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Profi Tipp von Lucas Müller
“Die Crowntail Schwanzflosse ist das eigentliche Highlight dieser Linie, zugleich aber auch ihr empfindlichster Punkt. Bei der Crowntail Form ragen die Flossenstrahlen über die verbindende Flossenhaut hinaus und bilden so die typische gezackte Krone. Genau diese feinen Strahlen reißen leicht ein, wenn das Aquarium scharfkantige Dekoration enthält oder die Strömung zu kräftig ist. Verzichte deshalb bewusst auf raue Steine, harte Kunststoffpflanzen und starke Filterausströmer und setze stattdessen auf weiche, feinfiedrige Pflanzen und eine sanfte Wasserbewegung. Ein zweiter Punkt wird häufig übersehen. Die Crowntail Ausprägung ist auf eine lückenlose Mineralstoffversorgung angewiesen. In zu weichem Wasser bilden sich die Flossenstrahlen schwächer aus, weshalb mittelhartes bis hartes Wasser bei dieser Linie nicht nur empfehlenswert, sondern für die volle Crowntail Pracht eine echte Voraussetzung ist.”
| Farbe: | Tigermuster mit gezackter Crowntailflosse |
| Vermehrung: | Einfach |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Ja |
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Der Endlers Guppy Tiger Crowntail ist eine besonders charaktervolle Zuchtform des Endler Guppys Poecilia wingei, bei der zwei auffällige Merkmale gleichzeitig zur Geltung kommen. Der Körper der Männchen zeigt eine kräftige, tigerartige Querstreifung, die je nach Lichteinfall metallisch aufblitzt. Dazu kommt die namensgebende Crowntailflosse, eine Flossenform, bei der die einzelnen Strahlen über die Flossenhaut hinausragen und so eine fein gezackte Krone bilden. Diese Kombination macht jedes Männchen zu einem kleinen, beweglichen Schmuckstück.
Anders als oft vermutet ist der Endler Guppy keine Farbform des bekannten Guppys, sondern eine eigenständige Art. Der klassische Guppy trägt den wissenschaftlichen Namen Poecilia reticulata, der Endler Guppy hingegen Poecilia wingei. Beheimatet ist Poecilia wingei in einem kleinen Gebiet rund um die Laguna de Patos im Nordosten Venezuelas. Dort fließt warmes, eher hartes und leicht alkalisches Wasser, was unmittelbar erklärt, welche Bedingungen die Tiere im Aquarium bevorzugen.
Im Verhalten zeigt sich der Tiger Crowntail Endler als lebhafter, dauernd aktiver und durchweg friedlicher Aquarienfisch. Er bewegt sich überwiegend in den mittleren und oberen Wasserzonen und durchstreift das Aquarium den ganzen Tag, ohne andere Bewohner zu bedrängen. Durch seine geringe Größe eignet er sich auch hervorragend für kompakte Aquarien, in denen größere Lebendgebärende schnell zu dominant wirken würden.
Die Linie Tiger Crowntail spricht vor allem Aquarianer an, die Wert auf ausdrucksstarke Flossenformen legen. Während viele Endler Linien rein über die Körperfarbe wirken, setzt diese Zuchtform zusätzlich auf die Silhouette. Schon eine ruhig schwimmende Männchengruppe entfaltet dadurch eine besondere Eleganz, die sich von klassischen Endler Varianten deutlich abhebt.
Bei Poecilia wingei sind die Geschlechter sehr leicht auseinanderzuhalten, was diese Art so dankbar macht. Da dieses Angebot ausschließlich Männchen umfasst, ist eine eigene Bestimmung nicht erforderlich, das Wissen hilft jedoch bei einer späteren Erweiterung des Bestands.
Männchen bleiben klein und schlank, tragen die volle Farb und Flossenpracht der jeweiligen Linie und besitzen ein Gonopodium, also eine zu einem Begattungsorgan umgebildete Afterflosse. Bei der Tiger Crowntail Linie ist zusätzlich die markante gezackte Schwanzflosse ein klares Erkennungszeichen reiner Männchen.
Weibchen werden deutlich größer und kräftiger, wirken rundlich und sind farblich schlicht silbrig bis bräunlich gehalten. Sie zeigen weder die intensive Streifung noch die ausgeprägte Crowntailflosse der Männchen und tragen bei Trächtigkeit einen dunklen Fleck im hinteren Bauchbereich.
Für eine schöne Männchengruppe des Tiger Crowntail Endlers reicht bereits ein gut eingerichtetes Aquarium ab etwa 54 Litern. Wichtiger als das reine Volumen ist die Gestaltung. Da die Crowntailflosse empfindlich auf mechanische Belastung reagiert, sollte die Einrichtung bewusst flossenschonend gewählt werden.
Optimal sind weiche, feinfiedrige Pflanzen, Schwimmpflanzen wie Hornkraut oder Wasserlinsen sowie gut abgerundete Dekoration. Scharfkantige Steine, harte Kunststoffpflanzen und enge Spalten sollten vermieden werden, da sie die feinen Flossenstrahlen beschädigen können. Eine offene Schwimmzone in der Mitte gibt den Männchen Raum, ihre Flossen voll zu präsentieren.
Bei den Wasserwerten gilt für den Tiger Crowntail Endler das Gleiche wie für alle Poecilia wingei. Er bevorzugt mittelhartes bis hartes Wasser mit einer Gesamthärte von 10 bis 30 Grad, einem pH Wert zwischen 7,0 und 8,5 sowie Temperaturen von 22 bis 28 Grad Celsius. Gerade bei dieser Linie ist der Mineralgehalt zusätzlich wichtig, da er die Ausbildung der Crowntailflosse direkt beeinflusst.
Wöchentliche Wasserwechsel von 20 bis 30 Prozent sorgen für stabile Bedingungen. Eine sanft eingestellte biologische Filterung ohne starke Strömung sowie regelmäßige Kontrollen der Wasserwerte bilden die Grundlage einer langfristig gesunden Pflege.
Der Tiger Crowntail Endler ist ein anspruchsloser Allesfresser und in der Fütterung denkbar unkompliziert. Als Grundlage dient hochwertiges Flockenfutter oder feines Granulat für lebendgebärende Zahnkarpfen. Die Korngröße sollte klein sein, da das Maul der zierlichen Männchen nur kleine Bissen verarbeiten kann.
Für kräftige Farben, eine stabile Kondition und eine gut ausgeprägte Flosse sollte das Futter regelmäßig ergänzt werden. Frostfutter und Lebendfutter wie Artemia, Cyclops oder feine Mückenlarven werden begeistert angenommen und liefern wichtige Nährstoffe. Eine abwechslungsreiche Ernährung wirkt sich bei dieser Linie sichtbar auf die Vitalität aus.
Der Endlers Guppy Tiger Crowntail ist ein friedlicher Aquarienfisch, der sich ausgezeichnet für ruhige Gesellschaftsaquarien eignet. Bei der Auswahl der Mitbewohner sollte allerdings die empfindliche Crowntailflosse besonders berücksichtigt werden, denn flossenzupfende Arten sind hier ein noch größeres Problem als bei kurzflossigen Endler Linien.
Sehr gut geeignet sind ruhige, kleine Schwarmfische wie der Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha), der Zwergbärbling (Boraras brigittae) oder der Moskitobärbling (Boraras urophthalmoides). Im Bodenbereich harmonieren Panzerwelse wie der Dreibinden Panzerwels (Hoplisoma trilineatum) oder Saugwelse wie der Ohrgitterharnischwels (Otocinclus affinis) bestens. Auch friedliche Garnelen wie die Amanogarnele (Caridina multidentata) oder die Red Fire Garnele (Neocaridina davidi) sind ideale Partner, da die Wasserwerte hervorragend zusammenpassen.
Strikt vermieden werden sollten flossenzupfende oder hektische Arten. Die Sumatrabarbe (Puntigrus tetrazona) beschädigt die Crowntailflosse besonders schnell. Ebenso ungeeignet sind große oder räuberische Fische wie Schlangenkopffische der Arten Channa andrao oder Channa bleheri, die die kleinen Endler ohne Zögern als Beute betrachten.
Innerhalb der eigenen Art kommt es auf die Gruppengröße an. Eine reine Männchengruppe sollte aus mindestens acht bis zehn Tieren bestehen, damit sich das natürliche Imponierverhalten gleichmäßig verteilt und ein harmonisches, lebhaftes Gesamtbild entsteht.
Poecilia wingei zählt zu den am einfachsten zu vermehrenden Aquarienfischen, weshalb die Art in gemischter Haltung praktisch von allein für Nachwuchs sorgt. Da dieses Angebot ausschließlich Männchen umfasst, findet im reinen Männchenaquarium bewusst keine Vermehrung statt, was viele Halter ganz gezielt nutzen.
Wer mit dieser Linie züchten möchte, ergänzt die Gruppe um Weibchen derselben Zuchtform. Als lebendgebärende Art bringen die Weibchen vollständig entwickelte, sofort schwimmfähige Jungfische zur Welt. Nach einer Tragzeit von etwa 23 bis 28 Tagen gebärt ein Weibchen je nach Größe und Alter rund 5 bis 25 Jungtiere.
Eine Besonderheit bei der Tiger Crowntail Linie ist die Vererbung der Flossenform. Die Crowntail Ausprägung ist genetisch nicht bei jedem Nachkommen gleich stark ausgeprägt, weshalb für den Erhalt der Linie konsequent mit den am besten ausgebildeten Tieren weitergezüchtet werden sollte. Außerdem gilt wie bei allen Endler Linien, dass eine Kreuzung mit dem klassischen Guppy Poecilia reticulata die reine Linie unwiderruflich verwässert und daher vermieden werden muss.
Für die Aufzucht sind dichte Pflanzenbereiche und Schwimmpflanzen wichtig, da sie den Jungfischen sofort Deckung bieten. Als Erstfutter eignen sich feines Staubfutter, frisch geschlüpfte Artemia und sehr fein zerriebenes Flockenfutter. Bei guter Versorgung wachsen die Jungtiere zügig heran, und die Crowntailflosse beginnt sich bereits nach wenigen Wochen sichtbar auszuprägen.
| Deutscher Name: | Endlers Guppy männlich Tiger Crowntail |
| Wissenschaftlicher Name: | Poecilia wingei |
| Herkunft: | Venezuela |
| Herkunftsregion: | Südamerika |
| Endgröße: | ca. 2,5 bis 3 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Schnell, mit etwa 3 bis 4 Monaten geschlechtsreif |
| Wasserparameter: | GH: 5 - 25 / KH: 3 - 20 / pH: 6,5 - 8,0 |
| Temperatur: | 22 bis 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Einfach |
| Pflegeaufwand: | Gering, regelmäßige Wasserwechsel ausreichend |
| Empfohlene Gruppengröße: | Reine Männchengruppe ab 6 bis 10 Tieren oder Harem 1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen |
| Fischgruppe: | Lebendgebärende Zahnkarpfen |
| Schwimmzone: | Mitte / Oben |
| Sozialverhalten: | Friedlich, aktiv, sehr gesellig |
| Farben / Varianten: | Tigerartige Querstreifung am Körper kombiniert mit gezackter Crowntailflosse |
| Besondere Merkmale: | Lebendgebärend, sehr farbintensive Männchen |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Sehr einfach, Jungfische werden lebend geboren |
| Verhalten: | Aktiv, balzfreudig, neugierig |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut mit friedlichen, kleinen Arten möglich |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Ausgewachsene Neocaridina werden meist toleriert. Sehr kleine Junggarnelen können gelegentlich gefressen werden, was dem natürlichen Verhalten kleiner Lebendgebärender entspricht. | |
| mit Schnecken | Werden vollständig ignoriert und eignen sich gut zur Ergänzung des Aquariums. | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse können Endler stressen oder verletzen und sind ungeeignet. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse sind räuberisch und stellen eine Gefahr für Endler dar. | |
| mit friedlichen Fischen | Ruhige, kleine Arten mit ähnlichen Wasserwerten sind sehr gut geeignet. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive Fische verursachen Stress und können Flossen beschädigen. | |
| mit Welsen | Friedliche Welsarten nutzen andere Aquarienzonen und stören Endler nicht. |