
Profi Tipp von Lucas Müller
“Schwertträger wirken oft robust, reagieren aber empfindlich auf zu kleine Aquarien. Halte sie immer in Gruppen und plane viel Schwimmraum ein. Ein Verhältnis von mehreren Weibchen zu einem Männchen verhindert Dauerstress durch Balzverhalten.”
| Farbe: | Leuchtend orange bis goldene Körperfärbung |
| Vermehrung: | Sehr leicht, lebendgebärend |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Ja |
Der Schwertträger „Marygold“ ist eine auffällige Zuchtform des bekannten Schwertträgers Xiphophorus helleri. Die Tiere besitzen eine leuchtend orange bis goldene Körperfärbung, die im Aquarium besonders stark zur Geltung kommt. Durch ihre intensive Farbe zählen sie zu den beliebtesten Varianten dieser Art.
Schwertträger stammen ursprünglich aus Mittelamerika und gehören zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen. Sie sind robuste und sehr aktive Aquarienfische, die vor allem in der mittleren und oberen Wasserzone schwimmen. Aufgrund ihrer Größe und ihres Bewegungsdrangs benötigen sie deutlich mehr Platz als viele andere lebendgebärende Arten.
Männliche Tiere tragen das typische „Schwert“, eine verlängerte untere Schwanzflosse, die der Art ihren Namen gegeben hat. Weibchen bleiben meist etwas größer und kräftiger gebaut, besitzen jedoch kein Schwert.
Im Aquarium zeigen Schwertträger ein lebhaftes Sozialverhalten. Besonders Männchen können untereinander rivalisieren, weshalb ein Geschlechterverhältnis mit mehreren Weibchen pro Männchen empfehlenswert ist. Dadurch verteilt sich der Balzdruck und das Verhalten bleibt deutlich ruhiger.
Da Schwertträger lebendgebärend sind, vermehren sie sich im Aquarium regelmäßig. Die Jungfische sind nach der Geburt sofort selbstständig und wachsen bei guter Fütterung schnell heran.
Für stabile Wasserverhältnisse sind regelmäßige Wasserwechsel wichtig. Huminstoffe wie Fish Humin können zusätzlich helfen, das Wasser zu stabilisieren und das Immunsystem der Fische zu unterstützen.
Die Geschlechter lassen sich bei Schwertträgern sehr leicht erkennen.
Männchen besitzen das namensgebende Schwert an der unteren Kante der Schwanzflosse. Dieses verlängerte Flossenelement kann je nach Alter mehrere Zentimeter lang werden. Zusätzlich haben Männchen ein Gonopodium, eine umgebildete Afterflosse, die als Begattungsorgan dient.
Weibchen besitzen kein Schwert und wirken insgesamt größer und kräftiger gebaut. Die Bauchregion ist meist deutlich runder, besonders wenn das Tier trächtig ist. Außerdem fehlt das Gonopodium, stattdessen ist die Afterflosse fächerförmig.
Weibliche Schwertträger erreichen häufig eine Größe von etwa 10 bis 12 Zentimetern, während Männchen meist etwas kleiner bleiben, jedoch durch das Schwert optisch länger wirken.
Der Schwertträger „Marygold“ benötigt aufgrund seiner Größe und seines starken Schwimmverhaltens ein Aquarium ab mindestens 120 Litern. Besser sind Aquarien ab etwa 150 Litern mit ausreichend freier Schwimmfläche.
Das Aquarium sollte eine Kombination aus offenen Schwimmzonen und dicht bepflanzten Bereichen besitzen. Pflanzen bieten Rückzugsorte für Weibchen und Jungfische und reduzieren innerartlichen Stress.
Die idealen Wasserwerte liegen bei Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad Celsius. Der pH Wert kann zwischen 7,0 und 8,0 liegen, da Schwertträger leicht alkalisches Wasser gut vertragen. Eine mittlere bis höhere Gesamthärte ist ebenfalls geeignet.
Wöchentliche Wasserwechsel von etwa 20 bis 30 Prozent sind wichtig, um stabile Wasserwerte zu gewährleisten. Eine leistungsfähige Filterung sorgt zusätzlich für eine gute Wasserqualität. Huminstoffe wie Fish Humin können helfen, das Wasser biologisch zu stabilisieren und die Schleimhäute der Fische zu unterstützen.
Da Schwertträger aktive Schwimmer sind, sollte das Aquarium möglichst lang sein, damit die Tiere ausreichend Platz für ihr natürliches Verhalten haben.
Schwertträger Xiphophorus helleri sind Allesfresser und nehmen im Aquarium nahezu jede gängige Futtersorte an. Als Basis eignet sich hochwertiges Flockenfutter oder feines Granulat für lebendgebärende Zahnkarpfen.
Für eine gute Kondition und intensive Farben sollte das Futter regelmäßig ergänzt werden. Besonders geeignet sind Frostfutter oder Lebendfutter wie Artemia, Mückenlarven oder Daphnien. Diese fördern Wachstum, Vitalität und Fortpflanzungsbereitschaft.
Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind sinnvoller als eine große Portion. Dadurch bleibt die Wasserbelastung geringer und die Tiere zeigen ein natürlicheres Fressverhalten.
Der Schwertträger „Marygold“ ist ein lebhafter, aber grundsätzlich friedlicher Gesellschaftsfisch. Er kann gut mit vielen anderen Arten kombiniert werden, solange diese ähnliche Wasserwerte bevorzugen und nicht zu klein oder zu aggressiv sind.
Sehr gut geeignet sind andere lebendgebärende Zahnkarpfen wie Guppys, Endler Guppys oder Platys. Auch viele Salmler und Bärblinge passen gut, sofern das Aquarium ausreichend groß ist und genügend Schwimmraum bietet.
Bodenfische wie Panzerwelse oder kleinere Harnischwelse sind ebenfalls gute Aquariumpartner, da sie andere Wasserzonen nutzen und nicht in Konkurrenz zu Schwertträgern stehen.
Nicht geeignet sind sehr aggressive Arten oder stark territoriale Fische, da diese die aktiven Schwertträger dauerhaft stressen können. Auch sehr kleine Arten können durch die lebhafte Art der Schwertträger eingeschüchtert werden.
Der Schwertträger Xiphophorus helleri gehört zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen und lässt sich im Aquarium vergleichsweise einfach vermehren. Weibchen bringen vollständig entwickelte Jungfische zur Welt, die sofort frei schwimmen und eigenständig Nahrung aufnehmen.
Die Tragzeit beträgt in der Regel etwa 25 bis 35 Tage. Je nach Größe und Alter des Weibchens können pro Geburt zwischen 20 und 80 Jungfische geboren werden. Große, ältere Weibchen bringen häufig besonders viele Jungtiere hervor.
Für eine erfolgreiche Aufzucht sind viele Versteckmöglichkeiten wichtig. Dichte Pflanzen wie Javamoos, Wasserpest oder Schwimmpflanzen bieten den Jungfischen Schutz vor Fressfeinden. In dicht bepflanzten Aquarien überlebt meist ein Teil des Nachwuchses auch ohne separates Aufzuchtbecken.
Als erstes Futter eignen sich feines Staubfutter, frisch geschlüpfte Artemia oder sehr fein zermahlenes Flockenfutter. Bei guter Fütterung wachsen die Jungfische schnell und können bereits nach etwa drei bis vier Monaten geschlechtsreif werden.
| Deutscher Name: | Schwertträger Marygold |
| Wissenschaftlicher Name: | Xiphophorus helleri |
| Synonyme / Handelsnamen: | Schwertträger, Swordtail |
| Herkunft: | Mittelamerika |
| Herkunftsregion: | Mexiko, Guatemala, Honduras |
| Lebenserwartung: | Ca. 4 bis 6 Jahre |
| Endgröße: | 10 bis 14 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel bis schnell |
| Wasserparameter: | GH: 10 bis 25 / KH: 8 bis 18 / pH: 7,0 bis 8,2 |
| Temperatur: | 22 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Wöchentlich etwa 20 bis 30 % Wasserwechsel empfohlen |
| Aquariengröße: | Ab 100 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | 1 Männchen mit mehreren Weibchen |
| Futter: | Flockenfutter, Granulat, Frostfutter, Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Lebendgebärende Zahnkarpfen Poeciliidae |
| Schwimmzone: | Mitte |
| Sozialverhalten: | Lebhaft, friedlich |
| Farben / Varianten: | Viele Farb und Zuchtformen |
| Besondere Merkmale: | Verlängerte Schwanzflosse beim Männchen |
| Aktivitätsphasen: | Tagsüber aktiv |
| Zucht: | Sehr einfach im Aquarium |
| Verhalten: | Lebhaft, schwimmfreudig |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut für Gesellschaftsaquarien |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Erwachsene Garnelen werden meist ignoriert, sehr kleine Jungtiere können jedoch gefressen werden. | |
| mit Schnecken | Sehr gut geeignet. Schnecken werden nicht beachtet und ergänzen das Aquarium sinnvoll. | |
| mit Zwergkrebsen | Möglich bei ruhigen Arten, sehr aktive Krebse können die lebhaften Fische stressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse stellen eine Verletzungsgefahr dar und passen nicht zu lebhaften Schwarmfischen. | |
| mit friedlichen Fischen | Perfekt geeignet mit Salmlern, Bärblingen, Regenbogenfischen oder anderen lebendgebärenden Arten. | |
| mit aggressiven Arten | Starke Revierfische oder aggressive Buntbarsche können die Schwertträger stressen. | |
| mit Welsen | Gut kombinierbar mit Corydoras oder kleineren Harnischwelsen, da diese den Bodenbereich nutzen. |