
Profi Tipp von Lucas Müller
“Beim Agassiz Zwergbuntbarsch Double Red entscheidet nicht die Aquariengröße allein, sondern die richtige Struktur. Mein wichtigster Tipp: arbeite mit klar getrennten Sichtbarrieren aus Wurzeln, Laub und Pflanzen. So kann das Männchen sein Revier abgrenzen, ohne die Weibchen dauerhaft zu stressen. In gut strukturierten Aquarien zeigen die Tiere intensivere Farben, ruhigeres Verhalten und deutlich stabilere Paarbindungen.”
| Farbe: | Intensive Rotfärbung an Flossen und Körper, je nach Stimmung unterschiedlich stark |
| Vermehrung: | Gut möglich im Aquarium |
| Herkunft: | Nachzuchten |
| Wasserwerte: | Weiches Wasser, leicht sauer |
| Für Anfänger: | Bedingt geeignet |
Der Agassiz Zwergbuntbarsch „Double Red“ zählt zu den farblich eindrucksvollsten Zuchtformen innerhalb der Apistogramma-Gruppe. Besonders die Männchen beeindrucken durch ihre intensive Rotfärbung an Flossen und Körper, die bei guter Pflege und passenden Wasserwerten deutlich zur Geltung kommt. Trotz seiner Farbenpracht bleibt diese Art vergleichsweise klein und eignet sich daher gut für strukturierte Aquarien mittlerer Größe.
In seiner natürlichen Herkunft lebt Apistogramma agassizii in langsam fließenden Nebenarmen des Amazonas, wo Laub, Wurzeln und Höhlen den Lebensraum prägen. Dieses Umfeld bestimmt auch sein Verhalten im Aquarium. Der Agassiz Zwergbuntbarsch ist revierbildend, jedoch deutlich weniger aggressiv als viele größere Buntbarsche. Vor allem während der Brutpflege verteidigt das Weibchen sein Revier energisch, während das Männchen mehrere Revierbereiche überblicken kann.
Im Aquarium zeigt sich die Art sehr beobachtungswürdig. Das Zusammenspiel von Balz, Revierverhalten und Brutpflege macht den Agassiz Zwergbuntbarsch besonders spannend. Voraussetzung dafür ist eine gut strukturierte Einrichtung mit Sichtbarrieren, Höhlen und Rückzugsorten, sodass sich die Tiere aus dem Weg gehen können. Ohne diese Struktur kann es zu Stress und Dauerverfolgung kommen.
Der Agassiz Zwergbuntbarsch ist kein klassischer Schwarmfisch, sondern wird am besten paarweise oder im Harem gehalten. Bei artgerechter Haltung zeigt er ein ruhiges, kontrolliertes Verhalten und integriert sich gut in friedliche Gesellschaftsaquarien mit passenden Mitbewohnern. Wer Wert auf Farben, Charakter und natürliches Verhalten legt, findet in der Double-Red-Variante eine besonders attraktive und lebendige Bereicherung für das Aquarium.
Der Agassiz Zwergbuntbarsch „Double Red“ benötigt ein gut strukturiertes Aquarium, das seinem natürlichen Lebensraum möglichst nahekommt. Entscheidend ist weniger die reine Aquariengröße als vielmehr die Aufteilung des Raumes. Ein Aquarium ab etwa 80 Litern ist für ein Paar geeignet, bei Haremshaltung sollte entsprechend mehr Platz eingeplant werden. Wichtig sind klare Reviergrenzen durch Wurzeln, Steine, Laub und dichte Bepflanzung, damit sich die Tiere aus dem Blickfeld gehen können.
Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen. Dieser ermöglicht den natürlichen Grab- und Suchbewegungen der Tiere und wird besonders während der Brutpflege intensiv genutzt. Ergänzend sind Höhlen, Kokosnussschalen oder kleine Tonröhren essenziell, da vor allem die Weibchen geschützte Plätze zur Eiablage benötigen. Laub am Boden sorgt zusätzlich für Deckung, Huminstoffe und ein naturnahes Erscheinungsbild.
Bei den Wasserwerten bevorzugt die Art weiches, leicht saures Wasser. Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 sowie eine niedrige Gesamthärte sind ideal. Temperaturen von 24 bis 28 °C entsprechen den natürlichen Bedingungen. Besonders wichtig ist eine stabile Wasserqualität mit geringer Keimbelastung, da Zwergbuntbarsche empfindlich auf Stress und schlechte Wasserhygiene reagieren.
Die Beleuchtung sollte eher gedämpft sein. Schwimmpflanzen oder eine strukturreiche Einrichtung helfen, das Licht zu brechen und eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. In einem solchen Umfeld zeigen Agassiz Zwergbuntbarsche ein ausgeglichenes Verhalten, intensive Farben und eine hohe Lebenserwartung.
Der Agassiz Zwergbuntbarsch „Double Red“ ist ein überwiegend carnivor orientierter Fisch, der in der Natur vor allem kleine Wirbellose, Insektenlarven und Zooplankton aufnimmt. Dieses Ernährungsverhalten sollte auch im Aquarium berücksichtigt werden, da eine zu einseitige oder ungeeignete Fütterung schnell zu Konditionsverlust oder Stress führen kann.
Am besten eignen sich hochwertige, proteinreiche Futtersorten. Frostfutter wie Artemia, Cyclops, Daphnien oder schwarze Mückenlarven wird sehr gerne angenommen und unterstützt sowohl Farbenpracht als auch Fortpflanzungsbereitschaft. Ergänzend kann feines Granulat oder Softfutter für carnivore Zwergbuntbarsche angeboten werden, das langsam absinkt und gezielt aufgenommen wird.
Lebendfutter wirkt besonders stimulierend und fördert das natürliche Jagdverhalten, sollte jedoch nur aus sicheren Quellen stammen. Trockenfutter allein ist auf Dauer nicht ausreichend, kann aber als Ergänzung genutzt werden, wenn es qualitativ hochwertig und gut verdaulich ist. Pflanzliche Kost spielt nur eine untergeordnete Rolle und wird meist nur beiläufig aufgenommen.
Gefüttert werden sollte in kleinen Portionen, idealerweise ein- bis zweimal täglich. Dabei ist darauf zu achten, dass rangniedrigere Tiere und Weibchen ebenfalls ausreichend Futter erhalten, da dominante Männchen sonst einen Großteil aufnehmen. Eine abwechslungsreiche, tierische Ernährung sorgt für vitale Tiere, intensive Farben und ein stabiles Sozial- und Brutverhalten.
Der Agassiz Zwergbuntbarsch „Double Red“ ist trotz seines ausgeprägten Revierverhaltens gut für ruhige, strukturierte Gesellschaftsaquarien geeignet, wenn die Mitbewohner sorgfältig ausgewählt werden. Entscheidend ist, dass andere Fische weder bodenorientiert konkurrieren noch aggressiv oder hektisch auftreten.
Am wohlsten fühlt sich diese Apistogramma-Art mit friedlichen Schwarmfischen, die überwiegend die mittleren oder oberen Wasserzonen nutzen. Diese lenken das Männchen nicht permanent ab und geraten nicht in direkte Revierkonflikte. Wichtig ist außerdem eine klare Struktur im Aquarium mit Sichtbarrieren, damit sich die Tiere aus dem Weg gehen können.
Bodenbewohner sollten nur sehr bedacht gewählt werden. Während ruhige, nicht revierbildende Arten funktionieren können, kommt es bei zu viel Konkurrenz am Bodengrund schnell zu Stress – besonders während der Brutzeit. In dieser Phase verteidigt vor allem das Weibchen sein Revier energisch und duldet kaum Eindringlinge in der Nähe der Höhle.
Von sehr dominanten, aggressiven oder stark territorialen Arten ist grundsätzlich abzuraten. Diese führen zu Dauerstress, unterdrücken das natürliche Verhalten und können Brutpflege vollständig verhindern. In einem gut geplanten Besatz mit ruhigen Arten zeigt der Agassiz Zwergbuntbarsch jedoch ein faszinierendes Sozial- und Paarverhalten und integriert sich harmonisch ins Gesamtbild des Aquariums.
Die Zucht des Agassiz Zwergbuntbarschs „Double Red“ ist im Aquarium gut möglich und zählt zu den besonders spannenden Aspekten dieser Art. Voraussetzung für eine erfolgreiche Fortpflanzung sind stabile Wasserwerte, eine ruhige Umgebung und eine klar strukturierte Aquarieneinrichtung mit geeigneten Laichplätzen. Besonders wichtig ist weiches, leicht saures Wasser, da dies die Laichbereitschaft deutlich fördert.
Am häufigsten wird diese Art paarweise oder in kleiner Haremshaltung gepflegt, wobei ein Männchen mit ein bis zwei Weibchen vergesellschaftet wird. Die Weibchen übernehmen die eigentliche Brutpflege. Zur Eiablage suchen sie sich bevorzugt geschützte Höhlen, Kokosnussschalen oder kleine Spalten unter Wurzeln. Dort werden die Eier an die Decke oder Seitenflächen geklebt.
Nach der Eiablage verteidigt das Weibchen das Brutrevier sehr energisch, während das Männchen das umliegende Territorium sichert. Die Eier schlüpfen je nach Temperatur nach etwa zwei bis drei Tagen. Die Larven verbleiben zunächst in der Höhle, bis sie nach weiteren Tagen frei schwimmen. In dieser Phase führt das Weibchen die Jungfische aktiv durch das Aquarium und bewacht sie intensiv.
Für die Aufzucht der Jungfische ist sehr feines Futter notwendig. In den ersten Tagen eignen sich Infusorien oder Staubfutter, später frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Eine sehr gute Wasserqualität ist entscheidend, da Jungfische empfindlich auf Belastungen reagieren. Regelmäßige kleine Wasserwechsel unterstützen ein gleichmäßiges Wachstum.
Bei passenden Bedingungen zeigt der Agassiz Zwergbuntbarsch ein ausgeprägtes Brutpflegeverhalten und kann regelmäßig Nachwuchs großziehen. Die Zucht eignet sich sowohl für engagierte Einsteiger als auch für erfahrene Aquarianer, die das natürliche Verhalten von Zwergbuntbarschen beobachten möchten.
| Deutscher Name: | Agassiz Zwergbuntbarsch |
| Wissenschaftlicher Name: | Apistogramma agassizii |
| Synonyme / Handelsnamen: | Agassiz-Zwergbuntbarsch |
| Herkunft: | Südamerika |
| Herkunftsregion: | Amazonas-Becken |
| Lebenserwartung: | Ca. 3 – 5 Jahre |
| Endgröße: | Männchen bis ca. 8 cm |
| Wachstumsgeschwindigkeit: | Mäßig |
| Wasserparameter: | GH: 1 bis 10 / KH: 0 bis 5 / pH: 5,5 bis 7,0 |
| Temperatur: | 24 - 28 °C |
| Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
| Pflegeaufwand: | Strukturierte Einrichtung, stabile Wasserwerte |
| Aquariengröße: | Ab 80 Liter |
| Empfohlene Gruppengröße: | Paarweise oder Harem (1 ♂ mit 1–2 ♀) |
| Futter: | Frost-, Lebend- und hochwertiges Granulat |
| Fischgruppe: | Zwergbuntbarsche |
| Schwimmzone: | Mitte / Unten |
| Sozialverhalten: | Revierbildend, außerhalb der Brutzeit friedlich |
| Farben / Varianten: | Double Red, Fire Red, Wildform |
| Besondere Merkmale: | Intensives Farbspiel bei Balz und Brut |
| Aktivitätsphasen: | Tagaktiv |
| Zucht: | Höhlenbrüter, ausgeprägte Brutpflege |
| Verhalten: | Territorial während der Brut |
| Vergesellschaftung: | Nur mit ruhigen, nicht bodenorientierten Arten |
| Art | Möglich? | Begründung |
| mit Garnelen | Garnelen werden als Beute angesehen. Besonders Jungtiere verschwinden zuverlässig, auch in dicht bepflanzten Aquarien. | |
| mit Schnecken | Kein problem | |
| mit Zwergkrebsen | Zwergkrebse konkurrieren um den Bodengrund und provozieren Revierstress. Zudem besteht Verletzungsgefahr auf beiden Seiten. | |
| mit Großkrebsen | Großkrebse sind räuberisch und stellen eine akute Gefahr für Zwergbuntbarsche dar. | |
| mit friedlichen Fischen | Ruhige Schwarmfische aus der mittleren oder oberen Wasserzone sind ideal und lenken vom Revierverhalten ab. | |
| mit aggressiven Arten | Aggressive oder sehr dominante Fische führen zu Dauerstress und unterdrücken Brut- und Sozialverhalten. | |
| mit Welsen | Ruhige, nicht revierbildende Bodenfische sind möglich, können aber während der Brutzeit gestresst werden. |