
Profi Tipp von Lucas Müller
“Schwielenwelse fühlen sich erst richtig wohl, wenn sie viel Struktur und ruhige Bereiche im Aquarium haben. Große Wurzeln, Pflanzen und etwas Laub sorgen dafür, dass die Tiere tagsüber entspannter bleiben und abends deutlich aktiver werden. Außerdem sollte immer genügend freie Bodenfläche vorhanden sein, da diese Art viel am Grund unterwegs ist.”
| Farbe: | Braun bis oliv mit dunkler Fleckzeichnung |
| Vermehrung: | Im Aquarium möglich |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Für Anfänger: | Gut geeignet bei ausreichend großem Aquarium |
Der Schwielenwels Megalechis thoracata, früher unter dem Namen Hoplosternum thoracatum bekannt, ist ein robuster und sehr beliebter südamerikanischer Wels. Die Art stammt aus langsam fließenden Gewässern, Sümpfen und Überschwemmungsgebieten des Amazonas Einzugsgebietes sowie aus Flüssen in Brasilien, Guyana und Venezuela.
Typisch für diesen Wels ist der kräftige, gepanzerte Körper mit den deutlich sichtbaren Knochenplatten entlang der Flanken. Diese Panzerung schützt die Tiere vor Fressfeinden und verleiht ihnen ihr charakteristisches Aussehen.
Megalechis thoracata erreicht im Aquarium eine Größe von etwa 15 bis 18 cm. Trotz dieser Größe gilt die Art als sehr friedlich und eignet sich hervorragend für größere Gesellschaftsaquarien.
Eine Besonderheit des Schwielenwelses ist seine Fähigkeit zur Luftatmung. Ähnlich wie einige andere Welsarten kann er atmosphärische Luft aufnehmen und steigt daher regelmäßig an die Wasseroberfläche.
Der Schwielenwels ist ein aktiver Bodenfisch, der gerne im Bodengrund nach Nahrung sucht. Besonders in der Dämmerung und nachts sind die Tiere sehr aktiv und zeigen ein interessantes Sozialverhalten innerhalb ihrer Gruppe.
Durch seine Robustheit, sein ruhiges Wesen und das spannende Brutverhalten gehört Megalechis thoracata zu den interessantesten größeren Welsarten für Gesellschaftsaquarien.
Die Geschlechterunterscheidung beim Schwielenwels Megalechis thoracata ist bei ausgewachsenen Tieren relativ gut möglich.
Männchen besitzen deutlich kräftigere Brustflossen. Der erste Flossenstrahl ist stark verdickt und wirkt oft leicht rötlich oder orange gefärbt. Außerdem sind die Brustflossen meist länger und kräftiger ausgeprägt.
Weibchen bleiben meist etwas fülliger im Körperbau, besonders im Bauchbereich. Ihre Brustflossen wirken schlanker und weniger stark entwickelt.
Während der Fortpflanzungszeit sind die Unterschiede besonders deutlich sichtbar, da Männchen aktiv ein Schaumnest bauen und ein territoriales Verhalten zeigen.
Bei Jungtieren ist eine sichere Geschlechtsbestimmung meist noch nicht möglich.
Der Schwielenwels Megalechis thoracata benötigt ein geräumiges Aquarium mit viel Bodenfläche. Für eine kleine Gruppe sollte mindestens ein Aquarium ab 200 Litern eingeplant werden, größere Becken sind jedoch deutlich besser geeignet.
Der Bodengrund sollte aus Sand oder feinem Kies bestehen, da die Tiere regelmäßig im Substrat nach Nahrung suchen. Wurzeln, Pflanzen und größere Dekoration bieten wichtige Rückzugsorte und sorgen für eine natürliche Struktur.
Die optimalen Wasserwerte liegen bei Temperaturen zwischen 23 und 27 °C, einem pH Wert von etwa 6,0 bis 7,5 sowie weichem bis mittelhartem Wasser. Die Art gilt als robust und anpassungsfähig, reagiert jedoch empfindlich auf dauerhaft schlechte Wasserqualität.
Regelmäßige Teilwasserwechsel von etwa 30 Prozent pro Woche sind empfehlenswert. Fish Humin kann unterstützend eingesetzt werden, um naturnahe Bedingungen zu fördern und die Schleimhautgesundheit zu stabilisieren.
Schwielenwelse sollten möglichst in einer kleinen Gruppe gehalten werden, da sie ein interessantes Sozialverhalten zeigen und sich in Gesellschaft deutlich aktiver verhalten.
Der Schwielenwels Megalechis thoracata ist ein bodenorientierter Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für tierische Nahrung. In der Natur frisst er Würmer, Insektenlarven, kleine Krebstiere und organisches Material vom Gewässergrund.
Im Aquarium sollte eine abwechslungsreiche Ernährung angeboten werden. Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia oder Krill wird sehr gut angenommen. Ergänzend eignen sich Granulat und Tabletten für Bodenfische.
Da Schwielenwelse aktiv am Boden nach Nahrung suchen, sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Futter tatsächlich den Bodengrund erreicht. Besonders in stark besetzten Aquarien kann gezielte Fütterung notwendig sein.
Mehrere kleinere Futtergaben pro Woche sind ausreichend. Eine abwechslungsreiche Ernährung sorgt für gesunde Tiere, gutes Wachstum und eine stabile Kondition.
Überfütterung sollte vermieden werden, da große Bodenfische das Wasser stark belasten können.
Der Schwielenwels Megalechis thoracata ist ein sehr friedlicher Bodenfisch und eignet sich hervorragend für größere Gesellschaftsaquarien. Trotz seiner Größe zeigt er gegenüber anderen Arten kaum aggressives Verhalten.
Gut geeignet sind ruhige Schwarmfische wie Salmler oder größere Bärblinge, die sich überwiegend im mittleren und oberen Wasserbereich aufhalten. Diese stören die Schwielenwelse am Boden nicht.
Auch mit anderen friedlichen Welsen wie Corydoras oder kleineren Harnischwelsen kann die Art problemlos gehalten werden, sofern genügend Platz vorhanden ist.
Mit Zwerggarnelen ist eine Haltung grundsätzlich möglich. Erwachsene Garnelen werden meist ignoriert, sehr kleine Jungtiere können jedoch gelegentlich gefressen werden.
Ungeeignet sind stark aggressive oder sehr territoriale Arten, die den Bodenbereich dominieren oder Stress verursachen könnten.
Eine strukturreiche Einrichtung mit Wurzeln, Pflanzen und Verstecken sorgt für eine stabile und stressarme Vergesellschaftung.
Die Zucht des Schwielenwelses Megalechis thoracata ist im Aquarium möglich und gehört zu den interessanteren Fortpflanzungsstrategien bei Welsen. Die Art baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, meist unter Schwimmpflanzen, Wurzeln oder anderen schwimmenden Strukturen.
Das Männchen beginnt mit dem Bau des Nestes, indem es Luftblasen mit Schleim stabilisiert. Dieses Schaumnest kann mehrere Zentimeter groß werden und dient als Schutz für die später abgelegten Eier.
Während der Paarung legt das Weibchen die Eier ab, die anschließend vom Männchen in das Schaumnest transportiert werden. Nach der Eiablage übernimmt das Männchen die Bewachung und verteidigt das Nest energisch.
Nach etwa zwei bis drei Tagen schlüpfen die Larven. Die Jungfische bleiben zunächst im Nest und beginnen später frei zu schwimmen. Für die Aufzucht eignen sich feines Staubfutter und Artemia Nauplien.
Für erfolgreiche Nachzuchten sind ruhige Bedingungen, stabile Wasserwerte und ausreichend Struktur an der Wasseroberfläche wichtig.
| Deutscher Name: | Schwielenwels |
| Wissenschaftlicher Name: | Megalechis thoracata |
| Synonyme / Handelsnamen: | Hoplosternum thoracatum |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Amazonasgebiet, Guyana, Venezuela |
| Lebenserwartung: | Ca. 8 bis 12 Jahre |
| Endgröße: | Etwa 15 bis 18 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mittel schnell |
| Wasserparameter: | GH: 3 bis 15 / KH: 2 bis 10 / pH: 6,0 bis 7,5 |
| Temperatur: | 23 bis 27 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa 30 Prozent, ausreichend Bodenfläche und Struktur |
| Aquariengröße: | Ab 200 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Kleine Gruppe |
| Futter: | Frostfutter, Granulat, Tabletten |
| Fischgruppe: | Panzerwelse Callichthyidae |
| Schwimmzone: | Boden |
| Sozialverhalten: | Friedlich, gruppenorientiert |
| Farben / Varianten: | Naturform |
| Besondere Merkmale: | Schaumnestbau, Luftatmung |
| Aktivitätsphasen: | Dämmerung und Nacht |
| Zucht: | Möglich im Aquarium |
| Verhalten: | Bodenorientierter Nahrungssucher |
| Vergesellschaftung: | Sehr gut für größere Gesellschaftsaquarien |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Große Garnelen, wie Amanogarnelen werden meist ignoriert, sehr kleine Jungtiere können jedoch gefressen werden | |
| mit Schnecken | Sehr gut geeignet. Schnecken werden nicht beachtet und stellen keine Konkurrenz dar. | |
| mit Zwergkrebsen | Möglich bei ruhigen Arten und ausreichend Verstecken. Sehr aktive Krebse können die Welse stressen. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse können die Welse verletzen oder angreifen. | |
| mit friedlichen Fischen | Perfekt geeignet mit Salmlern, Barben oder anderen ruhigen Schwarmfischen. | |
| mit aggressiven Arten | Große oder aggressive Buntbarsche können die ruhigen Welse stark stressen. | |
| mit Welsen | Gut kombinierbar mit Corydoras und vielen Harnischwelsen, wenn genügend Platz vorhanden ist. |