
Profi Tipp von Lucas Müller
“Pipa parva ist kein Fisch und kein normales Aquarientier. Es ist ein vollaquatischer Frosch, der seine Eier im eigenen Rücken trägt. Wenn man einmal erlebt hat, wie Jungkröten aus dem Rücken der Mutter schlüpfen, vergisst man das nie wieder. Das ist pure Biologie.”
| Farbe: | Graubraun bis olivfarben, vollständig abgeflachter Körper, kleine Augen, keine Zunge |
| Vermehrung: | Eier werden im Rücken des Weibchens eingebettet, Jungkröten schlüpfen vollentwickelt nach 12 bis 20 Wochen |
| Herkunft: | Nachzucht |
| Für Anfänger: | Nein, Spezialtier mit besonderen Anforderungen an Haltung und Fütterung |
Die Kleine Wabenkröte (Pipa parva) ist eine der biologisch faszinierendsten und evolutionär einzigartigsten Aquarientiere, die überhaupt erhältlich sind. Als vollständig aquatisches Mitglied der ursprünglichen Zungenlosen Kröten (Pipidae) verbringt Pipa parva ihr gesamtes Leben unter Wasser und verlässt es niemals. Diese vollständig wassergebundene Lebensweise, kombiniert mit einem der außergewöhnlichsten Fortpflanzungsstrategien im gesamten Tierreich, macht sie zu einem der biologisch bemerkenswertesten Aquarientiere für jeden, der über den klassischen Zierfisch hinausdenken möchte. Die Kleine Wabenkröte besitzt weder eine Zunge noch ein sichtbares Trommelfell. Stattdessen besitzt sie feine Druckrezeptoren entlang der Körperflanken, die Wasserbewegungen registrieren, und Männchen können unter Wasser lautstarke Klickrufe erzeugen, die als Kommunikation und Balzruf dienen.
Das absolut Spektakulärste an Pipa parva ist ihre Fortpflanzungsbiologie: Das Weibchen trägt die befruchteten Eier buchstäblich in seiner Rückenhaut. Beim Laichakt rollt das paarende Paar im Wasser durch eine Schleife, wobei die Eier auf den Rücken des Weibchens platziert werden. Die Haut des Weibchens überwächst die Eier und umschließt sie in individuellen Taschen. In diesen Hauttaschen entwickeln sich die Embryonen vollständig, ohne ein freischwimmendes Kaulquappenstadium zu durchlaufen. Stattdessen schlüpfen voll entwickelte Jungkröten direkt aus dem Rücken des Muttertieres. Dieses Phänomen der "Rückensäugung" oder dermalen Brutpflege ist eine der spektakulärsten Fortpflanzungsstrategien im Tierreich.
GarnelenTv bietet Pipa parva als aquatische Raritäten für Liebhaber ausgefallener Aquarientiere an. Diese vollständig wasserbewohnenden Kröten sind für Spezialisten und Naturliebhaber ideal, die ein Aquarium mit einem echten Naturwunder einrichten möchten. Fish Humin und natürliche Schwarzwasseraufbereitungen schaffen optimale Bedingungen für das natürliche Habitat dieser außergewöhnlichen Tiere aus den tropischen Gewässern Südamerikas.
Die Geschlechterunterscheidung bei Pipa parva ist ohne genaue Beobachtung schwierig. Weibchen sind in der Regel etwas größer und fülliger als Männchen. Während der Laichsaison entwickeln Männchen eine charakteristische Verdickung der Schallblasen-Muskulatur im Kehlenbereich, die mit der Klickruf-Produktion zusammenhängt. Das sicherste Bestimmungsmerkmal sind die Klickrufe: Nur Männchen erzeugen den charakteristischen, rhythmischen Unterwasser-Klickruf, der als Balzgesang dient und bei ruhigem Umfeld auch durch die Aquariumscheibe hörbar ist.
Bei trächtigen Weibchen ist die Rückenhaut deutlich aufgequollen und zeigt die Konturen der in den Hauttaschen befindlichen Eier oder Embryonen. Dies ist das eindeutigste äußere Merkmal der Trächtigkeit. Die vollständige Entwicklung der Embryonen im Rücken des Weibchens dauert mehrere Wochen, in denen das Weibchen leicht eingeschränkt im Schwimmverhalten ist. Nach dem Schlupf der Jungkröten normalisiert sich die Rückenhaut wieder vollständig.
Pipa parva benötigt ein gut eingerichtetes Aquarium ab 60 bis 80 Litern für ein Paar oder eine kleine Gruppe. Das Becken muss zwingend mit einem sehr sicher sitzenden Deckel ausgestattet sein, da die Tiere ausgesprochen stark springen können, wenn sie erschreckt werden. Als vollständig aquatische Art verlassen sie das Wasser niemals von sich aus, sind aber bei Erschrecken zu erstaunlichen Sprüngen fähig. Keine Spaltöffnungen im Deckel lassen, da sie auch durch sehr kleine Öffnungen entkommen können.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 Grad Celsius liegen. Der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5, die Gesamthärte zwischen 5 und 15 °dGH. Klares Wasser mit guter Filterung ist wichtig, aber die Strömung sollte moderat sein. Fish Humin und Seemandelbaumblätter schaffen ein leicht gebräuntes, tanninreiches Wasser, das dem natürlichen Habitat in Südamerika entspricht und die Immunabwehr der Tiere stärkt. Wöchentliche Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent halten die Wasserqualität hoch.
Das Becken sollte mit flachen Steinen, Wurzeln und Röhren als Verstecke eingerichtet sein. Pipa parva verbringt viel Zeit am Boden zwischen Steinen und Pflanzen. Weiches Substrat aus feinem Sand ist ideal, da die Tiere gelegentlich am Boden graben. Robuste Pflanzen wie Anubias und Java-Farn, auf Steinen befestigt, sind geeignet. Wasserpflanzen mit empfindlichen Blättern werden möglicherweise beim Durchschwimmen beschädigt.
Pipa parva ist ein lauernder Räuber, der sich im natürlichen Habitat von kleinen Wassertieren wie Kleinkrebsen, Insektenlarven, Würmern und kleinen Fischen ernährt. Im Aquarium werden Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven (rot und schwarz), Tubifex, kleine Regenwurmstücke und gefrorene Garnelen gut angenommen. Flockenfutter wird in der Regel nicht oder kaum angenommen, da die Kröten ihre Beute über Bewegungsreize orten.
Frostfutter, das langsam im Wasser sinkt, wird gut erkannt und gefressen. Die Tiere fressen auch lebendes Futter wie Artemia, Daphnien und Tubifex sehr gerne, was ihren Jagdinstinkt stimuliert. Drei bis vier Fütterungen pro Woche sind ausreichend, da Pipidae als eher langsame, ruhige Tiere keinen so hohen Energieumsatz wie aktive Fische haben. Überfütterung verschlechtert die Wasserqualität rapide und ist für diese sauberkeitsempfindlichen Tiere gefährlicher als leichtes Unterfressen.
Pipa parva sollte ausschließlich mit Fischen vergesellschaftet werden, die zu groß sind, um gefressen zu werden. Kleinere Fische unter 5 cm werden als Futter betrachtet und nachts erbeutet. Größere, robuste Bodenfische wie Panzerwelse sind als Mitbewohner möglich, da sie zu groß und gepanzert sind, um gefressen zu werden. Ein reines Pipa-Becken ohne Mitbewohner ist jedoch die sicherste und stressärmste Haltungsform.
Schnecken mit fester Schale werden von Pipa parva in der Regel nicht als Futter betrachtet. Garnelen sind als Futter anzusehen und nicht geeignet. Die beste Haltung ist ein Spezialbecken für zwei bis vier Pipa parva ohne störende Mitbewohner, das die einzigartigen Verhaltensweisen dieser außergewöhnlichen Tiere in den Vordergrund stellt. Ein reines Pipa-Becken mit natürlichen Materialien, Wurzeln und Steinen ist eine der ungewöhnlichsten und biologisch interessantesten Aquarieninstallationen, die möglich sind.
Die Zucht von Pipa parva ist in Aquarien möglich und gehört zu den faszinierendsten Erlebnissen in der Aquarienhaltung. Auslösereize sind Temperaturschwankungen als Regenzeit-Simulation sowie weiches, leicht saures Wasser. Das Paarungsverhalten ist spektakulär: Das Paar führt eine Reihe von "Loopings" durch, bei denen Eier auf dem Rücken des Weibchens platziert werden. Bis zu 100 Eier können so eingebettet werden.
Die Embryonalentwicklung im Rücken des Weibchens dauert 12 bis 20 Wochen. Das Weibchen während dieser Zeit besonders gut ernähren und so wenig wie möglich stören. Die schlüpfenden Jungkröten verlassen den Rücken der Mutter als vollständig entwickelte Miniaturen der Elterntiere und sind sofort selbstständig. Sie fressen Artemia-Nauplien und kleine Tubifex-Würmer. Aufzucht in einem separaten Becken ist empfehlenswert, da Elterntiere Jungkröten fressen können.
| Deutscher Name: | Kleine Wabenkröte |
| Wissenschaftlicher Name: | Pipa parva |
| Synonyme / Handelsnamen: | Kleine Pipakröte, Small Surinam Toad, Pipa parva |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Venezuela, Kolumbien, Trinidad, tropisches Nordsüdamerika |
| Lebenserwartung: | 5 bis 10 Jahre |
| Endgröße: | 4 bis 6 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Langsam |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 2 bis 10 / pH: 6,5 bis 7,5 |
| Temperatur: | 24 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Sicher verschlossener Deckel, Frostfutter als Hauptnahrung, wöchentlich 20 Prozent Wasserwechsel |
| Aquariengröße: | Ab 60 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paar oder kleine Gruppe von 2 bis 4 Tieren |
| Futter: | Artemia, Mückenlarven, Tubifex, kleine Regenwurmstücke, Garnelen gefroren |
| Fischgruppe: | Zungenlose Kröten (Pipidae) |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Friedlich aber Räuber für kleine Fische, Einzelhaltung oder reine Pipa-Gruppe empfohlen |
| Farben / Varianten: | Wildform |
| Besondere Merkmale: | Vollständig aquatisch, dermale Brutpflege im Rücken des Weibchens, kein Kaulquappenstadium |
| Aktivitätsphasen: | Nacht- und dämmerungsaktiv, tagsüber ruhend |
| Zucht: | Dermale Brutpflege im Rücken des Weibchens, Jungkröten fertig entwickelt, kein Kaulquappenstadium |
| Verhalten: | Ruhend, lauernder Räuber, Männchen erzeugen Klickrufe unter Wasser, Weibchen trägt Eier im Rücken |
| Vergesellschaftung: | Nur mit Fischen, die deutlich größer als 5 cm sind; Einzelhaltung sicherstes Konzept |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Werden als Futter betrachtet. | |
| mit Schnecken | Schnecken mit sehr fester Schale können toleriert werden. | |
| mit Zwergkrebsen | Werden als Futter betrachtet. | |
| mit Großkrebsen | Können die Kröten gefährden. | |
| mit friedlichen Fischen | Nur mit deutlich größeren, robusten Fischen über 5 cm. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Arten stressen die Kröten. | |
| mit Welsen | Größere Panzerwelse können toleriert werden. |