
Profi Tipp von Lucas Müller
“Beim Prachtcorydoras entscheidet der Bodengrund über langfristige Gesundheit. Selbst feiner Kies führt bei dieser Art häufig zu schleichendem Bartelabbau, der erst spät auffällt. Verwende konsequent sehr feinen Sand und erhöhe die Sauerstoffversorgung leicht. In Kombination mit Fish Humin bleiben Barteln vollständig erhalten, das Suchverhalten ist deutlich aktiver und die Tiere zeigen ihre typische Vitalität auch tagsüber.”
| Farbe: | Heller Grundton mit markanter dunkler Längsbänderung und kontrastreicher Zeichnung |
| Vermehrung: | Im Aquarium möglich |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Bedingt geeignet bei konsequent feinem Sandboden und stabilen Wasserwerten |
Der Prachtcorydoras Corydoras haraldschultzi gehört zu den auffälligsten und zugleich elegantesten Panzerwelsarten. Charakteristisch ist die kontrastreiche Zeichnung mit dunklen Längsbändern auf hellem Grund, die je nach Lichteinfall sehr plastisch wirkt. Im Vergleich zu vielen klassischen Corydoras Arten erscheint der Körper etwas schlanker und gestreckter, was ihm ein besonders edles Erscheinungsbild verleiht.
Die Art stammt aus Südamerika und bewohnt dort ruhige bis mäßig strömende Flussabschnitte mit sandigem Untergrund und hohem organischem Anteil. Diese Lebensräume sind häufig durch Laub, Wurzeln und dichte Ufervegetation geprägt. Genau diese Bedingungen spiegeln sich auch im Aquarium wider, wenn die Tiere ihr natürliches Verhalten vollständig zeigen sollen.
Im Aquarium ist der Prachtcorydoras ein aktiver, tagaktiver Bodenbewohner. Er lebt stark gruppenorientiert und zeigt erst in einer ausreichend großen Gruppe sein volles Verhaltensspektrum. Die Tiere durchkämmen gemeinsam den Bodengrund, pausieren synchron und wirken insgesamt sehr ruhig und harmonisch. Durch diese Kombination aus Aktivität und Friedfertigkeit ist Corydoras haraldschultzi ein idealer Bewohner für strukturierte, naturnahe Gesellschaftsaquarien.
Für den Prachtcorydoras Corydoras haraldschultzi sind Aquarien ab 80 Litern sinnvoll, da diese Art als aktiver Schwarmfisch ausreichend Bodenfläche benötigt. Größere Aquarien wirken sich deutlich positiv auf Stressreduktion, Gruppendynamik und Tagesaktivität aus. Eine Haltung in zu kleinen Aquarien führt häufig zu Scheu und reduziertem Suchverhalten.
Der Bodengrundist der wichtigste Faktor. Sehr feiner Sand ist zwingend erforderlich, da die Tiere permanent gründelnd nach Futter suchen und dabei ihre empfindlichen Barteln einsetzen. Grober Kies schädigt diese langfristig. Die Einrichtung sollte naturnah erfolgen mit Wurzeln, Laub und dichter Randbepflanzung, kombiniert mit offenen Sandflächen. Laub wirkt zusätzlich als natürliche Huminstoffquelle.
Die Wasserwerte sollten weich bis maximal mittelhart sein, mit einem leicht sauren bis neutralen pH Bereich. Die Temperatur liegt ideal zwischen 22 und 26 Grad. Eine gute Sauerstoffversorgung und leichte Strömung fördern Aktivität und Vitalität. Der regelmäßige Einsatz von Fish Humin unterstützt die Schleimhäute, stabilisiert die Wasserbiologie und sorgt für naturnahe Bedingungen, unter denen der Prachtcorydoras besonders aktiv und stressfrei bleibt.
Der Prachtcorydoras Corydoras haraldschultzi ist ein typischer Bodenfresser, der den Untergrund kontinuierlich nach Nahrung durchsucht. In der Natur nimmt er kleine Wirbellose, Insektenlarven, Würmer und organische Partikel auf, die er aus dem Sand filtert. Dieses Suchverhalten sollte im Aquarium gezielt unterstützt werden.
Als Hauptfutter eignen sich hochwertige sinkende Tabletten oder feines Granulat für Bodenfische. Ergänzend fördern Frostfutter wie Artemia, Cyclops, schwarze Mückenlarven oder feines Lebendfutter die Kondition und Aktivität deutlich. Wichtig ist, dass das Futter den Bodengrund erreicht, da diese Art kaum Futter aus der freien Wassersäule aufnimmt.
Gefüttert wird ein bis zwei Mal täglich in kleinen Portionen. Eine abwechslungsreiche Ernährung wirkt sich positiv auf Wachstum, Farben und Zuchtbereitschaft aus. Der Einsatz von Fish Humin unterstützt zusätzlich die Verdauung, reduziert Stress und sorgt für ein stabiles Milieu, in dem der Prachtcorydoras dauerhaft aktiv und gesund bleibt.
Der Prachtcorydoras Corydoras haraldschultzi ist ausgesprochen friedlich und hervorragend für ruhige Gesellschaftsaquarien geeignet. Er zeigt keinerlei Revierverhalten und ignoriert andere Arten weitgehend, solange diese nicht bodenorientiert aggressiv auftreten. Durch sein ruhiges Wesen trägt er zu einem stabilen Sozialgefüge bei.
Geeignete Mitbewohner sind vor allem friedliche Schwarmfische aus den mittleren und oberen Wasserzonen sowie ruhige Bodenbewohner ähnlicher Größe. Wichtig ist, auf sehr hektische oder stark territoriale Arten zu verzichten, da diese die Panzerwelse dauerhaft stressen können. Stress führt bei Corydoras häufig zu Rückzug und verringerter Aktivität.
Während der Fortpflanzungsphase bleibt das Verhalten weiterhin friedlich. Es kommt weder zu Revierbildung noch zu aggressiven Auseinandersetzungen. Eine strukturierte Einrichtung mit Rückzugsbereichen sowie huminstoffhaltiges Wasser durch Fish Humin unterstützen ein ruhiges Zusammenleben und fördern das natürliche Gruppenverhalten.
Die Zucht des Prachtcorydoras Corydoras haraldschultzi ist im Aquarium möglich, erfordert jedoch stabile Bedingungen und etwas Geduld. Wie bei vielen Panzerwelsarten wird die Laichbereitschaft häufig durch größere Wasserwechsel mit etwas kühlerem Frischwasser ausgelöst. Diese simulieren die Regenzeit im natürlichen Lebensraum und wirken als zentraler Reiz.
Die Eiablage erfolgt meist in den frühen Morgenstunden. Das Weibchen bildet mit den Bauchflossen eine kleine Tasche, in der einige Eier aufgenommen und anschließend gezielt an Aquarienscheiben, Pflanzen oder Dekoration abgelegt werden. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach. Eine aktive Brutpflege findet nicht statt, adulte Tiere können Eier fressen.
Für eine erfolgreiche Aufzucht empfiehlt sich das Absammeln der Eier oder ein separates Zuchtbecken. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und sollten zunächst mit sehr feinem Staubfutter oder frisch geschlüpften Artemia Nauplien versorgt werden. Sauberes Wasser, feiner Sandboden und der Einsatz von Fish Humin unterstützen die Entwicklung der Jungtiere und reduzieren Ausfälle deutlich.
| Deutscher Name: | Prachtcorydoras |
| Wissenschaftlicher Name: | Corydoras haraldschultzi |
| Synonyme / Handelsnamen: | Harald Schultze Panzerwels |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Amazonasgebiet |
| Lebenserwartung: | Ca. 5 bis 8 Jahre |
| Endgröße: | Etwa 5 bis 6 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel |
| Wasserparameter: | GH: 2 bis 12 / KH: 0 bis 6 / pH: 6 bis 7,2 |
| Temperatur: | 22 bis 26 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Regelmäßige Wasserwechsel feiner Sandboden zwingend erforderlich Einsatz von Fish Humin empfohlen |
| Aquariengröße: | Ab 80 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Mindestens 8 Tiere |
| Futter: | Allesfresser sinkendes Trockenfutter Frost und Lebendfutter |
| Fischgruppe: | Panzerwelse Callichthyidae |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Sehr friedlich stark gruppenorientiert |
| Farben / Varianten: | Beige silbrig mit dunkler Zeichnung |
| Besondere Merkmale: | Empfindliche Barteln, hohe Aktivität in der Gruppe |
| Aktivitätsphasen: | Tagsüber aktiv |
| Zucht: | Im Aquarium möglich mit Erfahrung |
| Verhalten: | Aktiv gesellig nicht territorial |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Sehr gut geeignet. Der Prachtcorydoras zeigt kein Jagdverhalten und ignoriert Garnelen vollständig. Auch Junggarnelen werden in der Regel nicht beachtet. | |
| mit Schnecken | Sehr gut geeignet. Schnecken werden weder belästigt noch als Nahrung wahrgenommen. | |
| mit Zwergkrebsen | Bedingt geeignet. Ruhige Zwergkrebsarten können funktionieren, sofern ausreichend Struktur und Rückzugsräume vorhanden sind. Sehr territoriale Arten können die Panzerwelse stressen. | |
| mit Großkrebsen | Nicht geeignet. Großkrebse stellen eine erhebliche Verletzungsgefahr dar und können Panzerwelse festhalten oder töten. | |
| mit friedlichen Fischen | Sehr gut geeignet. Ruhige Schwarmfische aus mittleren und oberen Wasserzonen harmonieren ideal. | |
| mit aggressiven Arten | Nicht geeignet. Aggressive oder hektische Fische führen zu Dauerstress, Rückzug und langfristigen Gesundheitsproblemen. | |
| mit Welsen | Gut geeignet. Andere friedliche Welsarten ohne starkes Revierverhalten sind kompatibel, sofern genügend Bodenfläche vorhanden ist. |