Profi Tipp von Lucas Müller
“Platydoras costatus ist einer meiner absoluten Lieblingswelse. Das Grunzen, wenn man ihn vorsichtig aus dem Wasser hebt, ist ein unvergessliches Erlebnis. Und mit seinen Dornen ist er selbst im Becken mit großen Raubfischen gut geschützt. Ein echter Charakter.”
| Farbe: | Schwarz mit weißem Längsstreifen an Flanke und Rücken, gepanzerte Haut mit Dornen |
| Vermehrung: | Im Aquarium kaum gelungen, vermutlich Freilaicher mit Regenzeit-Auslöser |
| Herkunft: | Wildfang |
| Für Anfänger: | Bedingt, ausreichend Verstecke zwingend notwendig |
Hinweis:Bei diesem Gestreiften Dornwels handelt es sich um eine besondere Rarität. Der Versand erfolgt gesammelt einmal pro Woche, jeweils mittwochs. Geht deine Bestellung vor Montag bei uns ein, kann sie in der Regel noch in derselben Woche versendet werden. Bestellungen ab Montag werden für den Versand in der folgenden Woche eingeplant.
Der Gestreifter Dornwels (Platydoras costatus) ist einer der charaktervollsten und unverwechselbarsten Welse des Amazonasbeckens. Dieses robuste, mit spitzen Knochendornen am Körper bewehrte Tier ist unter Aquarianern unter dem englischen Namen "Striped Raphael Catfish" oder "Talking Catfish" bekannt, denn Platydoras costatus kann tatsächlich Geräusche produzieren: Durch das Reiben der Brustflossenspinnen in der Gelenkpfanne erzeugen diese Welse ein knirschendes oder grunzendes Geräusch, das besonders beim Herausheben aus dem Wasser deutlich zu hören ist. Die charakteristische Schwarz-Weiß-Streifung macht diesen Wels zu einem echten Blickfang im Aquarium.
In der Natur ist Platydoras costatus im Amazonas- und Orinoco-Einzugsgebiet verbreitet. Er bewohnt bevorzugt langsam fließende und stehende Gewässer mit reichem Versteckpotenzial in Form von Totholz, dichten Wurzelmassen und dem organischen Bodenbelag der Tropenwälder. Platydoras costatus ist ein nachtaktiver Räuber, der tagsüber vollständig versteckt bleibt und erst in der Abenddämmerung aktiv wird, um den Boden nach Schnecken, Kleinkrebsen, Würmern und organischen Resten abzusuchen. Seine starken Dornen schützen ihn dabei vor Raubfischen, und selbst ein großer Raubfisch hält diesen Wels kaum im Maul.
GarnelenTv bietet Platydoras costatus als seltene Rarität an, da diese Art im deutschen Fachhandel sehr selten zu finden ist. Wer einen robusten, langlebigen und absolut charaktervollen Bodenbewohner sucht, der das Aquarium nachts zum Leben erweckt und dabei auch noch akustisch in Erscheinung tritt, findet in diesem Wels eine außergewöhnliche Wahl. Platydoras costatus ist für mittelgroße bis große Gemeinschaftsaquarien ab 150 Litern geeignet.
Die Geschlechterunterscheidung bei Platydoras costatus ist für Halter sehr schwierig und selbst für erfahrene Aquarianer kaum zuverlässig möglich. Es gibt keine deutlich ausgeprägten sekundären Geschlechtsmerkmale wie bei manchen anderen Welsarten. Berichten aus der Zucht zufolge sind Weibchen leicht kompakter und voluminöser im Rumpfbereich, besonders wenn sie laichreif sind. Männchen sollen etwas schlanker bleiben.
Da diese Unterschiede minimal und nur durch direkten Vergleich mehrerer Tiere erkennbar sind, ist eine sichere Geschlechtsbestimmung im Einzelfall kaum möglich. Für die Zucht empfiehlt sich die Haltung einer kleinen Gruppe von vier bis sechs Tieren, aus der sich Paare von selbst bilden können. Professionelle Züchter greifen auf hormonelle Methoden zurück oder halten größere Gruppen in ausreichend großen Anlagen.
Für einen einzelnen Platydoras costatus ist ein Aquarium ab 150 bis 200 Litern ausreichend. Für eine Gruppe empfehlen sich 300 Liter oder mehr. Das absolut wichtigste Einrichtungsmerkmal ist eine ausreichende Anzahl an dunklen, engen Verstecken in Form von Bambusröhren, Tonröhren, umgestürzten Tontöpfen, Bogenwurzeln und Kokosnusshöhlen. Ohne diese Verstecke ist Platydoras costatus tagsüber dauerhaft gestresst und bleibt blass und inaktiv.
Der Bodengrund sollte aus feinem bis mittelgrobem Sand oder Kies bestehen. Platydoras costatus wühlt regelmäßig im Substrat und sollte dabei keine scharfkantigen Partikel vorfinden, die seine empfindlichen Barteln verletzen. Pflanzen können gehalten werden und werden in der Regel nicht beschädigt, sofern sie fest verankert sind. Das Becken sollte einen sicher schließenden Deckel haben, da Platydoras costatus ein gelegentlicher Ausbrecher ist.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 Grad Celsius liegen. Der pH-Wert kann zwischen 6,0 und 7,5 variieren, die Gesamthärte (GH) zwischen 5 und 15 °dGH. Weiches bis mittelhartes, leicht saures bis neutrales Wasser entspricht dem natürlichen Biotop. Regelmäßige Wasserwechsel von 20 bis 25 Prozent wöchentlich sind wichtig. Fish Humin ist für diese Art empfehlenswert: Die Huminstoffe unterstützen die Schleimhaut-Immunabwehr und schaffen ein naturnahes Biotop-Wasser, in dem Platydoras costatus sein natürliches Verhalten optimal zeigt.
Platydoras costatus ist ein opportunistischer Allesfresser mit Schwerpunkt auf kleinen Wirbellosen und organischen Resten. Im Aquarium nimmt er sinkendes Bodengranulat und Flockenfutter, das auf den Boden sinkt, gut an. Besonders beliebt sind Frostfutter wie Artemia, große Daphnien, Tubifex und Mückenlarven, die abends kurz nach dem Dimmen des Lichts gegeben werden, wenn der Wels am aktivsten ist.
Wichtig: Die Fütterung sollte abends erfolgen, da Platydoras costatus ein nachtaktiver Fisch ist, der tagsüber kaum frisst. Futtermenge und Zeitpunkt auf das Aktivitätsmuster abstimmen. Schnecken, die versehentlich ins Becken geraten, werden von diesem Wels zuverlässig vertilgt und können als willkommene Nahrungsergänzung gelten. Die Fütterung direkt in das Versteck oder in unmittelbarer Nähe stellt sicher, dass der scheue Wels ausreichend versorgt wird.
Platydoras costatus ist gegenüber anderen Fischarten überraschend friedlich, sofern diese nicht in sein Maul passen. In Becken ab 200 Litern kann er gut mit mittelgroßen bis großen Buntbarschen wie dem Augenfleckbuntbarsch oder dem Skalar gehalten werden. Auch robuste Großfische wie der Chilli Oskar passen, sofern das Becken ausreichend groß ist.
Gegenüber Artgenossen ist Platydoras costatus in ausreichend großen Becken mit vielen Verstecken tolerant. Kleine Fische unter fünf bis sechs Zentimetern und Garnelen gelten als potenzielle Nahrung und sind nicht sicher. Schnecken werden direkt gefressen. Aufgrund seiner starken Dornen ist er selbst in einem Becken mit größeren Raubfischen gut geschützt, da diese ihn kaum fressen können, ohne sich dabei zu verletzen.
Die Zucht von Platydoras costatus im Heimaquarium ist extrem selten gelungen und gilt als eine der größten Herausforderungen unter den Aquarienwelsen. Über das Fortpflanzungsverhalten in der Natur ist nur wenig bekannt. Es wird vermutet, dass die Laichzeit mit der Regenzeit zusammenhängt, wenn Temperaturen und Wasserchemie sich stark verändern. Im Aquarium wurden bisher kaum reproduzierbare Nachzuchterfolge erzielt.
Für Zuchtversuche empfiehlt sich ein sehr großes Becken ab 500 Litern mit einer Gruppe von vier bis sechs Tieren, naturnahen Wasserparametern und einem simulierten Regenzeit-Reiz durch häufige Wasserwechsel mit leicht kühlerem Wasser. Da keine gesicherten Berichte über Nachzuchten in Heimaquarien vorliegen, bleibt die Zucht von Platydoras costatus ein spannendes, ungelöstes Kapitel der Aquaristik.
| Deutscher Name: | Gestreifter Dornwels |
| Wissenschaftlicher Name: | Platydoras costatus |
| Synonyme / Handelsnamen: | Striped Raphael Catfish, Talking Catfish, Humbug Catfish, Platydoras costatus |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Amazonas- und Orinoco-Einzugsgebiet, tropisches Südamerika |
| Lebenserwartung: | 10 bis 20 Jahre |
| Endgröße: | 18 bis 25 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Langsam |
| Wasserparameter: | GH: 5 bis 15 / KH: 2 bis 10 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 24 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Dunkle Verstecke notwendig, Abendfütterung, wöchentlich 20 Prozent Wasserwechsel |
| Aquariengröße: | Ab 150 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Einzelhaltung oder Gruppe ab 4 Tieren in großem Becken |
| Futter: | Sinkendes Granulat, Frostfutter, Schnecken, Würmer, Abends füttern |
| Fischgruppe: | Dornwelse (Doradidae) |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Friedlich mit gleichgroßen Arten, nachtaktiv, kann Geräusche erzeugen |
| Farben / Varianten: | Wildform |
| Besondere Merkmale: | Kann hörbare Geräusche erzeugen, starke Körperdornen als Verteidigung, langlebig bis 20 Jahre |
| Aktivitätsphasen: | Nachtaktiv, tagsüber versteckt |
| Zucht: | Im Heimaquarium extrem selten, Regenzeit-Reiz vermutet, keine reproduzierbaren Berichte |
| Verhalten: | Nachtaktiv, tagsüber versteckt, friedlich, akustisch aktiv beim Anfassen, robuste Schutzdornen |
| Vergesellschaftung: | Gut mit mittelgroßen bis großen friedlichen Fischen, frisst alles was ins Maul passt |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden nachts gefressen. | |
| mit Schnecken | Schnecken werden als Nahrung vertilgt. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse werden sofort gefressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse werden angegriffen und gefressen. | |
| mit friedlichen Fischen | Mittelgroße bis große friedliche Fische ab 8 cm können gut koexistieren. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Großfische können Stress verursachen, sind aber wegen der Dornen meist kein Fressfeind. | |
| mit Welsen | Andere mittelgroße Bodenbewohner können koexistieren, wenn ausreichend Verstecke vorhanden sind. |