei Macropodus chinensis ist bei ausgewachsenen Tieren sehr gut möglich. Männchen entwickeln deutlich verlängerte, fadenförmige Rücken-, After- und Schwanzflossen, die ihnen ein elegantes, fächerartiges Erscheinungsbild verleihen. Ihre Färbung ist intensiver und kontrastreicher mit kräftigeren Rot-, Blau- und Braunfarben. Männchen sind außerdem territorialer, bauen aktiv Schaumnester an der Wasseroberfläche und zeigen untereinander Imponierverhalten.
Weibchen sind kompakter gebaut mit kürzeren, abgerundeteren Flossen und einer gedämpfteren Gesamtfärbung. Ihr Bauch ist bei Laichreife deutlich gerundet und aufgewölbt. Der Unterschied in der Flossenlänge ist das zuverlässigste Merkmal zur Geschlechtsbestimmung. Bei Jungtieren unter drei Zentimetern ist eine sichere Bestimmung schwierig, da sich die sekundären Merkmale erst mit dem Heranwachsen ausbilden.
Für ein Paar oder einen kleinen Harem aus einem Männchen und zwei bis drei Weibchen ist ein Aquarium ab 60 Litern ausreichend. Für die Gemeinschaftshaltung mit anderen Fischen empfehlen sich 80 bis 100 Liter. Das Aquarium muss zwingend mit einem sicher schließenden Deckel ausgestattet sein, da Macropodus chinensis als Labyrinthfisch regelmäßig an die Oberfläche muss und gleichzeitig ein aktiver Springer ist. Ein kleiner Spalt im Deckel reicht aus, damit ein aufgeregtes Tier das Becken verlässt.
Die Einrichtung sollte dem natürlichen Lebensraum ähneln: dichte Bepflanzung mit Vallisnerien, Hornkraut, Cryptocorynen und Schwimmpflanzen an der Oberfläche schafft eine naturnahe Atmosphäre und gibt dem scheuen Männchen ausreichend Sichtschutz. Wurzeln und Höhlen dienen als Rückzugsmöglichkeiten für unterlegene Tiere. Der Bodengrund kann aus feinem Sand oder Kies bestehen. Eine gedämpfte Beleuchtung entspricht dem natürlichen Lebensraum unter überwucherten Gewässern.
Das Besondere an Macropodus chinensis ist seine außergewöhnliche Temperaturtoleranz: Er kann bei Wassertemperaturen zwischen 14 und 26 Grad Celsius gehalten werden und übersteht kurze Kälteperioden sogar noch darunter. Optimal sind 20 bis 24 Grad. Der pH-Wert kann zwischen 6,0 und 8,0 variieren, die Gesamthärte bis zu 20 °dGH betragen. Diese enorme Toleranz macht ihn zu einer der anspruchslosesten Labyrinthfischarten. Fish Humin unterstützt die Schleimhautgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden, besonders in weniger warm gehaltenen Aquarien, wo die Immunabwehr der Tiere stärker beansprucht wird.
Macropodus chinensis ist ein unkomplizierter Allesfresser, der nahezu jedes angebotene Futter annimmt. Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat bilden die Basis der täglichen Ernährung. Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Cyclops und rote Mückenlarven werden mit großer Begeisterung angenommen und halten die Färbung frisch. Lebendfutter wie Artemia-Nauplien oder Wasserflöhe entsprechen dem natürlichen Jagdverhalten und fördern die Vitalität.
Die Fütterungsmenge sollte so bemessen sein, dass alle Tiere in fünf Minuten alles aufgefressen haben. Reste am Boden liegen lassen führt bei dieser Art schnell zu Wassertrübung. Zwei kleine Fütterungen täglich sind besser als eine große. Bei kühleren Temperaturen unter 18 Grad sollte die Futtermenge reduziert werden, da der Stoffwechsel der Tiere verlangsamt ist. Macropodus chinensis neigt bei übermäßiger Fütterung in warmen Becken zu Verfettung der inneren Organe.
Macropodus chinensis ist gegenüber anderen Fischarten deutlich verträglicher als der klassische Paradiesfisch. Artgenossen im Männchen-Männchen-Verhältnis sollten aber genug Platz und Sichtbarrieren haben, um Dauerstreit zu vermeiden. Gut geeignete Mitbewohner sind andere kleine, friedliche Fische ähnlicher Temperaturtoleranz, wie Kleine Regenbogenfische oder Filigran-Regenbogenfische. Friedliche Bodenwelse wie kleine Panzerwelse ergänzen das Becken gut.
Kleine Garnelen könnten von Männchen gejagt werden, besonders zur Brutzeit. Erwachsene, mittelgroße Garnelen werden in der Regel toleriert. Schnecken werden vollständig ignoriert. Aggressive oder deutlich größere Fische sind ungeeignet, da Macropodus chinensis durch sein langes Flossenwerk bei aggressiven Mitbewohnern stark gefährdet ist. Ein Harem mit einem Männchen und mehreren Weibchen ist die stressärmste und natürlichste Haltungsform.
Die Zucht des China Makropoden gelingt im Aquarium mit etwas Geduld sehr gut. Das Männchen baut ein charakteristisches Schaumnest an der Wasseroberfläche, bevorzugt unter Schwimmpflanzen oder an der Oberfläche treibenden Ästen. Dieses Schaumnest ist ein sicheres Anzeichen, dass das Männchen bereit zur Fortpflanzung ist. Zur Förderung des Laichverhaltens empfehlen sich häufigere Wasserwechsel und eine leichte Temperaturerhöhung um zwei bis drei Grad.
Das Männchen lockt das Weibchen zum Nest und umschlingt es zur Eiablage. Nach der Befruchtung sammelt das Männchen die Eier auf und platziert sie im Schaumnest. Das Weibchen sollte nach dem Laichakt abgetrennt werden, da das Männchen das Nest sehr aggressiv verteidigt. Die Eier schlüpfen nach etwa 24 bis 48 Stunden, die Larven hängen zunächst im Nest und schwimmen nach weiteren zwei bis drei Tagen frei. Ab diesem Zeitpunkt kann das Männchen aus dem Aufzuchtbecken entfernt werden. Die Jungfische werden anfangs mit Staubfutter und nach einigen Tagen mit feinen Artemia-Nauplien gefüttert.
| Deutscher Name: | China Makropode |
| Wissenschaftlicher Name: | Macropodus chinensis |
| Synonyme / Handelsnamen: | Chinese Paradise Fish, Macropodus chinensis, Rundflossen-Makropode |
| Herkunft: | Ostasien |
| Herkunftsregion: | Ostchina, Koreanische Halbinsel |
| Lebenserwartung: | 3 bis 5 Jahre |
| Endgröße: | 5 bis 7 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: Unter 20 / KH: 3 bis 15 / pH: 6,0 bis 8,0 |
| Temperatur: | 14 bis 26 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Gut gedeckeltes Aquarium, gelegentliche Wasserwechsel, wenig anspruchsvoll |
| Aquariengröße: | Ab 60 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paar oder Harem (1 Männchen, 2 bis 3 Weibchen) |
| Futter: | Flockenfutter, Granulat, Frostfutter (Artemia, Daphnien), Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Labyrinthfische (Osphronemidae) |
| Schwimmzone: | Mitte / Oben |
| Sozialverhalten: | Innerartlich mäßig aggressiv zwischen Männchen, gegenüber anderen Arten verträglich |
| Farben / Varianten: | Wildform |
| Besondere Merkmale: | Kälteertoleranter Labyrinthfisch, weniger aggressiv als Paradiesfisch, Schaumnestbauer |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Schaumnestbauer, Weibchen nach Laichakt abtrennen, Schlupf nach 24 bis 48 Stunden |
| Verhalten: | Lebhaft, Schaumnestbauer, zwischen Männchen imponierend, neugierig |
| Vergesellschaftung: | Zwischen Männchen mäßig aggressiv, mit friedlichen Arten gut kombinierbar |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Kleine Garnelen könnten besonders zur Brutzeit gejagt werden. Erwachsene Garnelen werden toleriert. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden vollständig toleriert und ignoriert. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse könnten zur Brutzeit gefährdet sein. | |
| mit Großkrebsen | Friedliche Großkrebse werden in der Regel toleriert. | |
| mit friedlichen Fischen | Mit ähnlich großen, friedlichen Arten und ähnlicher Temperaturtoleranz gut kombinierbar. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten führen zu Dauerstress und Flossenbeißen. | |
| mit Welsen | Friedliche Bodenwelse sind neutrale, gute Mitbewohner. |